Seit Toyota vor 28 Jahren die erste Prius-Generation auf den Markt brachte, hat der Hybridantrieb sich beständig gewandelt und verbessert. Aus einem reinen Hilfsantrieb, der dem Verbrenner einen Teil der schweren Arbeit speziell beim Anfahren abnimmt, wurde mit dem Plug-in-Hybrid ein Teilzeit-Elektroauto, das auf der Langstrecke den Verbrenner zuschalten kann. Nun stellt der koreanische Autokonzern Hyundai eine weitere Generation von Hybridantrieben vor, die Komfort und Effizienz der Doppelmotorisierung auf eine neue Stufe heben soll.
Nebenbei verdeutlicht das prosaisch genannte "Next Generation Hybrid System" die nackte Tatsache, dass der Hybridantrieb immer noch nicht ausgedient hat auf dem langen Weg vom Verbrenner zum Elektroauto. Über genaue Verbrauchsangaben schweigt sich Hyundai zwar noch aus und betont den Komfortgewinn – doch es ist auch von höherer Effizienz die Rede. Und dazu sind statt nur einem nun insgesamt drei E-Motoren am Werk.

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Zwei E-Motoren für unterschiedliche Anforderungen

Der integrierte Hybridantrieb besteht aus einem Getriebe, das zwei Elektromotoren enthält. Bandleader ist der E-Motor "P1", der als Startergenerator dient – damit ist er sowohl Anlasser als auch Lichtmaschine. Außerdem unterstützt er den Benziner mit Drehmoment, indem er – wie bei jedem Hybridantrieb – während der besonders energiefressenden Phase des Anfahrens mithilft.
Hyundai Palisade Calligraphy/VIP
Berichten zufolge soll der neue Hybridantrieb in Kürze im SUV Hyundai Palisade erhältlich sein – allerdings vorläufig nur in den USA. Verstärken soll das System einen neuen, 2,5 Liter großen Turbobenziner. Die Systemleistung beträgt bis zu 334 PS.
Bild: Hyundai Motor Company
Sein Kollege "P2" ist für die Rekuperation zuständig, also die Bremsenergie-Rückgewinnung beim antriebslosen Ausrollen. Überdies packt er bei höherem Kraftbedarf ebenfalls am Antrieb mit an. Die Anlage ist also zweistufig. Vergleichbar mit einem Biturbo, bei dem je nach Anforderung mal nur einer, mal beide Lader den Motor verstärken.

Ein dritter Elektromotor kann für Allradantrieb sorgen

Beim E-Lader von Hyundai ist das Tüpfelchen auf dem i schließlich der dritte Elektromotor. Der Hersteller nennt ihn – warum auch immer – "P4". Er kann räumlich getrennt vom Getriebe an der zweiten, antriebslosen Achse integriert werden. Ist P4 Teil der Combo, macht er das jeweilige Modell zum temporären Allradauto.

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Das Zusammenspiel der Komponenten soll außerdem weichere Schaltvorgänge und eine bessere Laufkultur ermöglichen. Kraftstoff wird zusätzlich gespart durch das intelligente, regenerative Bremssystem (Smart Regenerative Braking). Hinzu kommen diverse Funktionen zur Verbesserung der Fahrstabilität.

Schukosteckdose für externe Geräte oder Fahrzeuge

Mit der neuen Generation des Hybridantriebs hält auch ein Komfort-Feature Einzug, das bisher vor allem Elektroautos aus dem Hyundai-Konzern wie der Ioniq 5 oder der Genesis Electrified GV70 anboten: eine 230-Volt-Steckdose im Fahrzeug, über die sich separate Geräte mit bis zu 3,6 kW laden oder betreiben lassen.
Genesis Electrified GV70
So wie hier im Genesis Electrified GV70 soll zukünftig in Hybridmodellen mit dem neuen Antrieb die Möglichkeit bestehen, über eine 230-Volt-Steckdose Strom aus dem internen Akku für externe Geräte abzuzweigen.
Bild: Hyundai
Damit sind die zukünftigen Hyundai-Modelle die ersten Hybridfahrzeuge, die Vehicle-to-Load (V2L) bieten – wenn auch für deutlich geringere Energiemengen bzw. Zeiträume als vollelektrische Autos, deren Akkus deutlich mehr Kapazität besitzen. Die Markteinführung soll zunächst außerhalb von Deutschland stattfinden: Erstmalig soll in Kürze das SUV Hyundai Palisade die Technik optional an Bord haben.