Mit einem Radstand von mindestens 3,10 Metern ist die neue S-Klasse nicht gerade kompakt. Luxuriöses Ambiente und gute Platzverhältnisse für die Insassen fordern eben ihren Platz. Trotzdem soll das Handling des W223 im Vergleich zum Vorgänger deutlich agiler sein. Möglich macht das unter anderem seine neue Hinterachslenkung. Das System spart der S-Klasse bis zu zwei Meter Wendekreis ein und erlaubt es dem großen Flaggschiff, auch in beengten Parkhäusern sicher durch die Gassen zu zirkeln. Die Lenkung stammt von Zulieferer ZF und ist die zweite Generation von aktiven Hinterachslenksystemen aus Friedrichshafen.

Auch für E-Autos geeignet

Neue Hinterachslenkung von ZF macht die Mercedes S-Klasse agiler
Vor allem in engen Umgebungen macht sich die Hinterachslenkung bei der S-Klasse bemerkbar.
Dank "Steer-by-Wire" Technologie eignet sich die neue Lenkung laut ZF besonders für Elektro-Autos. Durch die im Fahrzeugboden verbauten Akkus besitzen sie einen meist längeren Radstand als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor. Hier kann die Hinterachslenkung helfen, das Fahrzeug im Verkehr kleiner wirken zu lassen. Die Lenkaktuatoren besitzen zur Vorgängergeneration eine höhere Stellkraft und arbeiten jetzt mit bis zu 11kN (Vorgänger 8 kN). Das soll den Einsatz nun auch für schwerer Pkw bis 3,5 Tonnen erlauben.

Lenkung schlägt weiter ein

Größter Clou der neuen Lenkung ist allerdings der vergrößerte Einschlagwinkel. Dieser wurde von 4,5 Grad auf ganze 10 Grad erhöht, vergleichen mit der ersten Generation von ZF. In der S-Klasse profitieren Kunden mit dem neuen System daher von noch mehr Manövrierbarkeit in engen Umgebungen. Aber nicht nur in großen Limousinen macht die neue Hinterachslenkung Sinn, auch in Sportwagen soll neue Generation zum Einsatz kommen. Dort gibt das System vor allem bei Spurwechseln mit hoher Geschwindigkeit zusätzliche Stabilität. Ab Dezember 2020 wird das System mit der neuen Mercedes S-Klasse in Serie gehen. Wann ein Sportwagen mit der Lenkung ausgestattet wird, ist noch nicht bekannt.