Mercedes CLA Shooting Brake: Vorstellung
Schräger Stern: Ist der neue Shooting Brake der bessere CLA?
Bild: Mercedes
Der Mercedes CLA feierte in der Vergangenheit vor allem durch sein Design Erfolge. Maximale Raumausnutzung? Nein, danke. Stattdessen ging es immer vor allem um einen modischen Auftritt. Die neue, dritte Generation spielt für die Marke Mercedes – aber auch darüber hinaus – eine große Rolle.
Technologisch holen die Stuttgarter zum großen Rundumschlag aus: Der neue CLA soll effizienter, komfortabler und vernetzter sein als je zuvor und steht als erstes Auto von Mercedes auf der 800-Volt-tauglichen MMA-Plattform. Nun rückt auch die sportlich gezeichnete Kombiversion ("Shooting Brake") ins Rampenlicht.

Der beleuchtete Grill zählt zur Serienausstattung der elektrischen Modelle.
Bild: Mercedes-Benz AG
Karosserie: Im Fond und im Kofferraum kann der Shooting Brake punkten
Mit 4,72 Meter Länge, 1,86 Metern Breite und 1,47 Metern Höhe unterscheiden sich die Abmessungen kaum von denen der Limousine. Im Vergleich zum Vorgänger legt der neue Shooting Brake in allen Dimension um wenige Zentimeter zu. Im Fond verfügt der Redakteur mit einer Körpergröße von 1,73 Meter über genügend Platz – auch über dem Scheitel. Der hohe Fahrzeugboden – bedingt durch die 85-Kilowattstunden-Batterie – sorgt allerdings für einen eher spitzen Kniewinkel, die Oberschenkel liegen kaum auf der Sitzfläche auf.

In den Abmessungen unterscheidet sich der Shooting Brake zur Limousine nicht. Das Dach fällt aber später ab, soll so für mehr Platz im Fond und Kofferraum sorgen.
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Der Laderaum des neuen Shooting Brake bietet mit 455 bis 1290 Liter etwas weniger Platz als der Vorgänger (485 bis 1350 Liter). Allerdings verfügen die vollelektrischen Versionen des CLA über einen Frunk unter der vorderen Haube, der weitere 101 Liter fasst. Kleiner Wermutstropfen: Eine elektrische Entriegelung fehlt – der Frunk muss mechanisch über einen Hebel geöffnet werden. Auch eine Fernentriegelung für die Rücksitzbank fehlt.

Es gibt Autos, in denen man hinten bequemer sitzt. Vor allem der hohe Fahrzeugboden stört. Die Kopffreiheit fällt besser aus als in der Limousine. Der Redakteur misst 1,73 Meter.
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Innenraum: zwei Unterschiede zur Limousine
Zum Marktstart gibt es im Innenraum zwei signifikante Unterschiede zur Limousine: Erstens: Der Shooting Brake verfügt über ein anderes Lenkrad. Die Touch-Tasten für Tempomat und Lautstärkeregelung wurden hier durch mechanische Knöpfe ersetzt.
Zweitens: Das serienmäßige Glasdach lässt sich im Shooting Brake Segment für Segment verdunkeln. Zudem sind leuchtende Mercedes-Sterne, die ins Glas integriert wurden, Teil der Ambientebeleuchtung. Farben und Farbwechsel lassen sich separat einstellen. Beide Features sollen über kurz oder lang aber auch in der Limousine Einzug halten.

Der Sternenhimmel kostet extra, soll mittelfristig auch für die Limousine zu haben sein.
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Infotainment: Hier fährt Mercedes alles auf
Bei Technik und Vernetzung will Mercedes im CLA neue Maßstäbe setzen. Grundlage dafür ist ein neues Betriebssystem (MB.OS), das Mercedes selbst entwickelt hat. Trotzdem sind zahlreiche weitere Anbieter mit im Boot:
- Google stellt die Karten für die Navigation bereit.
- Gemini, ein KI-Assistent von Google, kommt zum Einsatz, wenn Sprachbefehle Navigationsziele betreffen.
- Per Microsoft Bing kann das Fahrzeug Internetrecherchen durchführen.
- Über ChatGPT-4o lassen sich Wissensfragen beantworten.

Jede Menge Bildschirmfläche kennzeichnet das Cockpit des CLA Shooting Brake.
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Apps lassen sich nun in Ordnern strukturieren, die bekannten "Kacheln" bleiben dabei erhalten.
Grundlage für die zahlreichen Animationen ist die Unity Game Engine. Sie ermöglicht es, dass das Kombiinstrument Informationen von Sensoren – etwa von Kameras und Radar – mit Google-Maps-Kartenmaterial kombiniert darstellt. Bluetooth-Controller lassen sich ebenfalls koppeln – theoretisch sogar separat mit dem Fahrer- und Beifahrerdisplay. So könnten über die Cloud auch Spiele wie Call of Duty oder andere AAA-Titel gegeneinander gespielt werden.
Mercedes verspricht geringe Latenzzeiten und ausreichend Rechenleistung – bereitgestellt sowohl von einem wassergekühlten Onboard-Rechner als auch durch Cloud-Computing. Selbstverständlich funktionieren auch Apple CarPlay und Android Auto kabellos – allerdings nur gegen Aufpreis (357 Euro).
Positiv: Per Over-the-Air-Update kann nun die gesamte Fahrzeugsoftware aktualisiert werden – inklusive der Systeme für Fahrerassistenz. Apropos: Der CLA ist theoretisch in der Lage, nach SAE-Level 2++ autonom zu fahren. Gesetzliche Hürden in Deutschland stehen dem allerdings derzeit noch im Weg.
Antriebe: erst elektrisch, dann folgen Hybride
Die knapp 800 Kilometer Reichweite der Limousine erreicht der Shooting Brake nicht ganz: Für den als 250+ mit Heckantrieb (272 PS, 0-100 km/h: 6,8 Sekunden) gibt Mercedes 760 Kilometer an, für den stärkeren 350 4Matic (354 PS, 0-100 km/h: 5,0 Sekunden) 730 Kilometer. Beide Varianten verbrauchen laut Mercedes unter 13 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

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Wichtig für die Langstreckentauglichkeit: Die 800-Volt-Ladetechnik ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 320 kW. So soll der Akku in 22 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent geladen sein. In 10 Minuten sollen sich 310 (250+) bzw. 300 (350 4Matic) Kilometer nachladen lassen. Beide E-Versionen schaffen in der Spitze 210 km/h. Ordentlich: Die Allradvariante kann bis zu 1,8 Tonnen, der Hecktriebler bis zu 1,5 Tonnen ziehen.
Einige Monate nach Marktstart sollen auch Hybridvarianten des CLA Shooting Brake folgen. Einen Plug-in-Hybrid wird es nicht mehr geben. Stattdessen setzt Mercedes auf einen 48-Volt-Hybrid, ähnlich den Konzepten von Audi oder Stellantis. Dabei ist ein Elektromotor ins Getriebegehäuse des Doppelkupplungsgetriebes integriert und stellt 20 kW (27 PS) Zusatzleistung bereit. Über kurze Strecken, bei niedriger Last oder im Rückwärtsgang kann so rein elektrisch gefahren werden.
Marktstart und Preise
Der Verkaufsstart des CLA Shooting Brake ist für Ende des Jahres geplant, ab März 2026 soll er beim Händler stehen. Die Hybridmodelle sollen einige Monate später folgen. Bei den Preisen hält sich Mercedes noch bedeckt, die Preise der Limousine sind bereits bekannt. Als 250+ startet sie bei knapp 55.859 Euro, als 350 4Matic ab 60.380 Euro. Der Shooting Brake dürfte rund 1000 Euro darüber liegen.
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