Novidem GTS 430/Cartech M3
Schwarz auf Weiß

Der eine aus Japan, der andere aus Deutschland, doch beide sind von den Eidgenossen in der Schweiz veredelt: Novdem liftet den Nissan 350Z per Kompressor auf 430 PS und fordert so den 10 PS stärkeren Cartech M3 heraus.
Motorsport Arena Oschersleben: Treffpunkt für zwei junge Dynamiker, die zeigen wollen, was sie draufhaben. Doch dieses Duell hat viele Gesichter. Hier will der eine Schweizer dem anderen seine Wertarbeit demonstrieren. Noch exakter auf den Punkt gebracht: Ein Nissan 350Z fordert den BMW M3 heraus. Solche Anmaßung erzeugt beim Autor dieser Zeilen zunächst ein leichtes Grinsen. Denn normalerweise kämpft der Hochdrehzahl-Bayer gegen Porsche und Co. und erwartet allenfalls ungeduldig den neuen Nissan GT-R. Aber was ist schon normal, wenn wir es mit zwei Autos aus eidgenössischen Tuninghänden zu tun haben. Die Eckdaten der veredelten Coupés sind schon mal nicht von schlechten Eltern. Cartech bestückt die Kabelstränge des M3 mit neuer Elektronik und tauscht die Serien- gegen eine Sportauspuffanlage aus dem Hause Eisenmann. Das ergibt zusammen 440 statt 420 PS. Für die dafür fälligen 3875 Euro (inklusive Auspuffanlage) bekommt man zudem eine Vmax-Aufhebung.
Der Kompressor des Novidem macht auf Knopfdruck Druck

Bild: Bernd Hanselmann
In Sachen Optik fallen beide Kontrahenten dezent aus

Bild: Bernd Hanselmann
Der M3 von Cartech sieht vom Novidem-Nissan ebenfalls nur die Rückleuchten. Trotz klebriger Michelin-Semislicks reißt er die 100er-Marke erst nach 5,2 Sekunden. 12,3 Sekunden später springt die Tachonadel auf 200. Damit ist der Schweizer M3 trotz 20 PS Mehrleistung sogar einen Tick langsamer als unser Dauertest-M3 (0-100: 5,2 s; 0-200: 17,2 s), wiegt aber auch knapp 100 Kilo mehr. Auch bei den Elastizitätsmessungen von 60 auf 100 und von 80 auf 120 km/h bleibt der 350Z klar vorn. Bevor nun aber Jubelstürme im Nissan-Lager losbrechen, sei noch Folgendes gesagt: Der GTS 430 wiegt 168 Kilo weniger als der M3 und ist schon ab Werk mit einer etwas kürzeren Übersetzung der Sechsgang-Schaltbox ausgerüstet. Und in Sachen Vmax? Theoretisch sind 300 km/h möglich. Novidem-Chef Manrico Masetta belässt jedoch wegen der Semislick-Bereifung die serienmäßige Vmax-Sperre bei 250 km/h. Der BMW rennt dagegen 297 Spitze. Kurz vor Oschersleben geht es noch auf die Verbrauchsrunde. denn in Zeiten von Finanz- und Ölkrise schauen auch Sportwagenfahrer immer öfter auf die Tankuhr. Die ausgewogene Testtour durch die Stadt, über Land und Autobahn brachte dabei zwei Überraschungen ans Tageslicht. Zum einen genehmigte sich der Cartech M3 nur 12,8 Liter Super Plus und damit 0,6 Liter weniger als der serienmäßige AUTO BILD SPORTSCARS-Dauertest-M3. Etwas weniger genügsam gibt sich der Nissan. Mit 13,9 Litern schluckt er 1,6 Liter mehr als ein Serien-350 Z.
Im Novidem GTS 430 geht es wie auf Schienen um den Rundkurs

Bild: Bernd Hanselmann
Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat das zusammen mit KW auf der Nürburgring-Nordschleife entwickelte Fahrwerk. Auch die Sportbremsanlage lässt Freude aufkommen. Hier wird gezeigt, wie viel es ausmacht, nur die Scheiben und die Beläge zu ändern. Und schließlich gehört zum Schnellfahren natürlich noch eine gute Sitzposition. Statt Thron-Gefühle wie beim Serienauto vermitteln die montierten Recaros perfekten Seitenhalt. Der Überrollbügel ist keine Show, er sorgt für eine erhöhte Steifigkeit der Karosserie.
Mit leutem Gebrüll fegt der Cartech M3 über die Strecke

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