Mini John Cooper Works E, Mini John Cooper Works 2.0: Test
Elektro vs. Benziner: Welcher Mini JCW ist günstiger?

Mini steht für Spaß. Besonders, wenn John Cooper Works dransteht. Wir testen den Zweiliter-Benziner gegen den Batterie-Elektriker – und rechnen nach.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Name und Optik gleich, im Kaufpreis identisch, brüderlich im Wesen und dann doch so verschieden: Ein ganzes Universum trennt den elektrischen Mini vom Benziner-Mini – auch unabhängig vom Antriebskonzept.
Speziell in der Variante John Cooper Works sind die Differenzen riesig. Das beginnt im Untergeschoss, bei – man sieht es kaum – unterschiedlichen Plattformen.
Unterschiedliche technische Basis
Den 231 PS starken Benziner trägt die auch von BMW-Typen bekannte und seit Jahren bewährte UKL-Architektur mit Quermotor und Frontantrieb, entsprechend kommen hier Turbomotoren und Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz.

Keine Plattformbrüder: Während der Benziner die von BMW bekannte UKL-Architektur nutzt, hat der E-Mini Anteile vom Ora 03.
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Der Elektrowagen mit 258 PS basiert dagegen auf einer deutlich jüngeren Plattform mit chinesischen Anteilen (Great Wall Motor/Ora 03). Was im Umkehrschluss dann typisches Batteriepackaging mit fahraktiver Schwerpunktlage und ebenfalls klassenkonformen Frontantrieb bedeutet.
E-Plattform schafft mehr Platz
Für den JCW Electric ist dieses Prinzip einer reinrassigen – also von vorneherein auf Akkubetrieb durchkonzipierten – Elektrochassisvariante von Vorteil. So verschwinden die Stromspeicherzellen in Unterflurbauweise im Wagenboden, verschwenden folglich keinen Raum im Gepäckabteil, die Funktionalität bleibt weitgehend erhalten.

Vorteil Elektro: Die Batterien im Fahrzeugboden schaffen im JCW E 75 Liter mehr Stauraum – und er hat die größere Zuladung.
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Entsprechend ähneln sich Platzangebot für Passagiere und Nutzmöglichkeiten des Kofferraums der beiden Kleinen. Ganz leichte Vorteile in puncto Gepäckraum (75 Liter zusätzliches Fassungsvermögen) verbucht der elektrische Cooper, die Zuladung des Cooper E liegt ebenfalls höher. Grund: Hier hat Mini das zulässige Gesamtgewicht des Electric weiter nach oben ausgereizt.
Keine Unterschiede im Innenraum
Dennoch: Funktional liegen die beiden auf Augenhöhe, beide packen Alltag erträglich, in beiden Dreitürern geht es allerdings auch (speziell im Fond) eng zu. Das gilt dann auch für die Ausstattung an Multimedia und Fahrassistenz.

In beiden Minis finden wir denselben Arbeitsplatz mit dem großen zentralen Touchscreen – auch die Assistenzsysteme sind gleich.
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Spurführung und Abstandsregelung sind gleich, in beiden Autos bedient der Fahrer Systeme und Funktionen über einen großen Berührbildschirm, den Mini mittig ins Armaturenbrett setzt. Klarer Alltagsnachteil Electric: Das Auto schafft nur 300 Kilometer Aktionsradius, das Nachladen dauert mindestens eine halbe Stunde.
Fahrzeugdaten
Modell | Mini John Cooper Works E | Mini John Cooper Works 2.0 |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Vierzylinder, Turbo |
Leistung/Systemleistung | 190 kW (258 PS) | 170 kW (231 PS) |
Drehmoment | 350 Nm | 380 Nm |
0-100 km/h | 5,9 s | 6,1 s |
Vmax | 200 km/h | 250 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad, Einganggetriebe | Vorderrad, Siebengang-Doppelkupplung |
Verbrauch/Reichweite WLTP | 15,5 kWh/100 km/371 km | 6,8 l SP/100 km/k. A. |
Testverbrauch/Reichweite | 18,3 kWh/100 km/300 km | 7,3 l SP/100 km/602 km |
Batteriekapazität/Tank | 49,2 kWh | 44 l |
Länge/Breite/Höhe | 3858/1756-1967/1460 mm | 3876/1744-1970/1452 mm |
Radstand | 2526 mm | 2495 mm |
Kofferraum | 210-800 l | 210-725 l |
Leergewicht/Zuladung | 1690/415 kg | 1361/409 kg |
Anhänge-/Stützlast | –/– | –/– |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 13/19/18 | 16/22/24 |
Grundpreis | 40.650 € | 40.650 € |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km) | 4830 Euro | 8232 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 545 Euro | 1950 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 684 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 5483,84 € | 5694,88 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km) | 20.651,94 Euro | 14.450,80 Euro |
Gesamt | 31.510,78 Euro | 31.011,68 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,53 Euro | 0,52 Euro |
Ähnlich weit voneinander entfernt benehmen sich Cooper und Cooper auch in Fahrt. Der schwerere elektrische JCW fühlt sich wie der benzinbetriebene Bruder zwar enorm agil und direkt an, ist dabei jedoch viel straffer gefedert. Die beinharte Abstimmung lassen wir nicht mehr als jugendliche Hitze durchgehen – auf schlechten Straßen klopft der Mini auch wohlwollende Insassen bald weich.
Benziner bietet deutlich mehr Komfort
Das kann der Benziner besser. Mit knackiger Abstimmung bei gleichzeitig unerwartet brauchbarem Komfort ist dieser Sport-Mini breiter aufgestellt. Gleichzeitig bereitet es viel Spaß, den ebenso kräftigen wie drehwilligen Motor durch sein Drehzahlband zu scheuchen. Schneller ist der Benziner aber nur in der Höchstgeschwindigkeit. Gegen die 250 km/h Spitze kann der elektrische Cooper nichts ausrichten.

Verträglicher abgestimmt: Auch der Benziner hat eine knackige Federung, bietet aber doch einen unerwartet brauchbaren Komfort.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wohl aber, wenn es im Sprint aus dem Stand heraus geht. Hier nimmt er dem Benziner trotz 300 Kilogramm mehr Masse zwei Zehntelsekunden ab – das fühlt sich zudem sehr mühelos an. Dazu kommt: Die Automatik des Benziners schaltet beim plötzlichen Beschleunigen viel zu betulich herunter. Die "Verkettung" aus Drehzahlanhebung, Ladedruckaufbau, Gangsortierung und Kupplungsmanöver dauert gefühlt eine Eeeewigkeit.
Kilometerkosten sprechen für den Verbrenner
Für den elektrischen Bruder gilt bei jeder noch so zarten Gaspedalbewegung: sssst und weg. Das ist ein großer Spaß, wenn sich der Electric mit explosiver Ausbreitung auf den Weg macht, wenn er saftig durchzieht, dabei kernig-lebendig mit den Vorderreifen am Asphalt schabt.

Vorteil Benziner: Auf vier Jahre und 60.000 Kilometer gerechnet, kostet der Mini John Cooper Works 2.0 0,52, die E-Variante 0,53 Euro/km.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Bis hierhin wäre die Wahl wohl Geschmackssache. Doch wir prüfen auch nach Wirtschaftlichkeit. Überraschung: Der vermeintlich altmodische Benziner macht das Rennen – trotz der nicht gerade bescheiden vom Superbenzin schlürfenden Vierzylindermaschine.
Denn: Die empfindlich höheren Betriebskosten (Super Plus, Wartung, Steuer) kann der Benziner über eine bessere Wertverlustprognose heilen. Am Ende kostet jeder Kilometer einen Cent weniger. Und wenn es um oder an unseren Geldbeutel geht, zählt natürlich jeder Cent.
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