Etwas seltsam sieht dieser Mercedes C 111 ja auf den ersten Blick schon aus. Doch schaut man auf den Innenraum, dann wird einiges klarer. Denn das zeitlose Design eines Mercedes W 201 erkennen Liebhaber natürlich sofort. Und das ist es auch, was wir hier vor uns haben: einen 190 E 2.6. Zumindest das Interieur und das Chassis sind noch original.
Dieser Mercedes W 201 2.6 ist die Basis für den nachgebauten C 111.
Bild: Instagram/Mercedes

Der Mercedes C 111 wurde 1969, also vor über 50 Jahren, auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Und nicht nur das Design sollte überraschen. Denn der orangefarbene Sportwagen – die Farbe nennt sich "Weißherbst" – ist mit einem Wankel-Mittelmotor ausgestattet. Tatsächlich gab es zwei Generationen dieses Benz, die zweite wurde bereits ein Jahr später vorgestellt und ist deutlich bekannter. (Mit dem Vision One-Eleven bringt Mercedes den C 111 zurück.)

Das Art Car im Detail

Kreiert wurde dieses Kunstwerk – genau das soll es sein, keine Replika oder Ähnliches – von Michael Sailstorfer. Auf den ersten Blick erscheint es so, als wäre die Karosserie genietet, tatsächlich sollen die Stellen aber Einschusslöcher darstellen, um darzustellen, wie robust der M102-Motor ist. Dieser Vierzylinder-Motor in den 80er- und 90er-Jahren in vielen Pkw von Mercedes-Benz verbaut – unter anderem auch im W 201. Bei dem abgebildeten Baby Benz handelt es sich jedoch um die Variante 2.6, dieser fährt mit einem M103-Motor, einem Sechszylinder.
Was nicht zu vergessen ist beim Betrachten der Bilder: Es handelt sich um ein Art Car. Dieses ist zwar an den C 111 angelehnt, doch die beiden Autos unterscheiden sich auch designtechnisch. Letztlich wurde die Karosserieform grob an den C 111 angelehnt und der Stern auf der Lamellenstruktur an der Front wurde ebenfalls übernommen. Auch die Klappscheinwerfer sind ähnlich wie beim Original.
Im geschlossenen Zustand sind Klappscheinwerfer gar nicht zu erkennen. Sie befinden sich neben der Lamellenstruktur.
Bild: Instagram/Mercedes

Eine wichtige Gemeinsamkeit haben der C 111 und W 201: den Designer. Denn auch, wenn die beiden Modelle einige Jahre auseinanderliegen, hat Bruno Sacco Hand angelegt.

Rekordfahrten im Mercedes C 111

Es gab noch zwei weitere Generationen des C 111. Diese wurden jedoch nur noch für Rekordfahrten genutzt – und das nicht mehr mit Wankel, sondern zunächst mit einem Fünfzylinder-Turbo-Diesel mit 230 PS. Bei einem Zwölf-Stunden-Rennen in Nardò stellte der inzwischen silberne Sportwagen sämtliche Weltrekorde und Klassenrekorde auf. Fun Fact: Der cW-Wert dieses 111ers liegt bei 0,157. Der aktuelle Rekordhalter in dieser Kategorie unter den Serienfahrzeugen ist der Mercedes EQS mit 0,202.
Und dann kam die vierte Generation! Aus fünf wurden acht Zylinder – turboaufgeladen. Um ein neues Rekordauto zur erhalten, wurde einer der Wagen aus der dritten Generation umgebaut: 4,8-Liter-V8 mit glatt 500 PS und einige Karosseriearbeiten. Das Ziel: den 1975 aufgestellten Rundenrekord von dem Amerikaner Mark Donohue knacken! Und das gelang! Etwas mehr als 400 km/h Top-Speed fuhr der Bolide in Nardò.