14 Automarken, ein Technik-Baukasten: Sich als Traditionshersteller im riesigen Stellantis-Konzern abzugrenzen, ist die Kernaufgabe schlechthin. Doch wie bleibt ein Opel unverkennbar ein Opel? Für den Franzosen Gilles Vidal (53), den europäischen Design-Chef von Stellantis, ist die Marschroute klar: "Design ist heute Kaufgrund Nummer eins. Wir müssen Autos entwerfen, die das Zeug zu echten Ikonen haben."

TOP-ANGEBOT

Kennzeichnung für einen externen LinkOpel Astra
-15%

Opel Astra

statt 44.230 EUR

37.381 EUR

Carwow Logo
Die Rüsselsheimer Antwort darauf lautet "Bold and Pure" – mutig und klar. Unter dem britischen Opel-Designchef Mark Adams (64) hat die Traditionsmarke ihr Gesicht in den letzten Jahren radikal erneuert. Der sogenannte Opel Vizor, das geschlossene und markante Front-Visier, ziert längst den Mokka, das SUV Grandland und den frisch überarbeiteten Astra.
Opels neue Design-DNA: Der Vizor prägt längst Mokka, Astra und Grandland.
Bild: Stellantis
Die Botschaft ist eindeutig: Unter dem Blech mag kosteneffiziente, markenübergreifende Plattform-Technik stecken. Doch das Design setzt auf deutsche Attribute – zu denen bieder nicht gehört.

Das Ende der Stufenheck-Limousine

Die Architektur von Elektroautos bietet den Designern neue Freiheiten. Doch nur wenige sehen tatsächlich revolutionär anders aus. Adams verweist auf harte Gesetze der Physik, aber auch auf Bürokratie: Strenge Crash-Normen und der Fußgängerschutz zwingen die Designer zu einem mehr oder weniger klassischen vorderen Überhang. Und das selbst, wenn der einst formgebende Otto- oder Dieselmotor fernbleibt.
Die Zukunft der Opel-Modelle wird windschnittiger und effizienter.
Bild: Stellantis
Dennoch stirbt eine gänzlich klassische Silhouette einen langsamen Tod: die Stufenheck-Limousine. Das typische Drei-Box-Design aus Motor, Kabine und Kofferraum ist für Vidal zwar das "ultimative kulturelle Erbe" des Automobils, doch heutzutage schlichtweg ein Reichweiten-Killer. Im Kampf um Effizienz diktiert der Windkanal die Form. "Wenn man das klobige Heck nicht braucht, ist das viel besser für den Verbrauch", erklärt der Franzose. Die nahe Zukunft auf unseren Straßen gehört windschlüpfigen Fastbacks.

Mehr Farbe und logische Menüs fürs Interieur

Die spürbarste Revolution wartet ohnehin im Innenraum. Vorbei sein sollen die Zeiten von tristem Hartplastik in Schwarz und Grau. "Die Welt öffnet sich wieder für mehr Freude. Die Leute verlangen nach Farbe", verspricht Vidal für kommende Modelle. Und auch die Technik wird gnadenlos auf den Fahrer zugeschnitten.
"Pure Experience": Opel digitalisiert das Cockpit – logisch, aufgeräumt, fahrerfokussiert.
Bild: Stellantis
Bei Opel nennt man das "Pure Experience". Das Ziel: Die digitalen Menüs müssen so intuitiv und logisch sein, dass man sie selbst bei deutschem Autobahn-Tempo noch sicher und blind bedienen kann. Einheitsbrei sieht definitiv anders aus.