Neuer Mini John Cooper Works im Test
Unverändert schnell, aber mit spürbaren Kompromissen

Bild: Mini
- Stefan Grundhoff
Er ist zwar nicht mehr der stärkste, noch immer aber der schnellste Mini ab Werk. Denn auch wenn der neue Mini John Cooper Works unverändert 231 PS mobilisiert (statt der 258 des Electric-Pendants), so bleibt der Verbrenner die vorerst einzige Option, kurz gebürstet und grell geschminkt mit 250 Sachen durchs Land zu preschen. Zumindest in seiner Festdach-Version. Das Cabrio hält 5 km/h früher inne, bietet davon abgesehen aber den fast noch größeren Aufschlag.
Apropos: In Sachen Klang kann sich der Kraftwürfel nach wie vor anständig behaupten. Nur die Mündung seiner Abgasstränge präsentiert sich neuerdings etwas ungewöhnlich: mit nur einem mittigen Endtopf. Das soll an die Rallyeerfolge der alten Mini erinnern.

Der Zentral-Bildschirm ist gestochen scharf, allerdings auch ziemlich überfrachtet. Ein Tacho hinter dem Lenkrad hätte dem Informationsauftrag gutgetan.
Bild: Mini
So weit, so gut. Nur sah unserer Meinung nach der Doppelendtopf der vergangenen Version moderner und kraftvoller aus.
Hochwertige Sportsitze fehlen
Noch schlimmer: Es fehlen wie schon bei Cooper C und Cooper S hochwertige Sportsitze. Die neuen Stühle, mit Kunstleder und Textilelementen bezogen, wirken bei Weitem nicht so wertig wie einst, bieten dafür aber zumindest guten Seitenhalt und anständigen Langstreckenkomfort, auch für groß gewachsene Insassen.
Auf Wunsch gibt es sogar eine elektrische Sitzverstellung nebst Massage, die einen fast schon über manch preiswerte Kunststoffoberfläche oder das wenig zeitgemäße Head-up-Display mit ausfahrbarer Plastikscheibe hinwegtröstet.

Wer will, bekommt den 231-PS-Spaßmacher auch als Cabrio – macht 4000 Euro Erlebnis-Zulage.
Bild: Mini
Alternativ kann man das Trösten auch dem Fahreindruck überlassen, der trotz gestiegenen Komforts noch immer reichlich Schmiss bereithält. Das Getriebe zeigt sich prächtig auf den bissigen Vierzylinder abgestimmt, der seine Gangwechsel mit leichten Zischgeräuschen und Auspuffploppen untermalt.
Ungemein präzise Lenkung
Die Lenkung ist ungemein präzise, an die spürbaren Antriebskräfte gewöhnt man sich schneller als gedacht. Der JCW will heiß gefahren werden und fühlt sich im Kurvenverlauf fast so kompakt an, wie er aussieht.
Der Grip seiner 215 Millimeter breiten 18-Zöller ist bei sommerlichen Temperaturen über jeden Zweifel erhaben. Darf man dennoch von einer 300 PS starken GP-Variante wie einst träumen? Ganz sicher!
Mini John Cooper Woks: technische Daten
- Motor R4, Turbo
- Leistung 170 kW (231 PS) ab 5000/min
- Max. Drehmoment 380 Nm bei 1500-4000/min
- Antrieb Vorderrad, Siebengang-DKG
- L/B/H 3876/1744/1452 mm
- Leergewicht 1340 kg (DIN)
- 0–100 km/h 6,4 s
- Spitze 250 km/h
- Verbrauch 6,5 l Super
- Preis ab 40.650 Euro
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