Neue Elektroautos für nur 15.000 Euro! So will Stellantis ab 2028 neue Kunden gewinnen. Den Anfang soll die Neuauflage der legendären Citroën-Ente machen. Insgesamt sind mindestens vier Modelle auf einer neuen Plattform geplant, wie das Management auf der Paris Motor Show bestätigte. Weitere Details sollen in den kommenden Monaten folgen.
Die neue E-Car-Plattform soll unter Einbindung des chinesischen Partners Leapmotor entstehen. Gebaut werden sollen die Fahrzeuge in Europa. Zusätzliche Unterstützung erhofft sich Stellantis aus Brüssel. Die EU-Kommission plant sogenannte Supercredits, durch die kleine Elektroautos aus europäischer Produktion bei den CO₂-Flottenzielen stärker angerechnet werden könnten.
Stellantis-Chef Antonio Filosa fordert mehr Flexibilität von der EU und setzt auf kleine E-Autos als Wachstumstreiber für den Konzern.
Bild: Stellantis
Das ist wirtschaftlich entscheidend. Denn an kleinen Elektroautos verdienen Hersteller wegen der hohen Batterie- und Produktionskosten bislang wenig. Durch Supercredits könnten die günstigen Stromer bei der Berechnung der CO₂-Flottenwerte stärker zählen. Damit würden sie helfen, mögliche Strafzahlungen zu vermeiden und gleichzeitig mehr Spielraum für den Verkauf größerer Modelle schaffen. Das macht die Produktion kleiner Elektroautos attraktiver. Stellantis betont allerdings, dass die neue Plattform auch ohne diese Vorteile wirtschaftlich funktionieren soll.

Stellantis will Werke mit günstigen Elektroautos besser auslasten

Das ist Teil einer umfassenden Strategie. Denn Stellantis steht unter Druck. Die europäischen Werke waren 2025 nur zu rund 60 Prozent ausgelastet. Statt Fabriken zu schließen, will Filosa die vorhandenen Kapazitäten besser nutzen. Auch durch zusätzliche Modelle und die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern. Die Partnerschaft mit Leapmotor soll deshalb über den bisherigen Vertrieb chinesischer Autos hinausgehen und künftig auch Entwicklung und Produktion umfassen.

Die besten kleinen E-Autos

Mini Cooper SE MINI
4.
Mini
2,3
gut
Fiat Grande Panda
5.
Fiat
Grande Panda Elektro
2,7
befriedigend
BYD Dolphin Surf
6.
BYD
Dolphin Surf Comfort 43,2 kWh
2,8
befriedigend
2,9
befriedigend
Spring DACIA
8.
Dacia
Spring Electric 65
3,1
befriedigend
Leapmotor T03
9.
Leapmotor
T03
3,3
befriedigend
Gleichzeitig sollen die zahlreichen Konzernmarken wieder ein eigenständiges Profil bekommen. Peugeot, Citroën, Opel und Fiat sollen sich optisch stärker unterscheiden. Technisch setzt Filosa dagegen auf möglichst viele Gemeinsamkeiten. Plattformen, Antriebe und Komponenten sollen markenübergreifend genutzt werden, um Entwicklung und Produktion günstiger zu machen.
Statt Werksschließungen setzt Stellantis auf zusätzliche Modelle und eine bessere Auslastung seiner europäischen Werke.
Bild: Stellantis
Auch beim Vertrieb gibt es einen Kurswechsel. Eine flächendeckende Umstellung auf das Agenturmodell ist nicht mehr geplant. Stellantis will stattdessen die Zusammenarbeit mit seinen Händlern stärken. Gleichzeitig sollen Fahrzeugqualität und Kundenservice verbessert werden.

Stellantis-Chef Filosa fordert mehr Flexibilität von der EU

Rückendeckung fordert Filosa von der Politik. Nach Gesprächen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigt er sich optimistisch, dass die EU ihre Automobilpolitik anpassen wird. Er verlangt mehr Flexibilität bei den CO₂-Vorgaben und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Herstellern. Wer in Europa Autos verkauft, soll nach seiner Vorstellung auch in europäische Entwicklung, Produktion und Arbeitsplätze investieren.
Filosas Strategie ist damit klar: Stellantis will mit bezahlbaren Autos neue Kunden gewinnen, seine Werke besser auslasten und die Marken wieder stärken. Entscheidend wird sein, ob der Konzern damit auch wirtschaftlich wieder in die Erfolgsspur kommt.