Mercedes W 124 mit BMW-Motor: Hartge F1

Mercedes W 124 mit BMW-Motor: Hartge F1

Power-Benz mit BMW-Sechszylinder!

Dieser umgebaute Benz polarisiert auch heute noch: BMW-Tuner Hartge pflanzte einem Mercedes 300 E (W 124) den M88-Motor des BMW M1 ein. Genial oder grausam? Hier kommen die Infos.
Tuner Hartge aus dem Saarland ist als BMW-Spezialist bekannt. Das Team von Rennfahrer Herbert Hartge machte seit 1971 aus feinen Münchner Limousinen kraftstrotzende Muskelpakete. Fast immer bekamen besondere BMW eine gewaltige Dosis Extra-Power. Fast, denn 1988 baute Hartge den F1. Hinter dem kryptisch anmutenden Namen steckt dieser Mercedes 300 E der Baureihe W 124, dem die Saarländer einen M88-Motor aus dem BMW-Regal einpflanzten.

Gebrauchte Mercedes E 300

 

Ein Sechszylinder mit Legendenstatus

Der M88-Motor von BMW treibt Legenden wie den Sportwagen M1 oder den M635 CSi an.

BMW-Freunde lieben den Motor mit der Bezeichnung M88: Die Motoren sind nicht einfach nur Aggregate, sondern möglicherweise die BMW-Sechszylinder schlechthin. Der originale M88 wurde einst für den Sportwagen M1 entwickelt und brachte später sowohl den bildschönen M635 CSi als auch den ersten BMW M5 (Generation E28) auf Trab. Seine zwei obenliegenden Nockenwellen treibt eine Duplex-Kette an. Ein eigenes Saugrohr pro Zylinder mit Drosselklappe übernimmt die Versorgung mit Kraftstoff. Weil BMW den Motor im Rennsport einsetzen wollte und die anvisierten Klassen strikte technische Vorgaben machten, musste der Rumpfmotor jede Menge Leistungssteigerung aushalten. In der Straßenversion M88/3 leistete er schließlich 286 PS, betörte mit seinem feinen Lauf, seiner mächtigen Drehfreude und seiner gewaltigen Leistungsentfaltung. Kenner spitzen bis heute andächtig die Ohren, wenn so ein M88 unter Last läuft. Am beeindruckendsten dürfte dieses Schauspiel sein, wenn sich einer der seltenen BMW M1 Procar-Rennwagen auf einer langen Geraden in schwindelerregende Drehzahlregionen hinaufschreit.

Es gibt nur einen Hartge F1

Keine Kleinserie: Vom ausgefallenen Hartge F1 gibt es tatsächlich nur dieses eine Exemplar.

Der Hartge F1 ist mit seiner Mercedes-Basis ein Einzelstück. Hartge wird zumeist mit Fahrzeugen von BMW assoziiert, dazu wirkt der F1 wie ein krasser Widerspruch. Ursprünglich war der Mercedes mal ein 300 E der Baureihe W 124 mit 190 PS. Dann bekamen ihn die Hartges in die Hände. Als erstes flogen der serienmäßige Motor und das originale Getriebe raus. Unter der Haube zog ein M88 ein, dessen Hubraum die Tuner leicht auf 3553 Kubikzentimeter anhoben. Dir Kraftübertragung übernimmt ein manuelles Schaltgetriebe aus dem 6er BMW E 24, das Fahrwerk ist von Bilstein. Der Hartge F1 ist zeitgenössischen Presseberichten zufolge zu geradezu schockierenden Fahrleistungen fähig, 330 BMW-PS sei Dank. Der original erhaltene und bisher nicht restaurierte Hartge F1 soll versteigert werden. Ursprünglicher Termin für die Auktion war die Techno Classica in Essen im März 2020. Da die weltgrößte Oldtimer-Messe wegen des Coronavirus in den Sommer 2020 verschoben wird, müssen sich alle potenziellen Interessenten noch ein wenig gedulden.
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