Brabus ist der bekannteste Mercedes-Tuner weltweit! Seit über 40 Jahren kümmern sich die Spezialisten aus Bottrop um beinahe alle Mercedes-Modelle und sind inzwischen sogar ein offiziell eingetragener Fahrzeughersteller. Aktuell werden fast alle Baureihen von Brabus veredelt. Darunter auch die V-Klasse und sogar der Sprinter. Doch den ersten Brabus-Transporter gab es schon vor über 30 Jahren!
Die Rede ist vom Mercedes MB 100 D, der von seinen Fans oft liebevoll "Kutter" genannt wird. Zwischen Ende der 80er- und Mitte der 90er-Jahre hatte Brabus ein kleines aber feines Tuning-Programm für den Transporter im Angebot. Heute ist der Brabus MB 100 D allerdings so selten, dass nicht mal Brabus Informationen zu Stückzahlen oder Preisen hat.

MB 100 D mit Vierzylinder-Diesel

Brabus Mercedes MB 100 D
Auf diesem Bild hat der MB 100 D in "Inkagelb" keinen Frontschürzenaufsatz montiert.
Bild: BRABUS GmbH
In Deutschland wurde der MB 100 D zwischen 1988 und 1995 verkauft. Gebaut wurde er im ehemaligen DKW-Werk im spanischen Vitoria-Gasteiz. Außerhalb von Deutschland wurde das leichte Nutzfahrzeug sogar deutlich länger angeboten und in Korea und Vietnam teilweise als Ssangyong oder Daewoo Istana vertrieben. Hierzulande war der MB 100 D in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise als Kastenwagen, Kombi, Bus oder Pritsche, erhältlich. Er wurde ausschließlich vom 2,4-Liter-Diesel (OM 616) mit anfangs 72 PS angetrieben. Ab Ende 1991 leistete der Reihenvierzylinder dann 75 PS. Bis heute gilt der Motor als unkaputtbar.
So ist der Mercedes MB 100 D extrem zuverlässig, was viele Exemplare mit siebenstelligen Laufleistungen belegen. Sein größter Feind ist der Rost, denn ab Werk wurde er quasi ohne jeglichen Schutz ausgeliefert. Zudem ist der "Kutter" alles andere als schnell. Er ist sehr langsam!

Brabus verbaute neue Felgen und mehr

Daran hat auch Brabus nichts geändert. Als der Bottroper Mercedes-Spezialist vor rund 30 Jahren Hand am MB 100 D anlegte, blieb der Vierzylinder-Diesel unangetastet. Stattdessen bekam der Transporter formschöne Leichtmetallfelgen in Turbinenoptik, einen Frontschürzenaufsatz mit integrierten Nebelleuchten und Doppelrohr-Sidepipes. Zudem wurde er für einen sportlichen Look an der Hinterachse deutlich tiefergelegt. Auf einem Bild des original Prospekts ist ein luxuriöser Innenraum mit gegenüber angeordneten Sitzen und einem Tisch im Fond zu sehen, doch der könnte auch zum großer Bruder Mercedes MB 207 gehören, den Brabus ebenfalls modifiziert hat.

Niemand weiß wie viele MB 100 D Brabus gebaut wurden

Brabus Mercedes MB 100 D
Wie viele MB 100 D von Brabus umgebaut wurden ist heute leider nicht mehr nachvollziehbar.
Bild: BRABUS GmbH
Besonders erfolgreich scheint das Tuning-Programm für den MB 100 D nicht gewesen zu sein, denn heute existieren quasi keinerlei Infos zu diesen Fahrzeugen. Selbst Brabus konnte auf Nachfrage keine konkreten Stückzahlen oder Preise für die Tuningteile mehr nennen. Online sind fast ausschließlich Bilder des MB 100 D Kombi in der Farbe "Inkagelb" (Farbcode 1238) zu finden, der scheinbar das Studiofahrzeug war. Auffällig ist dabei, dass er auf einigen Bilder mit und auf einigen Fotos ohne Frontschürzenaufsatz zu sehen ist. Zudem gibt es ein weiteres Bild von einem weißen MB 100 D Transporter mit großem Brabus-Schriftzug am Heck. Damit dürfte der kastige MB 100 D definitiv zu den seltensten Brabus-Umbauten aller Zeiten gehören!

Es gab auch eine AMG-Version

Doch Brabus war nicht der einzige Tuner, der sich am MB 100 D versucht hat. Ungefähr zur gleichen gab es auch eine AMG-Version – und die hatte sogar mehr Leistung. Aber das ist Stoff für einen separaten Artikel!