Navigationsgeräte-Test (2020)

Navi-Test: Wer ist besser – Garmin oder Tomtom?

Wer auf der Suche nach einem mobilen Navi fürs Auto ist, hat in der Regel die Wahl zwischen Garmin und Tomtom. AUTO BILD hat jeweils zwei günstige und zwei Premium-Geräte der beiden Marken getestet!
Der Markt der Navigationsgeräte hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt: Mit der Pleite von United Navigation sind Marken wie Falk und Becker verschwunden. Das Smartphone macht den Nachrüst-Navis zunehmend Konkurrenz, demgegenüber steht das fest im Auto installierte Navigationssystem. Wer jetzt auf der Suche nach einem geeigneten Navigationsgerät ist, trifft neben vielen China-Produkten vor allem auf zwei Marken: Tomtom und Garmin. Die beiden Anbieter haben sich fest am Markt etabliert. Im Navi-Test treten die beiden gegeneinander an.

Navigationsgeräte-Test 2020: Das ist das beste Navi

Wer ist besser: Garmin oder Tomtom? Die Frage hat sich AUTO BILD gestellt und vier Navigationsgeräte miteinander verglichen - zwei Kandidaten pro Marke. Dabei wurden jeweils zwei Premium-Geräte und zwei günstigere Geräte ausgewählt. 
# Navigationsgeräte im Test
1.

Garmin Drive Smart 65 mit Alexa

Preis*: 251,15 Euro
Note: sehr gut

Zum Test
2.

Tomtom Go Premium

Preis*: 291,47 Euro
Note: gut

Zum Test
2.

Tomtom Go Essential

Preis*: 149,95 Euro
Note: gut

Zum Test
4.

Garmin Drive 52 & Traffic

Preis*: 134,90 Euro
Note: befriedigend

Zum Test
*Preise: Stand 14.09.2020

Günstig gegen teuer – wo liegt der Unterschied?

Bei Tomtom zeigten sich nur wenige Unterschiede zwischen Premium- und Mittelklasse. Beide Navis, das Tomtom Go Essential und das Go Premium, haben die gleiche hochwertige Haptik, einen gleich guten Screen und ähnliche Funktionen. In beiden Fällen sind unter anderem eine Sprachsteuerung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Smartphone-Benachrichtigungen und Wifi-Updates dabei. Der Preisunterschied liegt hier eher in den Feinheiten: So kann das Tomtom Go Premium unter anderem mit Smarthome-Geräten interagieren und bietet weltweite Karten.
Bei Garmin wurden das Drive 52 & Traffic als Einstiegs-Navi sowie das High-End-Gerät Drive Smart 65 ausgewählt. Hier ist der Unterschied in den Preisklassen weitaus größer: Das Basis-Modell konzentriert sich auf die Navigation. Dafür gibt es eine App, die das Gerät mit Daten versorgt und so Live-Verkehrsinfos liefert. Darüber hinaus bietet das Drive 52 aber keine Smartphone-Einbindung. Anders beim Drive Smart 65: Hier sind die Smartphone-Funktionen komplett integriert. Außerdem gibt es eine gute integrierte Sprachsteuerung und die Möglichkeit mit Amazons Alexa zu arbeiten. Dazu kommt die deutlich hochwertigere Verarbeitung des Premium-Produkts.

Garmin gegen Tomtom - wer macht's besser?

Flüssiger Touchscreen: Der Testsieger von Garmin fühlt sich an wie ein Tablet.

Testsieger wird das Garmin Drive Smart 65 mit der Note "sehr gut" und 72 von 80 Punkten. Damit hat Garmin die Nase gegenüber Tomtom vorn. Und das zu Recht: Das Navi ist sehr hochwertig, läuft flüssig und bietet viele nützliche Funktionen. Es kann in einem schlecht ausgestatteten Auto fast alle Aufgaben eines modernen Infotainment-Systems übernehmen. Allerdings ist der Vorsprung von Garmin recht knapp, denn das Tomtom Go Premium – der direkte Konkurrent – bekommt nur zwei Punkte weniger und die Note "gut". Die zwei Punkte weniger für das Tomtom ergeben sich vor allem aus der schlechteren Sprachsteuerung, die nur mit vorgefertigten Kommandos arbeitet und einen während der Fahrt ziemlich schlecht versteht.
Das Tomtom Go Essential schneidet ebenfalls mit 70 Punkten und der Note "gut" ab. Dank des vergleichsweise günstigen Preises von rund 150 Euro fährt es zudem den Preis-/Leistungssieg ein. Mit dem großen Funktionsumfang und der hochwertigen Verarbeitung kann das Navi im Test punkten. Nicht ganz so gut fällt auf der anderen Seite das Ergebnis für das günstige Garmin aus: Hier reicht es "nur" für ein "befriedigend" mit 55 von 80 Punkten. Grund dafür ist vor allem der Touchscreen, der einem die Bedienung etwas erschwert. Zudem sieht man beim Go Essential von Tomtom was in dem Preissegment möglich ist, da wirkt das Garmin Drive 52 im direkten Vergleich eher schwach.

Auf der Testfahrt mussten die Navis zeigen, was sie können.

Übrigens: In Sachen Navigation stehen sich die beiden Marken gegenseitig in nichts nach. Alle vier Kandidaten haben es auf der Testroute dank Echtzeit-Verkehrsdaten geschafft, Straßensperrungen und Baustellen zu vermeiden. In allen Fällen kamen wir zur gewünschten Zeit am Zielort an – teilweise sogar vor der von Google Maps prognostizierten Zeit. Alle Navis machen klare Ansagen und beziehen dabei teilweise prägnante Orientierungspunkte aus der Umgebung mit ein, die dem Fahrer die Orientierung noch leichter machen. Mit den Premium-Geräten Garmin Drive Smart 65 und Tomtom Go Premium hat man noch einen Vorteil: Sie bieten eine ausführliche Spurführungshilfe, sodass man immer den richtigen Fahrstreifen auswählt.
Fazit von Lena Trautermann: Und? Wer ist nun besser? Schaut man nur auf die Punkte, bekommt Garmin die Krone. Tomtom bekommt den zweiten Platz und den Preis-/Leistungssieg. Letzten Endes muss das Navi aber zum Nutzer passen. Deswegen sollte man zuvor überlegen, auf welche Funktionen man Wert legt und im Zweifelsfall: ausprobieren. Ans Ziel führen sie alle!

So hat AUTO BILD getestet

Navis raus aus der Verpackung und erst mal auf den aktuellen Software-Stand gebracht. Schon hier beginnt die Bewertung: Wie aufwändig ist der Update-Prozess? Sind Karten-Updates inbegriffen? Anschließend geht es an die Bedienung, die natürlich möglichst intuitiv klappen soll. Auch Touchscreen und Eingabe müssen flüssig laufen, sonst drohen Abzüge. Anschließend geht es mehrere Stunden im Auto auf die Straße. Hier werden Strecken gewählt, die auf dem eigentlich verkehrsgünstigsten Weg eine Sperrung oder Baustellen haben, sodass die Geräte Alternativ-Routen suchen müssen. Dabei wird ebenfalls auf die Qualität der Navigation geachtet: Sind alle Ansagen eindeutig und früh genug? Gibt es Hilfe bei der Spurführung? Wird die Route schnell neu berechnet, wenn sich Änderungen ergeben? Das Navi darf den Fahrer nicht ablenken, alle Infos sollten auf den ersten Blick erkennbar sein. Genauso sollte die Halterung fest sitzen und das Navi ordentlich einsehbar sein. Zudem müssen die Geräte gegen Google Maps antreten und zeigen, dass sie ähnlich schnell ans Ziel führen wie der Marktführer bei den Navigations-Apps. Auch die Zuverlässigkeit der Assistenzsysteme, eventuelle Zusatzfunktionen sowie die Verarbeitung und nicht zuletzt der Preis fließen in das Ergebnis ein.

Navigationsgeräte-Test 2018: Fokus auf Routenführung

Einer der Testkandidaten fiel prompt aus der Halterung. Dafür gab's ordentlich Abzüge.

Im Navi-Test 2018 wurden acht Navigationssysteme unter verschiedenen Gesichtspunkten unter die Lupe genommen. Im Vordergrund stand die Navigation. Zielführende Routen, gute Stauumfahrung, klare Anweisungen waren die Hauptkriterien. Allgemein lässt sich sagen: Alle Navis haben ihren Job erledigt und die Fahrer an ihr Ziel gebracht. Dabei konnte jedoch nur der Testsieger TomTom Go Basic auf ganzer Linie punkten und jede Behinderung auf der Route zielsicher umfahren. Die übrigen Navis hatten spätestens bei einer gesperrten Autobahn-Auffahrt, die auf der Strecke lauerte, Probleme. Zwei Testgeräte von Garmin wählten in Hamburg eine Route durch den alten Elbtunnel. Der ist zwar zeitweise befahrbar und de facto auch der kürzere und schnellere Weg zum Ziel, war jedoch zum Zeitpunkt des Tests geschlossen. Plus: Die Strecke kostet Mautgebühren, die in der Standardeinstellung der Navis aber erlaubt sind. Hier sollten Autofahrer vor dem Losfahren unbedingt einen Blick drauf werfen. Dafür konnten alle drei Garmin-Geräte mit der Zusatzfunktion "Garmin Real Directions" punkten. Dabei orientieren sich die Navigations-Anweisungen an der Umgebung. So lautet zum Beispiel eine Ansage "Biegen Sie an dem Haus mit der Grünen Spitze links ab". Das ist besonders auf unübersichtlichen Strecken und für Fahrer, die zum ersten Mal in einer Region unterwegs sind, sehr hilfreich.

Ein Test-Kandidat ist nicht empfehlenswert

Das schlechteste Test-Ergebnis lieferte das Polen-Navi GoClever Navio 2 740: Unübersichtliche Karten, eine schlechte Halterung und Übersetzungsfehler in der Menüführung sind nur ein Auszug der Kritikpunkteliste. Eine positive Überraschung war hingegen das 35-Euro-Navi von Junsun aus China. Zwar belegt es im Vergleich nur den vorletzten Platz, trotzdem hat das Gerät seine Hauptaufgabe gut gemeistert: die Navigation. Auch in den anderen Test-Kriterien wie Bedienung, Sicherheit, Design und Zusatzfunktionen schnitt das Navi immerhin durchschnittlich ab. Dafür verzichtet man bei beiden Geräten auf Verkehrsdienste und Smartphone-Kopplung. Erfreulich: Europaweites Kartenmaterial und lebenslange Gratis-Updates gehören bei allen Test-Geräten mittlerweile zum Standard. Einige davon müssen für die Aktualisierung nicht einmal mehr an den Computer angeschlossen werden: Das TomTom Go Basic, Garmin Drive Assist 51 LMT-D und Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D haben integriertes WiFi und aktualisieren sich, wenn sie mit dem WLAN verbunden sind. Einige Punkte bereiten aber durch die Bank weg allen Navis Probleme: die Akkus und das GPS-Signal. Nimmt man die Geräte vom Netz, dauert es nur einige Minuten, bis erste Hinweise auf einen niedrigen Akkustand aufpoppen. Gleichzeitig dauert es mitunter bis zu drei Minuten, bis das GPS-Signal gefunden wird. Ziemlich nervig, sollte man es eilig haben. Die Testergebnisse sind in der Tabelle nachzulesen.
# Navigationsgeräte im Test
1.

tomtom Go Basic

Preis: ca. 180 Euro*
Testergebnis: 92/100 Punkte

2.

Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D

Preis: ca. 260 Euro
Testergebnis: 89/100 Punkte

3.

Garmin Drive Assist 51 Europe LMT-D

Preis: ca. 300 Euro
Testergebnis: 85/100 Punkte

4.

Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect

Preis: ca. 220 Euro
Testergebnis: 73/100 Punkte

5.

tomtom Via 52

Preis: ca. 140 Euro
Testergebnis: 70/100 Punkte

6.

Garmin Drive 61 Europe LMT-S

Preis: ca. 190 Euro
Testergebnis: 66/100 Punkte

7.

JunSun Navigator

Preis: ca. 35 Euro
Testergebnis: 49/100 Punkte

8.

GoClever Navio 2 740

Preis: ca. 70 Euro
Testergebnis: 16/100 Punkte

Test-Ergebnisse der einzelnen Navigationsgeräte (2018)

Platz 1: TomTom GoBasic
Beim TomTom GoBasic ist der Name Programm, denn das Navi kann das, worauf es ankommt, besonders gut: die Basics. Es glänzt in der Routenführung – und zwar weit vor allen anderen. Als einziges Navigationsgerät im Test hat es die Sperrung auf der Strecke erkannt und die Route zielsicher umgeleitet – und das ohne gekoppeltes Smartphone. Kommt man vom geplanten Weg ab, wird die Route sehr schnell neu berechnet. Auch mit dem Suchen nach dem GPS-Signal hält sich das Gerät nicht lange auf. Dazu beweist es Humor: In den Routenoptionen lässt sich die Streckenführung "Nervenkitzel" auswählen. Ein weiteres Plus: Kartenupdates lädt das Gerät selbstständig übers WLAN. Echtzeit-Verkehrsinfos bezieht das Navi über das per App eingebundene Smartphone. Auch sonst ist die Smartphone-Kopplung ein wertvoller Zugewinn. So kann die Route beispielsweise auf dem Handy geplant, eingetippt und dann ans Navi übermittelt werden. Dadurch spart man sich das fummelige Getippe auf dem Bildschirm. Das ist auch einer der wenigen Punkte, die man am TomTom GoBasic aussetzen kann: Die Buchstaben sind etwas klein. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen: Eine Freisprech-Funktion bietet das Navi nicht. Dafür wurde die SMS über die Mitteilung eines verpassten Anrufs anschließend fließend vorgelesen. Bei einem vergleichsweise günstigen Preis von 180 Euro kann man das aber verschmerzen. Und ebenso die fehlende Sprachsteuerung. Denn dafür bekommt man ein flüssig laufendes, intuitiv bedienbares und vor allem sehr gut navigierendes Navigationsgerät. Deswegen zu Recht: Test- und Preis-Leistungs-Sieger! • Kapitelwertungen: Routenführung: 30/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 6/8 + 4 Bonuspunkte für WiFi-Updates und SMS-Vorlesefunktion • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 92/100 Punkten, 5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 2: Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D
Im Test sticht das Garmin Drive Smart 61 Europe vor allem durch seine Bedienung hervor: Der Touchscreen fühlt sich an wie beim Smartphone, er reagiert flüssig und schnell. Auch die Verarbeitung ist hochwertig und setzt das Gerät positiv von den übrigen Kandidaten ab – einziges Manko sind die zurückbleibenden Fingerabdrücke, die das glänzende Display schmierig wirken lassen. Die Menüführung ist intuitiv, man findet sich schnell zurecht. Die Verbindung von Handy und Navi läuft via App. Die Kopplung braucht ein wenig Geduld, aber sind beide Geräte erst mal verknüpft, funktioniert die Handyeinbindung wunderbar: Das Navi ruft Verkehrsmeldungen, Wetterdaten etc. über das Bluetooth-Tethering ab und Benachrichtigungen und Anrufe werden direkt über den Bildschirm ausgegeben. Die Sprachsteuerung (Aktivierungs-Kommando "Sprachbefehl") funktioniert bei einfachen Befehlen wie "lauter" oder "leiser" sehr gut, auch eine neue Adresse lässt sich mit sehr deutlichem Sprechen fehlerfrei ansagen. In der Routenführung schlägt sich das Drive Smart 61 Europe wie die übrigen Garmin-Geräte: Die Sperrung der Auffahrt wird angezeigt, aber die Strecke nicht angepasst. Erst als der Fahrer vorbeifährt, berechnet sich die Route mit kleiner Verzögerung neu. Dafür sind die Navigationsanweisungen klar, "Garmin Real Directions" erleichtert das Navigieren durch beschreibende Ansagen wie "An der Ampel links abbiegen". • Kapitelwertungen: Routenführung: 17/30 • Bedienung: 20/20 • Sicherheit: 20/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 8/8 + 4 Bonuspunkte für WiFi-Updates und DAB-Verkehrsdaten • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 89/100 Punkten, 4,5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 3: Garmin Drive Assist 51 Europe LMT-D
Mit einem stolzen Preis von 300 Euro ist das Garmin-Navi Drive Assist 51 Europe das teuerste Modell im Navigationsgeräte-Test. Dafür bietet es aber auch eine besondere Zusatzfunktion: eine integrierte Dashcam. Durch die Kamera wird zwar das Anbringen der Halterung ein wenig fummelig, sie filmt aber dafür das Verkehrsgeschehen und speichert gefährliche Situationen automatisch in einer Galerie (mehr zum Thema Dashcam). Das hat auch im Test gut funktioniert. Durch die integrierte Kamera gibt es neben den üblichen Navi-Assistenten (Spurassistent, Tempo- und Radarwarner) hier außerdem einen Kollisionswarner, einen Spurhalte-Assistent und einen Losfahr-Alarm. Leider reagieren die Systeme ziemlich spät. Der Kollisionswarner schlägt erst Alarm, wenn es eigentlich zu spät ist – in unserem Test hatte der Fahrer längst reagiert. Das Navigationssystem bezieht die Verkehrsdaten, wenn das Smartphone nicht gekoppelt ist, über DAB+. Trotzdem wollte es an der gesperrten Autobahnauffahrt nicht vorbeifahren. Auch hier wurde die Sperrung angezeigt, die Route aber nicht angepasst. Dafür wird der Weg auch bei diesem Modell dank "Garmin Real Directions" besonders anschaulich beschrieben. Die Sprachsteuerung reagiert zuverlässig auf das Kommando "Sprachbefehl". Ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen, können dann festgelegte Befehle durchgeführt werden. Die Sprachsteuerung hat zwar bei Verkehrsgeräuschen "Verständnisprobleme", funktioniert aber gerade bei simplen Befehlen wie "lauter" oder "leiser" gut. • Kapitelwertungen: Routenführung: 20/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 17/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 8/8 + 8 Bonuspunkte für WiFi-Updates, DAB-Verkehrsdaten, Dashcam und kamerabasierte Assistenzsysteme • Preis: 5/10 • Gesamtwertung: 85/100 Punkten, 4,5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 4: Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect
Die Menüführung des Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect wirkt – zugegeben – ein wenig grobschlächtig. So punkten die Bezeichnungen einiger Untermenüs aus. Doch viel mehr gibt es an dem Navi nicht auszusetzen. Die Navigation funktioniert zuverlässig. Etwas nervig bei der Adress-Eingabe: Zum Eintippen einer Hausnummer muss die Tastatur erst manuell auf Ziffern umgestellt werden, andere Navis machen das automatisch. Die Verkehrsdaten bezieht das Navi aus dem Internet, wenn es mit dem Smartphone verbunden ist, ansonsten über TMC. Der Testfahrer wurde auch im Falle des Blaupunkt-Navis nicht um die Sperrung herumgeführt. Und das Navi blieb hartnäckig, wollte immer wieder zur gesperrten Ausfahrt zurück, der Fahrer musste sich selbst eine Umleitung suchen. Den Rest der Strecke meisterte das Gerät mit dem blauen Punkt jedoch mit Bravour, Neuberechnungen gehen fix. Die Befestigung ist leicht, der Bildschirm wird mithilfe eines Magneten an der Halterung befestigt – wesentlich weniger fummelig als bei vielen anderen Systemen und dazu noch bombenfest. Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung funktioniert tadellos, leider verzichtet das Gerät auf eine Sprachsteuerung, die man für den Preis von rund 220 Euro jedoch erwarten könnte. • Kapitelwertungen: Routenführung: 22/30 • Bedienung: 20/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 5/10 • Gesamtwertung: 73/100 Punkten, 4 Sterne (empfehlenswert).
Platz 5: TomTom Via 52
Das TomTom Via 52 kommt ohne viel Schnickschnack aus, hier steht die Navigation im Vordergrund. Die Menüführung ist simpel, jeder findet sich schnell zurecht. Auch die Bluetooth-Kopplung mit dem Telefon ist einfach – und empfehlenswert, denn dann verfügt das TomTom auch über aktuelle Verkehrsinfos. Außerdem können auf dem Navi Anrufe beantwortet werden, denn der Bildschirm fungiert auch als Freisprecheinrichtung. Eine Extra-App wird für die Smartphone-Integration beim Via 52 im Gegensatz zum Go Basic nicht benötigt. Beim Fahren ohne das Tethering mit dem Handy wurden Baustellen und Sperrungen auf der Route nicht berücksichtigt. Die Neuberechnungen der Route dauerten vergleichsweise lange, sodass der Fahrer zunächst ohne Anweisungen weiterfahren musste. Das Via 52 verfügt ebenfalls über eine Sprachsteuerung, die sich über den Satz "Hallo TomTom" aktivieren lässt. Leider werden komplexe Anweisungen (z. B. eine neue Adresse) oft nicht verstanden. Auch den Aktivierungssatz muss man oft mehrfach und sehr laut sagen, bevor das Navi ihn versteht. Der Touchscreen reagiert präzise, hakt jedoch gelegentlich, vor allem bei der Eingabe neuer Adressen. Die Bildqualität könnte etwas besser sein, ist für den Preis von 140 Euro aber durchaus zu verschmerzen. Eine etwas wackelige Halterung macht dem Navi in der Sicherheits-Wertung einen Strich durch die Rechnung. • Kapitelwertungen: Routenführung: 20/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 9/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 7/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 70/100 Punkten, 3,5 Sterne (empfehlenswert).
Platz 6: Garmin Drive 61 Europe LMT-S
Das Garmin Drive 61 Europe punktet mit seinem simplen Aufbau, es verzichtet auf zusätzlichen Firlefanz und konzentriert sich auf die Navigation. Die sollte aber deutlich besser funktionieren. Wie bei den anderen Garmin-Navis dauert die Suche nach dem GPS-Signal sehr lange. Und auch hier passiert es wieder: Die Sperrung auf der Testroute wird erkannt, das Navi gibt auf der Tonspur sogar die Information, dass die Auffahrt gesperrt ist, der Routenverlauf wird aber nicht angepasst. Dafür funktioniert die Neuberechnung der Route sehr schnell, das Navi führt zielgerichtet zu einer alternativen Autobahnauffahrt. Auch dieses Navi bietet mit "Garmin Real Directions" besonders präzise Anweisungen. Die Bedienung ist einfach, der Touchscreen ist aber manchmal etwas ungenau. So passiert schnell ein Vertipper nach dem anderen. Spurassistent und Tempowarner funktionieren zuverlässig. Wenn das Smartphone eingebunden ist, gibt es auch aktuelle Verkehrsinfos. Andere Bluetooth-basierte Funktionen wie eine Freisprecheinrichtung bietet das Garmin Drive 61 Europe aber nicht. Ein weiterer Wermutstropfen: Bei USB-Verbindung geht das Navi offenbar in einen Datenmodus zur Softwareaktualisierung. Auf die Navi-Funktionen lässt sich dann nicht zurückgreifen. • Kapitelwertungen: Routenführung: 19/30 • Bedienung: 14/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 7/10 • Gesamtwertung: 66/100 Punkten, 3,5 Sterne (empfehlenswert).
Platz 7: JunSun Navigator
Das China-Navi von JunSun ist mit rund 35 Euro der günstigste Test-Kandidat und lässt zumindest beim Preis die Markengeräte weit hinter sich. Doch genau das trifft hier auch zu: billig. Das Navi hält keinen Belastungen stand. Beim Herausnehmen aus der Halterung verbiegt es sich sogar leicht, das Display wird fleckig. Die Navigationsansagen sind viel zu leise und bei Verkehrsgeräuschen kaum zu verstehen. Das JunSun wackelt beim Fahren und spiegelt bei Sonne. Auch beim Anschließen gab es Probleme, denn per USB am PC oder im Auto geht das Navi offenbar in einen Datenmodus. Die Navigations-App ist dann nicht verfügbar. Richtig gut funktioniert es also nur, wenn die Stromversorgung aus dem Zigarettenanzünder kommt. Aber es gibt nicht nur zu meckern beim Preishammer-Navi, denn seine Kernaufgabe – das Navigieren – erledigt das Gerät gut. Die Bedienung erfolgt intuitiv, die Zieleingabe geht flüssig, die Routen werden schnell neu berechnet, wenn etwas nicht funktioniert. Zwar hat auch das JunSun die Sperrung der Autobahn-Auffahrt nicht erkannt, dafür aber gleich eine neue Route berechnet, anstatt den Fahrer zig Mal zum Umkehren bewegen zu wollen. Kein Wunder: Die Verkehrsdaten sind nicht aktuell, das Navi hat keinen TMC-Empfänger. Allgemein ist das JunSun mit Mediaplayer, FM-Transmitter und Spielen mehr Tablet als Navigationsgerät. Windows CE dient als Basis. • Kapitelwertungen: Routenführung: 12/30 • Bedienung: 12/20 • Sicherheit: 5/20 • Qualität und Design: 0/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 6 Bonuspunkte für FM-Transmitter, Mediaplayer und Spiele • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 49/100 Punkten, 2,5 Sterne (bedingt empfehlenswert).
Platz 8: GoClever Navio 2 740
GoClever ist ein Hersteller aus Polen, der vorrangig Smartphones und Tablets anbietet, jedoch auch Navigationsgeräte im Programm hat. Die polnischen Wurzeln schlugen im Test direkt durch, denn während die Menüführung auf Deutsch eingerichtet war, kamen die Navigationsanweisungen auf Polnisch daher. Also musste der Testfahrer erst mal rechts ranfahren und durch die Menüführung klicken, denn die Standardsprache ist beim Navio 2 740 nicht gleichzeitig auch die Navigationssprache. Allgemein fällt das Navi in Sachen Benutzerfreundlichkeit durch – die Menüs sind teilweise unlogisch aufgebaut, die Übersetzung ins Deutsche ist schlecht. Insgesamt wirkt das GoClever-Gerät billig – was bei einem Preis von 70 Euro aber auch nicht anders zu erwarten ist. Der Touchscreen reagiert sehr langsam, die Karten sind unübersichtlich. Die Halterung lässt sich umständlich anbringen und ist dazu auch noch unsicher – das Navi wackelt und fiel während der Fahrt sogar einmal herunter. Aktuelle Verkehrsinformationen wie zum Beispiel eine Sperrung, die sich auf unserer Testroute befand, hat das Navi nicht auf dem Schirm. Es ist vielmehr ein kleines Tablet mit Multimediaplayer und FM-Transmitter, das eben auch noch über eine Navigations-App verfügt. Und die funktioniert nur mit GPS-Signal. Wer also gemütlich im Wohnzimmer schon mal eine Route planen möchte, sollte sich ans Fenster stellen, denn ohne Verbindung zum Satelliten funktioniert das Ganze nicht. Eine weitere nervige Kleinigkeit: Der Tastenton lässt sich nicht deaktivieren. Dafür wartet eine Überraschung beim Klicken durch die Einstellungen: Unter dem Punkt "Wince" verbirgt sich ein Windows-Desktop (Win CE). Nett für nostalgische Gefühle, ungünstig, wenn man sich verklickt hat. Denn um den Windows-Desktop wieder zu verlassen, muss das Navi erst ausgeschaltet werden. • Kapitelwertungen: Routenführung: 10/30 • Bedienung: 0/20 • Sicherheit: 0/20 • Qualität und Design: 0/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 2/8 + 4 Bonuspunkte für FM-Transmitter, und Mediaplayer • Preis: 0/10 • Gesamtwertung: 16/100 Punkten, 1 Stern (nicht empfehlenswert).
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