Nissan-Chef schließt Verkauf nicht aus
Tschüss, Nissan? Das sagt der Chef zum möglichen Verkauf!

Nissan steckt mitten im größten Umbau seiner Geschichte – und der neue CEO sorgt mit ungewöhnlich offenen Worten für Aufsehen!
Bild: Nissan
Beim japanischen Autobauer Nissan läuft derzeit einer der größten Umbauprozesse der Unternehmensgeschichte. Milliardenverluste, ein massives Sparprogramm und eine veraltete Modellpalette setzen den Hersteller unter Druck. Nun hat der neue CEO Ivan Espinosa mit einer ungewöhnlich offenen Aussage für Aufmerksamkeit gesorgt.
Im Gespräch mit der "Financial Times" räumte der Konzernchef ein, dass Nissan in einer schwierigen Situation steckt. Für Unternehmen dieser Größe werde es zunehmend schwer, in einem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld relevant zu bleiben. Deshalb müsse man offen und flexibel bleiben. Auf die direkte Frage, ob Nissan eines Tages verkauft werden könnte, antwortete Espinosa überraschend deutlich: "In dieser verrückten Welt kann alles passieren."
Nissan rechnet mit Verlust
Diese Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Hersteller ohnehin mitten in einem radikalen Sanierungsprogramm steckt. Nissan rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von rund 4,2 Milliarden Dollar. Bereits im Jahr zuvor hatte der Konzern ein Minus von etwa 4,5 Milliarden Dollar verbucht. Um die Kosten zu senken und das Unternehmen wieder profitabel zu machen, sollen weltweit mehrere Werke geschlossen und die Belegschaft deutlich verkleinert werden. Insgesamt ist von rund 20.000 Stellen die Rede, die im Zuge des Umbaus wegfallen könnten.

Nissan steckt mitten im größten Umbau seiner Geschichte.
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Ein möglicher Ausweg hätte eine engere Kooperation mit Honda sein können. Entsprechende Gespräche wurden jedoch vor etwa einem Jahr beendet. Hintergrund war laut Berichten ein Vorschlag von Honda, im Falle einer engeren Zusammenarbeit die Führung des gemeinsamen Unternehmens zu übernehmen. Nissan wertete das offenbar als Versuch einer Übernahme und zog sich aus den Gesprächen zurück.
Auch die Allianz mit Renault hat sich zuletzt verändert. Der französische Partner hat seine Beteiligung an Nissan schrittweise reduziert. Zwar besteht die Kooperation weiterhin, doch die strategische Nähe ist deutlich geringer als noch vor einigen Jahren.
Modelloffensive bei Nissan
Trotzdem betont Nissan, man wolle weiterhin aus eigener Kraft wieder stärker werden. Ein zentraler Teil des Plans sei eine deutlich schnellere Entwicklung neuer Modelle. Komplett neue Fahrzeuge sollen künftig in etwa 37 Monaten entstehen, Modellpflegen sogar in nur rund zweieinhalb Jahren.
Parallel arbeitet der Hersteller an einer ganzen Reihe neuer Fahrzeuge. Baureihen wie Micra, Leaf oder Navara sollen in neuen Generationen erscheinen und wieder mehr Käufer in die Autohäuser locken. Außerdem wird über eine Rückkehr bekannter Namen wie Xterra oder eine neue Skyline-Limousine diskutiert.
Ob Nissan langfristig allein bleibt oder sich doch einem größeren Partner anschließt, ist derzeit völlig offen. Sicher ist nur: Der traditionsreiche Hersteller steht vor einer der schwierigsten Phasen seiner Geschichte und muss schnell wieder in die Spur kommen.
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