Das erste Luxus-Cabrio aus dem Hause Daimler mit AMG-Kürzel hieß Mercedes S 63 AMG Cabriolet. Das auf 130 Exemplare limitierte Sondermodell "Edition 130" ist 2016 zu Ehren von 130 Jahren luxuriöser offener Mercedes entstanden. Ein Fahrzeug dieser besonderen Reihe steht nun in Iserlohn südöstlich von Dortmund zum Verkauf. Das Besondere: Das Auto ist erst 500 Kilometer gelaufen!
Der Erstbesitzer des inserierten Mercedes hat sich für die rot-schwarze Innenausstattung entschieden.
Das Mercedes S 63 AMG Cabriolet ist ein Erlebnis. Der 585 PS starke V8-Biturbo hat für jede Lebenslage mehr als genug Leistung. In 3,9 Sekunden stürmt die mehr als zwei Tonnen schwere Fuhre dank ihres serienmäßigen Allradantriebs aus dem Stand auf hundert Sachen. Kein Wunder, stemmt der V8 doch gewaltige 900 Nm maximales Drehmoment auf die Antriebswellen. Der Allradantrieb ist mit einer Verteilung von 33:76 Prozent relativ hecklastig ausgelegt. Das erhöht den Spaßfaktor. Das Siebengang-Speedshift-Getriebe trägt seinen Teil dazu bei. Das akustische Gewitter, das der V8 von sich gibt, wird weder im Schiebebetrieb noch unter Last langweilig. Im Gegenteil: Besonders kräftig klingt der Motor bei entspannt niedrigen Drehzahlen. Dennoch wirkt der gewaltige Benz nie laut oder anstößig. Den sowieso schon mächtigen Auftritt hat Mercedes beim Sondermodell mit einigen Details unterstrichen. So gab es die 130 Exemplare ausschließlich in der Farbe "Alubeam Silber". Das Stoffverdeck war in Bordeauxrot gehalten, die Innenausstattung wahlweise rot-schwarz oder grau-schwarz. Dazu kamen eine Plakette auf der Mittelkonsole, eine Fahrzeugabdeckung, ein Schlüsselanhänger und eine Alubox für den Autoschlüssel.
Minimale Laufleistung
Wie ein Neuwagen: Die Fotos stützen die überschaubare Laufleistung des Benz.
Für das inserierte Auto gibt der Händler eine Laufleistung von gerade mal 500 Kilometern an! Die Erstzulassung erfolgte im April 2016, Unfälle habe es nicht gegeben, der TÜV werde bei Übergabe neu gemacht. Die in der Anzeige veröffentlichten Fotos stützen den Eindruck von einem Top-Auto. Außen wie innen sucht das Auge vergebens nach Gebrauchsspuren. Dafür finden Kenner einige Teile vom Facelift 2018 wie den Grill. Das Verdeck wirkt ebenso neu wie die roten Ledersitze, der Lack glänzt wie im Prospekt, und die riesigen, mattschwarzen Felgen sehen nicht so aus, als sei das Auto überhaupt je gefahren. Selbstverständlich ist die Ausstattungsliste bei einem Luxusschlitten wie dem S 63 AMG lang. Unter anderem stehen TV, Freisprechanlage, Navigationssystem, Multifunktionslenkrad, CD, DAB-Radio und Bluetooth drauf. Dazu kommen eine Verkehrszeichenerkennung, blendfreies Fernlicht, eine schlüssellose Zentralverriegelung, ein Notrufsystem, Isofix, Sitzbelüftung, 360-Grad-Kamera, Massagesitze, Lordosenstützen, eine selbstlenkende Einparkhilfe und eine Zweizonen-Klimaautomatik. Klar, dass so ein besonderes Auto nicht für kleines Geld zu haben ist: 188.888 Euro hat der Händler aufs Preisschild geschrieben.
Bildergalerie
Mercedes-AMG S 63 Cabriolet 4Matic (2016): Fahrbericht
Mercedes-AMG S 63 Cabriolet 4Matic (2016): Fahrbericht
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Das Mercedes-AMG S 63 Cabriolet ist das erste Luxus-Cabrio mit AMG-Kürzel. AUTO BILD hat den 585 PS starken Viersitzer getestet. Der bekannte V8-Biturbo ist auch im S 63 eine Wucht und mit 585 PS zu jeder Zeit mehr als ausreichend motorisiert! Dank serienmäßigem Allradantrieb (Hinterradantrieb gibt es nur für Rechtslenker) sind 100 km/h nach ...
Bild: Werk
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... nur 3,9 Sekunden erreicht. Und das bei einem Trockengewicht von 2185 Kilogramm. Luxus kostet nicht nur, er wiegt auch. Umso beeindruckender ist das Spurtvermögen des viersitzigen Cabrios, denn der 5,5-Liter-V8 stemmt gewaltige 900 Nm auf die Antriebswellen. Der Allradantrieb ist mit ...
Bild: Werk
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... einer Verteilung von 33:67 Prozent hecklastig ausgelegt. Aber egal wie schwer der Gasfuß ist, die Reifen, in den Dimensionen 255/40 vorn und 285/35 hinten, drehen nicht durch. Grip ist da.
Bild: Werk
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Der Soundtrack des 63er-Motors ist zwar bekannt, wird aber trotzdem nicht langweilig. Bei versenktem Dach und Scheiben lässt sich das V8-Gewitter noch besser genießen. Das Knallen ...
Bild: Jan Götze
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... und Bellen überlässt er den kleineren Brüdern, etwa dem SLC 43 oder dem C 63 Cabriolet. Der S 63 wird niemals anstößig laut – ganz wichtig bei einem Luxus-Cabrio in der 200.000-Euro-Klasse. Besonders kraftvoll klingt der Motor bei niedrigen Drehzahlen: Dazu einfach mal ...
Bild: Jan Götze
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... im Stand das Gas nur kurz bis maximal 2000 U/min anticken. Zum dumpfen Achtzylinder-Grollen schaukelt das Cabrio im Takt und erinnert zwangsläufig an ein altes amerikanisches Muscle Car. Den AMG-Komponisten macht soundtechnisch eben kaum einer was vor.
Bild: Jan Götze
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Auch optisch bleibt das S 63 Cabrio angenehm dezent und unterscheidet sich nur in Details vom offenen S 500. Die Front des großen Cabrios bekommt einen Kühlergrill mit zwei Streben und das AMG-typische A-Wing-Design. Das Heck ...
Bild: Jan Götze
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... zieren vier eckige Auspuffrohre und ein angedeuteter Diffusor. Auf Wunsch sind alle Anbauteile im Rahmen des AMG Night-Pakets (893 Euro extra) auch in Schwarz erhältlich. Wer es noch edler möchte, der macht das große Kreuz und ordert das AMG Carbon-Paket für 5831 Euro.
Bild: Jan Götze
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Die mattschwarzen 20-Zoll-Schmiederäder des Testwagens kosten 2023 Euro extra, rote Bremssättel gibt es für vergleichsweise schmale 714 Euro.
Bild: Jan Götze
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Ohne riesige Chromfelgen und ausladendes Bodykit fährt das S 63 Cabriolet edel vor. Dieses Auto schreit nicht: "Schau mich an!" – und doch blicken Passanten und Autofahrer bewusst oder unterbewusst hinterher. Auf den Boulevards und Prachtstraßen an der französischen Riviera ...
Bild: Werk
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... ist das S 63 Cabriolet zu Hause. Das vollelektrische Stoffverdeck in knapp 20 Sekunden öffnen und einfach nur rollen lassen. Falls man doch mal von einem Regenschauer überrascht wird, funktioniert das Öffnen und Schließen des Stoffverdecks natürlich auch standesgemäß während der Fahrt bei bis zu 60 km/h.
Bild: Werk
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Dabei kann das S 63 Cabriolet viel mehr als Cruisen. Auf den Passstraßen zum Cap-Ferrat zeigt das 585 PS Cabrio seine sportliche Seite. Das Siebengang-AMG-Speedshift-Getriebe ist im Sport-Modus hellwach und hat die gewünschten Gänge bereits vorsortiert.
Bild: Werk
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In "Sport+" ist das Doppelkupplungsgetriebe teilweise sogar zu hastig. Die Gasannahme des turboaufgeladenen Achtenders ist genau so direkt wie man es sonst nur von Saugmotoren kennt. Und trotz mehr als zwei Tonnen Gewicht, macht das viersitzige Luxus-Cabrio ordentlich Spaß auf den kurvigen Straßen.
Bild: Werk
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Damit der Pilot bei der Kurverei nicht zu sehr auf den serienmäßigen AMG-Nappa-Ledersitzen hin- und her rutscht, fangen die aktiven Sitzwangen den Fahrer in schnellen Kurven sogar auf. Einzig eine ...
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... minimal tiefere Sitzposition wäre wünschenswert. Ansonsten zählt im Innenraum des S 63 Cabriolets nur eins: Luxus. Nappaleder? Hat er!
Bild: Werk
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Zierleisten in Echt-Carbon? Check!
Bild: Werk
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AMG-Performance-Lenkrad mit Alcantara? An Bord! Weitere Goodies im Schnelldurchlauf: intelligente Klimaregelung (sehr empfehlenswert), Vielzahl an Assistenzsystemen, Softclose und so weiter und so fort. Die Liste kann beliebig ausgeweitet werden. Bis auf die Sicherheitsgurte ist auf Wunsch fast alles beheizt oder belüftet.
Bild: Werk
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Die berechtigte Frage lautet: Wer möchte da überhaupt noch das Topmodell Mercedes-AMG S 65 Cabriolet mit 630 PS V12-Biturbo? Zumal das Flaggschiff mit 4,1 Sekunden sogar langsamer auf 100 km/h sprintet als das getestete S 63 Cabriolet, ...
Bild: Jan Götze
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... das diese Paradedisziplin in sportwagenverdächtigen 3,9 Sekunden erledigt. Die Wahl zwischen S 63 und S 65 kann tatsächlich nur eine Image-Frage sein. In diesen Regionen spielt der Preis zwar nur eine untergeordnete Rolle, aber der Vollständigkeit halber: ...
Bild: Jan Götze
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... Das S 63 Cabriolet ist ab 187.485 Euro zu haben. Mit ein paar Extras, wie dem Burmester-Soundsystem (7497 Euro), der Keramikbremse (8271 Euro) oder dem AMG Driver's Package (3213 Euro) ist die 200.000 Euro-Grenze schnell geknackt.
Bild: Jan Götze
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Fazit von Jan Götze: Das Mercedes-AMG S 63 Cabriolet bietet das Beste vom Besten: mehr als genug Leistung, bei allem erdenklichen Luxus. Trotzdem ist das viersitzige Cabrio kein Auto für Angeber, da es optisch und akustisch unaufdringlich bleibt. Dass so viel Luxus nicht günstig ist, dürfte jedem ernsthaften Interessenten klar sein. Man muss es nur richtig einordnen: Ein Rolls-Royce Dawn ist mit einem Basispreis von 329.630 Euro fast doppelt so teuer wie das S 63 Cabriolet.