Kompakt-SUVs im Test

Nissan X-Trail, Skoda Kodiaq: SUVs im Test

Mit neuem Motor gegen den Kodiaq

Hat der nicht mehr ganz frische Nissan X-Trail mit neuem Motor eine Chance gegen den Skoda Kodiaq? Ein Vergleich der beiden Frontantriebs-SUVs.
Platz 1 mit 543 von 750 Punkten: Skoda Kodiaq 1.5 TSI ACT. Perfekte AllroundqualitÀten, riesiges Platzangebot, faire Kosten. Im Feld der Kompakt-SUVs ist der Skoda derzeit kaum zu schlagen.
Platz 2 mt 492 von 750 Punkten: Nissan X-Trail 1.3 DIG-T.  Seine fĂŒnf Jahre merkt man dem Nissan an. Daran Ă€ndert auch der neue Motor nichts.
In Zeiten, als richtige GelĂ€ndewagen noch mindestens mit einem Dreiliter-Diesel unter der Haube durch die Lande wummerten, waren 1,3 Liter noch das Normmaß in der Kleinwagen-Liga. Heute pflanzt Nissan so ein Motörchen in den X-Trail und fordert damit ganz selbstbewusst den Skoda Kodiaq heraus. Okay, mit richtigen Offroadern haben die beiden Fronttriebler-SUVs so viel zu tun wie die Kasseler Berge mit den Rocky Mountains, zudem hat der 1,33-Liter schon in diversen Renault-Modellen sowie in der neuen Mercedes A-Klasse sein Talent unter Beweis gestellt.

Der kleine Turbomotor tut dem Nissan gut

Aufgewertet: Mit dem neuen 1,3-Liter-Turbo wirkt der etwas in Jahre gekommene X-Trail wieder frischer.

Im bereits 2014 erschienenen Nissan X-Trail wirkt der Turbo-Vierzylinder allerdings wie eine Frischzellenkur. In Kombination mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe blĂ€st er erfolgreich frischen Wind in die etwas angegraute HĂŒtte. Kein Wunder, spĂ€testens bei den 160 PS sind dann auch endgĂŒltig alle Gemeinsamkeiten mit Kleinwagen der 1980er-Jahre beendet. Etwas konservativer geht der Skoda ans Werk. Unter seiner Haube arbeitet der 1,5-Liter-TSI, der mit einer Leistung von 150 PS immer ein paar Zehntel zurĂŒckbleibt. Auch beim Anfahren braucht der Tscheche ein paar Gedenksekunden mehr. Bis das Start-Stopp-System an einer Kreuzung den Motor wieder gestartet hat und das Getriebe auf Vortrieb eingestellt ist, ist die vermeintliche LĂŒcke oft schon wieder zu, gefĂ€hrliche Manöver sind programmiert. Ein typisches DSG-Problem.

Mit dem Skoda ist man sparsamer unterwegs

Verbrauchsvorteil: Auf 100 Kilometer konsumiert der Kodiaq im Testdurchschnitt 7,7 l/100 km.

Etwas besser, aber lange nicht gut funktioniert hier der Nissan, dessen Getriebe dafĂŒr im Fahrbetrieb deutlich vernehmlicher und mit spĂŒrbaren Schaltpausen zur Sache geht. Kein Vergleich zum Skoda, dessen Gangwechsel fast nur am Drehzahlmesser zu bemerken sind. Auch von der Zylinderabschaltung ist im Fahrbetrieb fast nichts zu spĂŒren. Immerhin merkt man es an der ZapfsĂ€ule, wo er mit 7,7 Litern den durchaus anstĂ€ndigen X-Trail noch mal um 0,2 Liter unterbietet. Unter Last wird der Unterschied noch grĂ¶ĂŸer, und die Grenzen des auf die Spitze getriebenen Downsizings werden spĂŒr- und hörbar. Auch beim AnhĂ€ngerbetrieb dĂŒrften sich X-Trail- und Kodiaq-Fahrer heimlich die kraftvollen SelbstzĂŒnder von frĂŒher zurĂŒckwĂŒnschen. WĂ€hrend der erste X-Trail noch, je nach Maschine, bis zu 3,5 Tonnen ziehen durfte und damit fĂŒr mittelgroße Segeljachten gut war, reichen die 1,5 Tonnen heute gerade noch fĂŒr eine bessere Ein-Mann-Jolle. Ohnehin erstickt die bereits im Solobetrieb schon hilflos agierende Nissan-Vorderachse grĂ¶ĂŸere SpeditionsallĂŒren im Keim. Egal ob in engen Kurven, bei nasser Fahrbahn oder einfach nur bei forcierter Gangart: StĂ€ndig verliert sie die Kontrolle, lĂ€sst die RĂ€der pubertĂ€r quietschen und den Fahrer mit der diffusen Lenkung, die weitgehend auf RĂŒckstellkrĂ€fte verzichtet, allein.

Beim Fahrwerk liegt der Kodiaq deutlich vorne

Mit 1,8 Tonnen AnhĂ€ngelast geht beim Skoda zwar mehr, AlpenĂŒberquerungen mit dem Wohnwagen wollen aber genau ĂŒberdacht werden. Immerhin ist sein Fahrverhalten wie von einem anderen Stern. Mit einer Lenkung, die immer berechenbar und linear funktioniert, und einem Fahrwerk, das keine Gemeinheiten bereithĂ€lt. Im Gegenteil. Schon bei mittlerem Tempo regelt das ESP das Auto in Kurven derart vehement ein, dass ein Walter Röhrl wohl frustriert die Flucht ergreifen wĂŒrde. Der Nissan wĂ€re fĂŒr ihn allerdings auch keine Alternative, denn auch hier verhindert die rigide Regelelektronik jeden Anflug von Übermut im Ansatz. Allerdings wird hier erst eingegriffen, wenn der Schwung bereits das Heck ergriffen hat, was die Sache subjektiv etwas kippelig macht. Am Ende lĂ€sst aber auch der X-Trail nichts anbrennen.
Das Fazit von Malte BĂŒttner: "Nicht böse sein, liebe Nissan-Fans, in diesem Vergleich kann es nur einen Sieger geben. Der X-Trail ist kein schlechtes Auto, hat kaum echte SchwĂ€chen. Der jĂŒngere Kodiaq ist nur immer etwas besser." Weitere Details zum SUV-Vergleich gibt es in der Bildergalerie.

Kompakt-SUVs im Test

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