Mercedes CLK 63 AMG (2008) Gebrauchtwagen-Angebot
Dieses AMG-Modell hat kaum jemand auf dem Schirm

Ein legendärer Motor gepaart mit einer dezenten Optik und einer kleinen Stückzahl: Ist der Mercedes CLK 63 eines der unterschätztesten AMG-Modelle?
Bild: AUTO-CARTEL CAKILKUM e.K.
Der Mercedes C 63 AMG der Baureihe 204 ist eine Legende. Ein Auto, das hauptsächlich durch den unvergleichlichen Motor bekannt wurde, dem legendären 6,2-Liter-V8-Sauger, der im Volksmund fälschlicherweise oft als 6,3-Liter-V8 betitelt wird. Ein Motor, der ab 2006 in einer Vielzahl von Modellen von der C- bis zur S-Klasse verwendet wurde. Doch während vor allem der C 63 beliebter denn je ist, gibt es noch den einen oder anderen Geheimtipp!
In Zeiten von Downsizing und einem C 63 mit Vierzylinder ist der großvolumige V8-Saugmotor eine Wohltat für Autofans. Je nach Modell variiert die Leistung des intern M 156 getauften V8 zwischen 457 PS im C 63 ohne Performance Package und 525 PS im S 63, SL 63, CL 63 oder auch E 63. Mit tiefgreifenden Veränderungen kam der 6208 cm³ große V8 auch im SLS AMG mit bis zu 631 PS im Black Series zum Einsatz – dann jedoch mit der Motorkennung M 159.
Wer unbedingt einmal selbst die Urgewalt dieses Achtzylinders spüren möchte, hat also die Qual der Wahl. Zu den seltensten Modellen mit dem M 156 gehört definitiv der skurrile R 63 AMG, von dem nur sehr wenig Exemplare gebaut wurden. Ebenfalls ziemlich selten ist ein Modell, das nur wenige auf dem Schirm haben: den Mercedes CLK 63 AMG der Baureihe 209.
Nur knapp 74.000 Kilometer
Und genau solch ein CLK 63 AMG im Originalzustand wird aktuell vom AUTO-CARTEL CAKILKUM e.K. in Mönchengladbach angeboten. Auf den ersten Blick macht das Coupé einen gepflegten und vor allem unverbastelten Eindruck. Auch die Eckdaten scheinen zu passen: deutsches Auto, zweite Hand und ein durchgängig bei Mercedes geführtes Scheckheft klingen gut. Auch die Laufleistung von knapp 74.000 Kilometern fällt für ein mittlerweile 17 Jahre altes Auto gering aus. Bevor wir jedoch tiefer einsteigen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Modellhistorie.

Dezenter waren 481 PS selten verpackt. Ohne den Vierrohr-Auspuff (den viele Besitzer auch an ihren Nicht-AMG-Modellen nachgerüstet haben) könnte der CLK 63 auch als CLK 200 durchgehen.
Bild: AUTO-CARTEL CAKILKUM e.K.
Die zweite Generation des Mercedes CLK kam im Jahr 2002 auf den Markt und wurde mit einer Vielzahl von Motoren angeboten. Bereits kurz nach Marktstart wurde das AMG-Topmodell eingeführt. Der CLK 55 AMG war als Coupé und Cabrio erhältlich und besaß einen 5,5-Liter-V8-Sauger (M 113), der 367 PS und 510 Nm an die Hinterräder schickte. Ein ordentlicher Wert, mit dem der CLK auf dem Papier locker mit dem BMW M3 E46 und dem Audi S4 mithalten konnte.
Doch mit der großen Modellpflege im Jahr 2006 wurde nachgelegt. Da bereits der überarbeitete CLK 500 388 PS und 530 Nm leistete, musste auch AMG einen draufsetzen. Gesagt, getan. Denn mit der 6208 cm³ großen V8-Allzweckwaffe stand ja glücklicherweise ein passender Motor bereit. Das Ergebnis war der ab Sommer 2006 angebotene CLK 63 AMG (ebenfalls wieder als Coupé und Cabrio erhältlich).
CLK 63 AMG mit 481 PS
Optisch kommt das einstige Topmodell angenehm zurückhaltend daher. Auf ausladende Schürzen oder riesige Spoiler wurde verzichtet. Einzig die serienmäßige Vierrohr-Abgasanlage gibt einen Hinweis darauf, dass hier kein CLK 200 Kompressor steht – und es ist auch ein Differenzierungsmerkmal zum CLK 55 AMG, der noch mit einem doppelflutigen Endrohr daherkam.

Als modern würde ich den Innenraum des CLK 209 jetzt nicht unbedingt bezeichnen, dafür macht er aber einen gepflegten Eindruck.
Bild: AUTO-CARTEL CAKILKUM e.K.
Unter der Haube war Zurückhaltung jedoch keine Option, denn im CLK 63 AMG leistet der M 156.982 481 PS und 630 Nm. Dank 7G-Tronic war der Sprint auf 100 km/h in 4,6 Sekunden (Cabrio 4,7 sek.) erledigt. Bei 250 km/h wurde der AMG von der Elektronik eingebremst. Bemerkenswert ist, dass er kaum schwächer war, als der 2007 in limitierter Stückzahl angebotene CLK 63 AMG Black Series, der 507 PS und ein identisches Drehmoment von 630 Nm auf die Hinterräder loslässt.
So viel soll der CLK 63 AMG kosten
Und während die Black Series von Beginn an Sammlerstücke waren, sind die ebenfalls nur in geringen Stückzahlen gebauten CLK 63 noch zu fairen Preisen zu haben. Das hier gezeigte Exemplar in der beliebten Farbkombination schwarz/schwarz und nicht weniger als elf Service-Einträgen bei Mercedes soll aktuell 36.998 Euro kosten – wird allerdings im Kundenauftrag angeboten.
Der Basis-Neupreis lag 2008 bei 90.707 Euro. Mit ein paar Extras wie Comand, Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Kurvenlicht, Einparkhilfe, Schiebedach, Nappa-Lederausstattung, "Harman & Kardon Logic 7"-Soundsystem und mehr stieg der Preis schnell auf über 100.000 Euro an. Im direkten Preisvergleich scheint der unverbastelte CLK 63 durchaus fair eingepreist zu sein, zumal die Auswahl generell sehr klein ist. Die günstigen CLK liegen bei knapp 30.000 Euro, sind aber meist Cabrios. Gute Exemplare kosten zwischen 35.000 und 45.000 Euro.
Vorsicht ist bei diversen Black-Series-Umbauten geboten; echte Black Series beginnen bei etwa 100.000 Euro (Reimporte mit hoher Laufleistung) und können bis 150.000 Euro reichen. In einer ganz anderen Liga bewegt sich der von 2004 bis 2006 in Kooperation mit HWA gebaute CLK DTM – sowohl in Leistung als auch im Preis.
Fazit
In meinen Augen steht der CLK 63 im Schatten des deutlich beliebteren C 63 der Baureihe 204. Dabei besitzen beide den gleichen 6,2-Liter-V8-Sauger, wobei der CLK das deutlich seltenere Auto ist. Hätte ich die Wahl zwischen einem C 63 AMG Coupé und dem CLK 63 AMG würde ich mich für letzteren entscheiden.
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