MG CyberGTS als Studie in Goodwood
Das neue Coupé von MG hat gute Chancen auf Serienproduktion

Bild: MG
Auf einem Bein kann man schlecht stehen, erst recht nicht, wenn das in vielen Ländern keinen Tritt findet. Das wissen sie auch bei MG. Denn so viel Lob sie aus der alten Welt für den Cyberster als ersten neuen Roadster der Generation E bekommen haben, so sehr fremdeln daheim die Chinesen mit der Idee vom offenen Fahren.
Deshalb macht die SAIC-Tochter jetzt aus der Not eine Tugend und stellt dem Zweisitzer als CyberGTS ein Coupé zur Seite, das gerade auf dem Festival of Speed in Goodwood seine Premiere feiert. Offiziell noch eine Studie, spricht vieles dafür, dass der Blickfang bereits 2025 auf die Straße kommt.
Der GTS nutzt die gleiche Plattform und mit ihr die identische Technik. Hier wie dort gibt es deshalb einen Heckantrieb mit 350 oder einen Allradantrieb mit 510 PS für jeweils etwa 200 km/h und Akkus mit bis zu 77 kWh für runde 500 Kilometer Reichweite.
Der MG CyberGTS behält die Schmetterlingstüren des Cyberster
Es bleibt auch beim expressiven und trotzdem irgendwie unaufgeregten und deshalb zeitlosen Design mit langem Bug und markantem Heck, an dem sich nur die pfeilförmigen Rückleuchten irgendwann abnutzen werden. Und vor allem natürlich bleibt es bei den elektrischen Schmetterlingstüren, die sich mit großem Aha-Effekt wie bei Lambo und Co nach schräg oben drehen.

Als CyberGTS wird der MG Cyberster zum Coupé mit Verführer-Charme.
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"Denn so ein bisschen Show wollen wir unseren Kunden schon bieten", strahlt der neue Designchef Jozef Kaban und hat in den wenigen Wochen nach seinem Weggang bei VW offenbar bereits gelernt, worauf es den Chinesen ankommt.
Aber wo sich bislang ein Stoffdach nach hinten gefaltet hat, gibt's jetzt einen festen Deckel, der in einem schönen Schwung nach hinten ausläuft und so ein Heck zaubert, wie man es zuletzt am BMW Z4 Coupé gesehen hat. Damit sieht der GTS nicht nur besser aus als der Cyberster und hat das ganze Jahr Saison, sondern er ist auch das praktischere Auto.
Die Coupé-Rückbank taugt als Kindersitz oder Kofferablage
Denn anders als beim Roadster reicht im Coupé der Platz noch für eine Rückbank. Die ist zwar nicht wirklich für die Langstrecke gemacht und für Erwachsene sicher nicht bequem. Doch als Kindersitz oder Kofferablage soll sie allemal taugen, verspricht Kaban.
Wenn Kaban über den GTS spricht, dann wählt er zwar meist noch den Konjunktiv und lässt sich ein Hintertürchen offen. Schließlich ist das Coupé erst mal nur eine Studie, die nicht einmal ein fertig modelliertes Interieur hat. Doch in jedem zweiten, dritten Satz vergisst er die verbalen Fragezeichen, und es wirkt, als wäre die Entscheidung für das Modell längst gefallen.
Verwundern würde das nicht. Denn nachdem sie die meiste Arbeit mit dem Roadster bereits erledigt haben, wäre die geschlossene Version für die Entwickler kaum mehr als eine Fingerübung in der Mittagspause – und das Marktpotenzial würde sich genau wie die Sitzplätze glatt verdoppeln. Und selbst wenn Balancekünstler auch auf einem Bein stehen können, hätte der elektrische Sportwagen dann auf jeden Fall einen besseren Stand.
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