Nicht nur im Pkw-Bereich arbeitet Mercedes an neuen Antriebsarten, auch schwere Nutzfahrzeuge sollen in Zukunft alternative Antriebe erhalten. Bereits 2018 haben die Schwaben ihren eActros vorgestellt, damals allerdings als Studie. 2019 wurden dann die ersten Fahrzeuge zu Testzwecken an Speditionen verteilt und 2021 soll nun die Serienversion folgen. Neben dem normalen eActros soll es ab 2024 auch eine Version mit mehr Reichweite geben, sie erhält dann den Zusatz "LongHaul". AUTO BILD hat alle bisherigen Infos zu den beiden Elektro-Lastwagen aus Stuttgart.

ePowertrain für alle E-Trucks

Konkrete Angaben zur Reichweite macht Mercedes bislang noch nicht, allerdings soll der eActros deutlich mehr als 200 km Reichweite besitzen und damit weiter mit einer Akkuladung kommen als noch die Prototypen. Die Langstreckenversion "LongHaul" soll dagegen bis zu 500 km schaffen. Als Plattform führt Daimler bei allen seinen schweren E-Nutzfahrzeugen den "ePowertrain" ein, eine modulare Architektur, die verschiedene Tonnagen und Reichweiten zulassen soll. Den eActros soll es als Zwei- und Dreiachser geben.

Der Fernverkehr wird elektrisch

Bis zu 500 km Reichweite: Mercedes elektrifiziert den Güterverkehr
Wie weit der normale eActros kommen wird, verrät Mercedes noch nicht. Es sollen mehr als 200 km sein.
Bild: Daimler AG
Der Mercedes eActros "LongHaul" ist der erste reinelektrische Vierzigtonner mit Stern. Was die Eigenschaften angeht, soll der Sattelschlepper seinen konventionell betriebenen Diesel-Pendants in nichts nachstehen und zudem den Spezifikationen der wasserstoffbetriebenen "GenH2"-Studie sehr nahekommen. Der erst kürzlich vorgestellte Konzept-Truck erhält zwei E-Maschinen, die je eine Dauerleistung von 230 kW und eine Maximalleistung von 330 kW besitzen. Größter Unterschied neben der Brennstoffzelle bleibt aber die Zuladung. Die wird beim eActros LongHaul kleiner ausfallen als beim GenH2. Grund hierfür sind die schweren Batterien.

Fahrerpause als Ladestopps

Mercedes glaubt, mit den 500 km Reichweite des "LongHaul" einen Großteil der Fernverkehrsanwendungen von Transporteuren abdecken zu können. Die Schwaben rechnen hier damit, dass Lkw-Fahrer in der EU nach 4,5 Stunden Lenkzeit sowieso eine 45-minütige Pause einlegen müssen. In dieser Zeit soll ein großer Teil der Akkus im Langstrecken-eActros wieder aufgeladen sein. Allerdings würde in diesem Zusammenhang auch eine flächendeckende Versorgung mit Schnellladestation vorausgesetzt. Wie die Praxis 2024 aussieht, bleibt abzuwarten. Allerdings wird es wohl kaum möglich sein, bis dahin eine Vielzahl der deutschen Autobahnparkplätze mit der nötigen Infrastruktur auszustatten. Anders sieht das auf großen Rasthöfen aus, hier stehen die Chancen deutlich besser.