Ferraris erstes Elektroauto sorgt gerade weltweit für Diskussionen. Der neue Luce polarisiert Fans, Designer und selbst frühere Ferrari-Bosse. Vielen Traditionalisten ist der rund 550.000 Euro teure Elektro-Ferrari schlicht zu brav, zu leise und zu weit weg vom klassischen Ferrari-Gefühl.
Das gilt auch für Elektroauto-Pionier Mate Rimac. Der Techniker-Milliardär setzt in den sozialen Medien jetzt ganz bewusst einen Kontrapunkt.
In einem neuen Reel reagiert der Bugatti-Rimac-Chef indirekt auf die Debatten rund um den Luce. "Ich bekomme derzeit viele Nachrichten mit der Frage, was andere Autohersteller gerade machen. Aber wisst Ihr was? Das hier ist unser Ding", sagt Rimac im Video. "Wir glauben, dass das, was wir tun, richtig ist und dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Währenddessen drückt er den Startknopf des neuen Bugatti Tourbillon. Sekunden später erwacht der gewaltige V16-Saugmotor zum Leben.

Mate Rimac: klare Spitze gegen Ferrari

Besonders auffällig: Im Reel taucht auch der neue Ferrari Luce auf. Eine zufällige Bildauswahl wirkt deshalb eher unwahrscheinlich.
Bugatti Tourbillon
Der Bugatti Tourbillon kombiniert einen komplett neuen 8,3-Liter-V16-Saugmotor von Cosworth mit drei Elektromotoren.
Bild: Bugatti
Der Luce ist Ferraris erstes Elektroauto überhaupt und gleichzeitig der erste fünfsitzige Ferrari der Geschichte. Das futuristische Design stammt unter anderem vom früheren Apple-Designer Jony Ive – genau das sorgt aber aktuell für viel Kritik.
Ferrari Luce
Das Design des neuen Ferrari Luce erntet viel Kritik in der Autoszene.
Bild: Ferrari
Auf Social Media vergleichen Fans den Luce teilweise mit einem Luxus-Crossover oder sogar mit einem Nissan Leaf. Vielen fehlt die klassische Ferrari-DNA. Selbst Ex-Ferrari-Boss Luca di Montezemolo äußerte sich zuletzt kritisch zum Projekt.
Vor allem der Verzicht auf klassischen Motorsound sorgt bei Puristen für Ärger. Und genau an diesem Punkt setzt Rimacs Philosophie an.

Der Tourbillon geht bewusst einen anderen Weg

Denn obwohl Mate Rimac selbst als Elektro-Pionier gilt und mit dem Rimac Nevera eines der extremsten Elektroautos der Welt entwickelt hat, setzt Bugatti beim neuen Tourbillon bewusst nicht auf ein reines Elektroauto.
Stattdessen kombiniert der Tourbillon einen komplett neuen 8,3-Liter-V16-Saugmotor von Cosworth mit drei Elektromotoren. Die Systemleistung: 1800 PS. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei bis zu 445 km/h liegen. Für Rimac zählen dabei vor allem Emotionen, Sound und Mechanik. Das zeigt auch das spektakuläre Cockpit des Tourbillon.

Cockpit wie eine Luxus-Uhr

Die Instrumente erinnern eher an ein Schweizer Luxus-Uhrwerk als an ein modernes Digitaldisplay. Offene Zahnräder, Titan, Saphirglas und mechanische Anzeigen dominieren das Cockpit. Der zentrale Tacho reicht bis 360 km/h.
Besonders spektakulär: Die Instrumenteneinheit bleibt fest stehen, während sich nur der äußere Lenkradkranz dreht. Dadurch bleiben alle Anzeigen immer perfekt sichtbar.
Mate Rimac
In einem kurzen Videoclip stichelt Mate Rimac gegen den Ferrari Luce.
Bild: Mate Rimac / YouTube
Hintergrund: Bugatti wollte bewusst keinen riesigen Bildschirm bauen, sondern ein Cockpit, das auch in Jahrzehnten noch zeitlos wirkt. Der Name Tourbillon stammt deshalb direkt aus der Welt der Luxusuhren und bezeichnet dort eine hoch komplizierte mechanische Konstruktion.
Das neue Reel wirkt deshalb wie eine klare Botschaft: Bugatti will trotz Elektrifizierung kein steriles Elektro-Hypercar bauen und positioniert sich derzeit ganz bewusst gegen den Trend vieler anderer Hersteller.