Nissan Titan im Test

Nissan Titan (2019): Test, V8-Pick-up, Motoren, Preis

Titan: US-Trip mit Nissans V8-Pick-up

395 PS und 534 Nm aus einem bärigen V8: Der Nissan Titan macht in den USA Jagd auf die Platzhirsche Ford F-150, Chevrolet Silverado und Ram 1500.
Groß, stark, laut, geländegängig – Pick-ups sind in den USA nach wie vor die Verkaufsschlager. Doch es gibt nicht nur die US-Modelle von Ford, Chevrolet und Ram, auch japanische Hersteller bauen mächtige Pick-ups. Wie zum Beispiel Nissan, dessen Flaggschiff auf den martialischen Namen Titan (gesprochen "Taitän") hört. Wir sind mit dem 2,6 Tonnen schweren und 5,79 Meter langen Ungetüm 2000 Kilometer durch die USA gecruist.

Fahren: Das ganz große "King of the road"-Gefühl

Ein Titan der Straße: Im Nissan-Pick-up wird man zum König der Highways.

Hinterm Steuer des Titan fühlt man sich wie der viel zitierte "King of the road". Im Handbuch des Titan wird der äußerst bequeme Fahrersitz passenderweise "Captain's Chair" genannt. Das 395 PS starke V8-Aggregat ist im Stand nur leise brummend im Fahrgastraum zu hören, da ist der Japaner deutlich zurückhaltender als seine US-Kollegen. Das ändert sich beim ersten Gasstoß: Sofort macht sich der Motor sonor grummelnd bemerkbar – so soll's sein! Wer hinter dem Auto steht, kann sogar das typische Blubbern eines Muscle Cars ausmachen. Was Fahrwerk, Lenkung und Traktion angeht, ist der Nissan seinen US-Kollegen, die häufig etwas ruppiger und unpräziser wirken, überlegen.
Bei unseren Offroad-Ausritten auf Sandpisten und Waldwegen unterstützt der zuschaltbare Allradantrieb zuverlässig, Schlaglöcher und kleinere Hindernisse meistert der Titan ohne Probleme. Negativ: Die Geschwindigkeitsregelanlage hält das gewählte Tempo bei Bergauf- und Bergabfahrten nicht präzise. Das machen viele Hersteller deutlich besser. Die Siebengang-Automatik schaltet souverän und beherrscht den Spagat zwischen zügiger und ökonomischer Fahrweise. Nissan gibt den Durchschnittsverbrauch mit 13 Litern an – das ist realistisch, wie unser Testverbrauch von 12,9 Litern beweist. Ein Start-Stopp-System ist leider nicht an Bord, das hätte sonst den Durst des Titan noch ein wenig gezügelt.

Ausstattung: Hier bleiben wenig Wünsche offen

Für ein Arbeitstier ist der Titan gut ausgestattet, Materialien und Verarbeitung sind auf hohem Niveau.

Fürs Wohlfühlklima sind die teilbelederten Vordersitze beheiz- und belüftbar, die Passagiere in Reihe zwei kommen immerhin noch in den Genuss einer Sitzheizung. Das Lenkrad ist ebenfalls beheizbar. Fürs klangliche Wohl sorgt ein lautstarkes Fender-Soundsystem mit zwölf Boxen sowie das in den USA fast standardmäßige Satellitenradio "SiriusXM". Entertainment- und Infotainment-Systeme werden über einen großen 12-Zoll-Monitor mit Touch-Funktion bedient, eine Rückfahrkamera und eine 360-Grad-Ansicht sorgen bei Park- und Rangiermanövern für den nötigen Rundumblick. Nettes Detail: Um dezent Frischluft ins Innere strömen zu lassen, lässt sich die senkrechte Heckscheibe zu einem Drittel elektrisch öffnen. Insgesamt kommt der Innenraum sehr wertig rüber. Wenig Hartplastik, zumeist weiche, haptisch angenehme Materialien. Auch hier haben die Japaner die Nase vorn im Vergleich zu ihren US-Konkurrenten.
Technisch ist der Titan gut ausgestattet (sowohl in Sachen Sicherheit als auch Unterhaltung), leider fehlen automatische Spur- und Abstandshalte-Systeme. Praktisch: Auf der 1,70 Meter langen Pritsche sind rechts und links zwei abschließbare Staufächer verbaut, wo sich beispielsweise Werkzeug verstauen lässt. Zwei LED-Strahler an der hinteren Kabinen-Außenwand sorgen bei Dunkelheit auf der Ladefläche für den nötigen Durchblick. Bei 2,6 Tonnen Leergewicht steht der Nissan-Truck auf fetten 20-Zöllern.

Connectivity: Mit moderner Ausrüstung zur Baustelle

In Sachen Connectivity passt es im Nissan Titan.

Wie es sich für einen modernen Pick-up gehört, sind Sprachsteuerung für Navi und Radio, Bluetooth-Anbindung, zwei USB-Anschlüsse vorn und zwei hinten sowie die "NissanConnect"-Services an Bord. Dazu gibt's Apple CarPlay und Android Auto. Was so gar nicht ins Bild passt, ist die feststehende, rund einen Meter lange Antenne vorn rechts auf der Motorhaube – das ist, sorry Nissan, nicht mehr up to date!

Preise und Motor: Nissan bietet nur einen V8

Der Nissan Titan startet in den USA bei 30.590 Dollar (umgerechnet rund 26.950 Euro) als Single Cab S, den King Cab S gibt es ab 33.640 Dollar (rund 29.630 Euro). Die Speerspitze bildet der Crew Cab Platinum Reserve, der bei 54.200 Dollar (rund 47.740 Euro) startet. Unser Testwagen kostet aufgrund einiger optionaler Sonderausstattungen 59.820 Dollar (rund 52.300 Euro). Den Titan gibt es ausschließlich – egal in welcher Ausstattungsvariante – mit dem 5,6 Liter großen V8 und 395 PS.

Technische Daten Nissan Titan "Platinum Reserve 4x4" • Motor: V8 • Hubraum: 5,8 l • Leistung: 395 PS • max. Drehmoment: 534 Nm • Antrieb: Siebengang-Automatik, zuschaltbarer Allradantrieb • Länge/Breite/Höhe: 5,79/2,05/1,92 m • Radstand 3,55 m • Leergewicht: 2,6 t • Zuladung: 712 kg • Anhängelast: 4255 kg • Tankvolumen: 98 l • Testverbrauch: 12,9 l/100 km • Testwagenpreis: 59.820 Dollar.

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SUV Pick-up

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