Mercedes 190 E Cabrio (W 201)
Warum dieser Mercedes gar kein Mercedes ist!

Gullideckel-Felgen, der Stern auf dem Grill, dazu der treue Blick des W 201 – und doch ist hier kein Mercedes zu sehen. Die Geschichte dieses Cabrios!
Bild: Broad Arrow Auctions
Beim Mercedes W 201 ist die Sache eigentlich klar: vier Türen, Stufenheck, fertig. Ein Cabrio gehörte nie zum offiziellen Programm. Genau deshalb wird dieses Auto interessant: Broad Arrow versteigert einen Mercedes 190 E, der in den 1980er-Jahren von Schulz Tuning zum offenen Zweitürer umgebaut wurde. Das Cabrio ist zwar nicht einzigartig, doch Umbauten wie dieser sind trotzdem extrem selten – und zeigen, was möglich gewesen wäre.
Für normale 190er-Fahrer ist das schon speziell. Doch für Mercedes-Nerds wird es noch spannender, weil Schulz nicht einfach das Dach abgesägt hat. Aus der viertürigen Limousine wurde ein Cabrio mit zwei Türen, verstärkter Karosserie, elektrischem Stoffverdeck und eigenem Aufbau. Solche Umbauten waren teuer und aufwendig.

In der Seitenansicht wird der volle Umfang des Umbaus besonders gut sichtbar!
Bild: Broad Arrow Auctions
Broad Arrow versteigert genau so ein Schulz-Cabrio aus dem Jahr 1985. Das Auto gehört zur Patina Collective Collection und läuft in der Online-Auktion "Global Icons". Die Schätzung liegt bei 45.000 bis 55.000 Dollar (39.395 bis 48.150 Euro), ein Mindestpreis ist nicht vorgesehen. Der Zuschlag erfolgt also an den Höchstbietenden.

Schicke Sportsitze von König runden den exklusiven Look ab.
Bild: Broad Arrow Auctions
Für einen Mercedes W 201 wirkt dieser Preis beinahe erschlagend hoch, doch mit dem Seltenheitsfaktor im Hinterkopf relativiert sich die Summe schnell. Und bei längerer Überlegung wirkt die Summe für ein derart seltenes Modell des 190 E fast schon zu niedrig. Interessenten sollten sich den Wartungs- und Pflegezustand also genau anschauen. Und natürlich auch, wie sauber das Fahrzeug umgebaut wurde.
Doch kein echter Mercedes?
Das 190er trägt außen die Farbe "Dunkelblau Metallic" und innen ein schwarzes Lederinterieur. Vorne gibt's König-Sportsitze, das schwarze Stoffverdeck öffnet elektrisch. Dazu kommen 15-Zoll-Felgen von Lorinser. Der Kilometerstand wird mit 162.213 Kilometern angegeben. Unter der Haube arbeitet laut Auktionshaus der originale Zweiliter-Vierzylinder, kombiniert mit einem manuellen Vierganggetriebe.
Funfact: Der Benz wurde so stark umgebaut, dass er eine neue Seriennummer erhielt (SC201190S40016) und nicht mehr als Mercedes, sondern als Fahrzeug von Schulz-Automobile zugelassen wurde. So umfangreich war der Umbau!
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