Hätte ich im Mercedes-Regal freie Auswahl, wäre die Wahl schnell getroffen: die G-Klasse. Doch statt des Dinosaft schlürfenden Kolosses (die E-Version kommt erst noch) steht jetzt sein Elektronen verdrückender Großcousin EQC vor der Tür. Ob wir trotzdem Freunde werden?
Sieben Grad, Nieselregen und gute 20 Kilometer bis zur Arbeit. "Hey Mercedes – Massage Fahrersitz aktivieren." Grammatikalisch nicht einwandfrei, aber der EQC versteht mich. Dazu Sitzheizung, ein Podcast und ein Coffee-to-go – ich hatte schon schlechtere Starts in den Tag.

Nach wenigen Minuten fahre ich auf die Autobahn, gleite im Berufsverkehr Richtung Innenstadt. Zweimal am linken Schaltpaddel am Lenkrad gezogen, schon ist die maximale Rekuperation eingestellt. Beim Loslassen des Gaspedals verzögert der Benz so stark, dass ich aufpassen muss, dass der Kaffee nicht überschwappt, aber man findet schnell die richtige Dosierung. Und es dient der Reichweitenmaximierung.
Mercedes EQC 400 4Matic
Viel besser als der Schreibtischstuhl: bequeme Ledersitze mit toller Knet-Funktion.
Erstaunlich, wie selbstverständlich man in Elektrofahrzeugen versucht, seine Fahrweise und den Verbrauch zu optimieren. Kurz vorm Horner Kreisel – Stau! Stop-and-go wie jeden Morgen. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen – die Massagefunktion leistet immer noch gute Arbeit!

Entspannt zur Arbeit: Im Mercedes EQC kein Problem

Aber in Sachen Entspannung geht noch mehr. Ich aktiviere den Stauassistenten, und mein Masseur übernimmt das Steuer. Beeindruckend, der EQC beachtet sogar die Rettungsgasse. Wenn alle um die Uhrzeit so auf Zack wären, bräuchte man diese gar nicht, aber das ist ein anderes Thema. Nach 30 Minuten erreiche ich die Tiefgarage, schließe den EQC an die Wallbox an. Selten so entspannt in den Tag gestartet.
Die Statistiken, wie lange ein Fahrzeug am Tag steht, sind bekannt. Lange! Aber diese Zeit lässt sich effizient nutzen – zum Laden! Mein Supermarkt ist da vorbildlich. Ladesäulen in der ersten Reihe, und aktuell immer eine Ladegarantie. Einparken, anschließen, Strom tanken, und ab an die Wursttheke. Diese Option wünsche ich mir überall, und wenn ich nur für 30 Minuten das Fahrzeug abstelle.
Mercedes EQC 400 4Matic
Ohne Probleme: Sechs Wasserkisten nimmt der EQC auch ohne Umklappen auf.
Platztechnisch muss man sich mit dem EQC auch beim Großeinkauf keine Gedanken machen, zweimal fahren zu müssen. 500 Liter Kofferraumvolumen lassen den Einkauf verschwinden, und wenn man doch für die ganze Fußballmannschaft einkaufen muss, ist die Rückbank ruckzuck umgelegt.

Der Mercedes EQC 400 4Matic im Alltagstest

Arbeitsweg: Mit Assistenten und Massage ins Büro. Punkte: 5/5

Einkaufen: Keine Angst vorm Großeinkauf. Punkte: 4/5

Transportieren: Zu viel gekauft? Rücksitze umklappen und rein! Punkte: 4/5

Urlaub: Planung ist alles. Dann klappt‘s auch mit Italien. Punkte: 3/5

Hobby: Ob zum Kiten oder Skifahren – läuft! Punkte: 4/5

Familienleben: Ausreichend für eine 4-köpfige Familie. Punkte: 4/5

Über mich: Maximilian Bitter

Wohnort: Speckgürtel von Hamburg
Verkehrsanbindung: Fünf Minuten zur U-Bahn, drei Minuten zur Autobahn
Ladeinfrastruktur: Ladesäule 600 Meter vom Wohnort
Nutzungsprofil: Pendler
Lieblingsauto: Mercedes G-Klasse
Was sagen die Nachbarn, wenn ich damit vorfahre?
Rein elektrisch? Jetzt, wo du’s sagst!
Warum würde ich das Auto meinem besten Freund empfehlen?
Weil er gerade nach Oldenburg zog und ohne Laden nach Hamburg kommen kann.
Was bleibt mir im Gedächtnis?
Endlich jemand, der mich versteht und mir den Rücken massiert.

Mercedes EQC 400 4Matic

Leistung: 300 kW (408 PS)
Akkukapazität: 80 kWh
L/B/H: 4762/1884/1624 mm
Kofferraum: 500–1460 l
0–100 km/h: 5,1 s
Spitze: 180 km/h
Testverbrauch: 24,6 kWh/100 km
Preis inkl. Extras: 90.160 Euro
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Von

Maximilian Bitter