Royal Enfield Hunter 350

"Es gab immer leidenschaftliche Motorradfahrer, die unsere Marke liebten, aber in unserem Angebot nicht die richtige Machine fanden. Die Hunter 350 ist für sie." Toll, oder?
Mit diesen salbungsvollen Worten stellte Siddhartha Lal, einer der Köpfe hinter Royal Enfield, das jüngste Baby der indischen Marke vor. Gerade mal 181 kg schwer, beschauliche 20 PS und 27 Nm, aber das Herz und die Attitüde eines Jägers. Im Spätherbst kommt das coole Ding zu uns. Preis: ca. 4.100 Euro.

Energica Experia

Die Optik erinnert an Adventure Bikes wie die BMW S 1000 XR, aber etwas Entscheidendes fehlt: der Auspuff. Bedeutet: kein Lärm – aber Power ohne Ende. 115 Nm katapultieren das erste elektrische Langstreckenbike nach vorn. Sieben Fahrmodi (drei frei konfigurierbar) regeln die Feinarbeit: Rain zügelt den Schub, Sport öffnet alle Schleusen.
Schon gefahren: die Energica Experia.
Für den Reisestromer hat Energica eine neue Plattform entwickelt mit tiefem Schwerpunkt, neuem E-Motor und riesigem 22,5-kWh-Akku – neue Bestmarke für E-Motorräder. Reichweite: bis zu 420 km im Citybetrieb, sagt Energica. Laut WMTC sind es 222 km. Wir kamen hochgerechnet auf 300 km. Am Schnelllader soll der Akku innerhalb einer Stunde voll sein. Gute Reise!
Fazit
Größter Akku, kürzeste Ladezeit – was spricht da noch gegen E-Langstrecken-Bikes? Vielleicht die Ladesäulendichte. Und den Preis muss man auch erst einmal spannend finden.

Technische Daten und Preis: Energica Experia

• Motor Permanentmagnet-Synchron
• Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
• max. Leistung 75 kW (102 PS)
• Dauerleistung 60 kW (85 PS)
• max. Drehmoment 115 Nm
• Sitzhöhe 847 mm
• Gewicht  260 kg
• Akkukapazität 22,5 kWh (19,6 kWh nominal)
• Preis ab 28.203 Euro (Launch Edition: 30.452 Euro)

Moto Morini Seiemmezzo

Frischer Wind in der Mittelklasse: Die italienische Marke Moto Morini mischt wieder mit auf dem europäischen Markt. Mit der Seiemmezzo (ital.: sechseinhalb) STR (Street) und SCR (Scrambler) schickt der wiederbelebte Hersteller zwei 61-PS-Bikes ins Rennen. 16-Liter-Tank, 5-Zoll-TFT-Farbbildschirm, 810 mm Sitzhöhe, 54 Nm bei 7000/min – lauter Zutaten, die Midsize-Fans aufhorchen lassen. Im September sollen die Geschwister der Twin-Enduro X-Cape starten. Preis: ab 7.595 Euro.
Die Moto Morini Seiemmezzo bringt frischen Wind in die Mittelklasse.

Triumph Speed Twin 900

Lässigere Classic-Bikes als Triumph baut kaum eine andere Marke, schon gar nicht in Großbritannien bzw. im Produktionsland Thailand. Pünktlich zum Modell-Update präsentieren die Briten frische Farben und neue Namen: Street Scrambler und Street Twin firmieren künftig unter den Namen Scrambler 900 und Speed Twin 900. Das soll sie aufwerten, technisch bleibt indes alles beim Alten. Dafür gibt es diverse neue Looks, zum Beispiel Matt Silver Ice. Preis: ab 9.595 Euro.
Die Triumph Speed Twin 900 gibt es für unter 10.000 Euro.

Suzuki Roller-Duo

Aller guten Dinge sind 125 bei Suzuki. Mit den Leichtkraftrollern Address 125 und Avenis 125 zielen die Japaner auf junge Fahrerinnen und Fahrer (A1-Führerschein) und B196-Lizenzinhaber. Knapp 9 PS sind nicht viel, dafür stimmen Look und Praxistauglichkeit. Staufächer unter der Sitzbank und in der Front, USB-Anschluss, 88 km/h Spitze. Preise: noch offen.
Suzuki zielt mit seinem Roller-Duo auf junge Fahrerinnen und Fahrer.

CFMoto 800 MT

Besser geht es kaum. Dass wir das mal über ein China-Bike sagen, liegt vermutlich daran, dass die CF-Moto 800 MT gar nicht sooo chinesisch ist. Der Zweizylinder (799 cm3, 91 PS, 195 km/h) stammt von KTM, das Design hat die österreichische KSR Group mitausgeheckt. Cooler Look, smarte Elektronik, moderate Sitzhöhe (825 mm). Preis: ab 9.899 Euro

Yamaha XSR 900

Komplett einstellbares Fahrwerk, vollständiges Elektronikpaket, schräglagenabhängige Traktionskontrolle samt ABS, dazu Voll- LED-Scheinwerfer, brillantes TFT-Display (3,5 Zoll) und 4 PS mehr: Yamaha hat das Flaggschiff seiner Heritage-Flotte komplett überarbeitet und mächtig aufgewertet. Technologisch ist der Retro-Renner XSR 900 jetzt voll auf der Höhe der Zeit – und in puncto Fahrspaß ganz weit vorn.
Schon gefahren: die Yamaha XSR 900.
Danke Quick Shift-System funktionieren Gangwechsel ohne Kupplung. Handling, Kurvenlage, Sitzposition – alles erste Sahne. Dazu der druckvolle, drehfreudige Dreizylinder – mehr geht nicht in der oberen Mittelkasse. Im September schiebt Yamaha die 48- PS-Version (A2-Führerschein) hinterher.
Fazit
Kurvige Landstraßen, enge Nebenstrecken, flotte Autobahnabschnitte – die Yamaha XSR 900 ist das optimale Nippon-Bike für alle, die auf Triple-Power und Retrocharme stehen.

Technische Daten und Preis: Yamaha XSR 900

• Motor Dreizylinder, Viertakt
• Hubraum 890 cm3
• Leistung 88 kW (119 PS) bei 10 000/min
• max. Drehmoment 93 Nm bei 7000/min
• Reifen v/h 120/70-17 / 180/55-17
• Sitzhöhe 810 mm
• Gewicht 193 kg
• Tankinhalt 14 l
• Preis ab 11.349 Euro

Von

Ralf Bielefeldt