Opel Frontera: Kaufberatung
Gesucht: der beste Opel Frontera

Die Neuwagenpreise sind abgehoben – der neue Opel Frontera will sie drücken. Kann das SUV zu Preisen ab 24.190 Euro überzeugen? Die Antwort gibt die große AUTO BILD-Kaufberatung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Ob Käfer, Kadett oder Baby-Benz: Nicht wenige deutsche Auto-Legenden entstanden als verhältnismäßig preiswerte Mobilmacher fürs Volk. Problem: Günstig, war einmal. Bis auf die Kollegen von Dacia baut kaum noch einer Autos, die einem zumindest in der Anschaffung kaum auf der Tasche liegen. Bis jetzt, denn mit dem neuen Frontera will Opel das ändern.
Natürlich zaubern die Rüsselsheimer den günstigen Einstiegspreis nicht einfach aus dem Hut. Die Kunst liegt vielmehr darin, dort zu sparen, wo es am wenigsten wehtut.
Als Konsequenz haben sie die Ausstattungsvielfalt überschaubar gehalten, zu den insgesamt vier verfügbaren Motorisierungen – sowohl Hybride als auch reine E-Versionen sind zu haben – gesellen sich lediglich zwei Ausstattungslinien und sechs Außenfarben.

Übersichtliche Optionen: Opel bietet den Frontera als Edition oder als GS an – das war's. Neben vier Felgen stehen sechs Farben bereit.
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Ungewöhnlich bis charmant kann man finden, dass der Frontera für den Motorstart stets noch einen richtigen Schlüssel verlangt, unabhängig von der gewählten Ausstattungslinie. Feinheiten wie Sprachsteuerung oder Matrix-Licht? Schnickschnack!
Der Frontera fährt sich handlich, wird auf der Autobahn nicht zu laut. Hier merkt man ihm das Preisschild kaum an.
Stattdessen gibt es an Bord des Günstig-Opel viel Platz. Der Clou: Wie sein Technikzwilling Citroën C3 Aircross ist auch er in der Verbrenner-Version optional als Siebensitzer zu haben. Das Raumangebot in Reihe drei fällt zwar mächtig schmächtig aus, und man sitzt annähernd auf dem Boden. Wer nur sporadisch auf die Sitzmöglichkeit angewiesen ist, dürfte sich aber freuen, dass es sie gibt. Für Kinder und kleine Erwachsene bis ca. 1,70 Meter reicht das Platzangebot auf Kurzstrecken aus.

Im Siebensitzer ist die Rücksitzbank weiter vorne platziert, was etwas Raum vor den Knien kostet. Der Fünfsitzer ist bequemer.
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Gut zu wissen: Ist die dritte Sitzreihe an Bord, rutscht die zweite Sitzreihe einige Zentimeter weiter nach vorn, das Platzangebot nimmt an dieser Stelle also leicht ab. Weil die Kniefreiheit so oder so recht üppig bemessen ist, stört das allerdings kaum. Schon eher fällt auf, dass der Fahrzeugboden beim rein elektrischen Frontera spürbar näher in Richtung Passagiere rückt, was einen spitzeren Kniewinkel in der zweiten Reihe verursacht.
Basisversion ohne mittleren Bildschirm
Ansonsten bietet der Frontera im Grunde alles, was man so braucht, sogar echte Knöpfe zur Bedienung der Klimaanlage. Ausnahme: Der mittlere Bildschirm ist in der Basis nicht an Bord, sondern muss extra bezahlt werden. An seiner Stelle thront ansonsten eine Handyhalterung nebst einem NFC-Tag, über den sich die myOpel-App öffnen lässt. So lassen sich Fahrzeugfunktionen wie Radio oder Telefon bedienen, was funktioniert, aber als ziemlich fummelig gelten darf.

Einfache Bedienung: Der Frontera hat einen Innenraum, der keinerlei Fragen aufwirft. Der Verstellbereich des Lenkrads dürfte größer sein.
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Weil die Musik, die dann über das Handy gestreamt wird, ziemlich flach klingt und in dieser Version gerade mal zwei Lautsprecher den Frontera beschallen, lautet unsere klare Empfehlung, 1000 Euro ins Technik-Paket zu stecken. Dann gibt es sechs Boxen, das Display in der Mitte, eine induktive Smartphone-Ladeschale sowie eine Rückfahrkamera mit 130-Grad-Sicht.
Ausstattungen und Pakete
Ausstattung/Linie* | Edition | GS |
|---|---|---|
Komfort | ||
Außenspiegel elektr. einstell- und beheizbar/+ elektr. anklappbar | •/x | •/• |
Dritte Sitzreihe inkl. USB-C-Port, Entfall doppelter Laderaumboden | x | 800 Euro |
Klimaanlage manuell/Klimaautomatik einzonig ✔ | •/1000 Euro** | x/• |
Ladeport USB-C einmal vorn/zweimal vorn, zweimal hinten | •/1000 Euro*** | • |
Mittelarmlehne vorn | 1000 Euro*** | • |
Sitzheizung vorn und Lenkradheizung | 1000* | 1000 Euro**** |
Sicherheit/Assistenz | ||
Innenspiegel automatisch abblendend | x | • |
LED-Scheinwerfer/Rückleuchten in Halogen/Rückleuchten in LED-Technik | •/•/x | •/x/• |
Parksensoren hinten/+ vorn/+ Rückfahrkamera mit 130-Grad-Sicht | •/x/1000 Euro*** | •/•/• |
Totwinkelwarner | x | • |
Infotainment | ||
Apple CarPlay und Android Auto (kabellos) | 1000 Euro*** | • |
Digitale Instrumententafel | • | • |
Handyhalterung ("Smartphone-Station") mit App-Verb./10-Zoll-Touchscreen | •/1000 Euro*** | •/• |
Lautsprecher: 2/6 | •/1000 Euro*** | • |
Smartphone-Ladeschale, induktiv | 1000 Euro*** | • |
Optik | ||
Dach in Weiß, Dachreling in Schwarz, 16-Zoll-Stahlräder in Weiß u. Schwarz | 450 Euro***** | • |
Heck- und Seitenscheiben hinten stark getönt | x | • |
Opel-Logos vorn und hinten in Schwarz, Schürzen teilweise in Silber | x | • |
Wem das sportliche Flair der GS-Linie nicht zusagt oder wer aus anderen Gründen keine 3500 Euro investieren will, kann die Basislinie Edition auch noch mit dem Komfort-Paket aufrüsten. Für weitere 1000 Euro ziehen dann anderes Frontgestühl, Sitz- und Lenkradheizung, Klimaautomatik sowie Vordersitze mit höhenverstellbaren Kopfstützen ein.
Extras, die dem GS vorbehalten bleiben: automatisch abblendbarer Innenspiegel, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer (optional) und Voll-LED-Rückleuchten. Auch die Siebensitzer-Option (800 Euro) ist an den GS gekoppelt. Zu erkennen ist jener unter anderem an den schwarzen Logos vorn und hinten.
Antriebsseitig stehen wie erwähnt vier Optionen für den Frontera bereit. Fahren konnten wir zum einen den größeren der beiden Hybride mit 145 PS. Kraft schöpft dieser Antrieb aus einem 1,2-Liter-Turbomotor mit drei Zylindern und 136 PS sowie einem zusätzlichen, ins Getriebegehäuse des Doppelkupplers integrierten E-Motor. Opel nennt das System "48-Volt-Hybrid" – was darauf anspielt, dass der E-Maschine (21 PS) die nötige Leistung fehlt, um vollelektrisch stark zu beschleunigen.

Hybrid oder Elektro? Beide Antriebsvarianten gibt es in jeweils zwei Versionen – den Electric Extended Range aber erst ab Herbst 2025.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Im Schubbetrieb oder wenn eine Geschwindigkeit lediglich gehalten, nicht aber erhöht werden muss, schaltet jedoch regelmäßig der Verbrenner für einige Hundert Meter komplett ab. Grundsätzlich keine schlechte Idee. In der Praxis hört man das System im Stadtverkehr gelegentlich leicht fiepen, aber kaum so laut, dass es stört. Mit den resultierenden 145 PS Systemleistung ist man kräftig genug motorisiert, um auch außerorts zurechtzukommen. Das Getriebe zählt nicht zu den schnellsten seiner Art, schaltet aber zuverlässig und komfortabel.
Gemessener Verbrauch beim Hybrid: 6,0 Liter
Vollends Hybrid-sparsam ist der Frontera dann allerdings auch nicht. In der Stadt stehen meist etwas über sieben Liter auf dem Bordcomputer. Das geht für ein Auto dieser Größenliga zwar in Ordnung, kann mit dem Sparpotenzial eines echten Vollhybrids aber nicht ganz mithalten. Auf der Autobahn fällt der Verbrauch ähnlich aus, wer es gemütlich angehen lässt, kann auch sparsamer fahren. Im AUTO BILD-Test absolvierte der Frontera die Verbrauchsrunde schließlich mit gemessenen 6,0 Litern.
Die kleinere Version, die gleichzeitig die Einstiegsmotorisierung des Frontera darstellt, unterscheidet sich durch einen schwächeren 100-PS-Benziner. So braucht der Frontera 11,0 statt 9,0 Sekunden auf Tempo 100, stemmt insgesamt 110 PS Systemleistung. 180 statt 194 km/h Topspeed sind möglich, und auf dem Papier verbrauchen beide Antriebe annähernd gleich viel.
Motorisierungen und Preise
Modell | Opel Frontera Hybrid 110 AUTO BILD-Tipp für Wenigfahrer | Opel Frontera Hybrid 145 AUTO BILD-Tipp für Vielfahrer AUTO BILD-Tipp für Sportfahrer | Opel Frontera Electric | Opel Frontera Electric Extended Range |
|---|---|---|---|---|
Motor/Hubraum | R3, Turbo, + E-Motor/1199 cm³ | R3, Turbo, + E-Motor/1199 cm³ | E-Motor, vorn | E-Motor, vorn |
Getriebe | 6-Gang-Doppelkupplung | 6-Gang-Doppelkupplung | 1-Gang | 1-Gang |
Leistung | 81 kW (110 PS) | 107 kW (145 PS) | 83 kW (113 PS) | 83 kW (113 PS) |
max. Drehmoment bei 1/min | 205 Nm/1750 | 230 Nm/1750 | 125 Nm | 125 Nm |
Vmax | 180 km/h | 194 km/h | 143 km/h | 143 km/h |
0–100 km/h | 11,0 s | 9,0 s | 12,1 s | 13,0 s |
Zuglast gebremst/ungebremst | 1250*/610 kg | 1250*/610 kg | 350/350 kg | 550/550 kg |
Normverbrauch (WLTP)/100 Kilometer | 5,2 l Super | 5,2 l Super | 18,2 kWh | 15,8 kWh |
Testverbrauch/100 Kilometer | - | 6,0 l Super | 18,5 kWh | - |
Ottopartikelfilter (OPF) | ja | ja | - | - |
Preise | ||||
Edition | 24.190 Euro | 25.990 Euro | 28.990 Euro | 31.190 Euro |
GS | 27.690 Euro | 29.490 Euro | 32.490 Euro | 34.690 Euro |
Fazit | Konnten wir nicht testen. Der Leistungsunterschied kommt über den schwäche-ren Verbrenner mit glatten 100 statt 136 PS zustande, der Verbrauch soll nahezu identisch sein. Wer die volle Zuladung eher selten nutzt und eher im Stadtgebiet fährt, kann es dabei belassen. | Mit dem großen Hybrid ist der in dieser Version knapp 1,4 Tonnen schwere Frontera durchaus flott motorisiert. Etwas Fiepsen vom Getriebe ist zu hören, vor allem bei niedrigerem Tempo. Mit glatten sechs Litern Testverbrauch recht genügsam, aber für einen Hybrid kein Sparwunder. | Mit kleinem 44-kWh-Akku reichte es im Test für 251 km, bei 130 km/h für 206 km. Mit max. 11 (AC) bzw. 100 kW Ladeleistung (DC) lädt man nicht wirklich flott wieder nach. Insofern ist diese Version eher was für Kurz-/ Mittelstrecke. Die Leistung: nicht üppig, aber okay. | Der Extended Range soll erst ab Herbst 2025 bestellbar sein. Er unterscheidet sich technisch durch den 54-Kilowattstunden-Akku und ein paar Aero-Optimierungen, was den Verbrauch senken soll. Laut Opel entstehen so 408 Kilometer Reichweite. Mehrgewicht: nur 21 kg. |
Ebenfalls testen konnten wir die E-Variante mit 44 Kilowattstunden großem Akku. 113 PS zerren eher verhalten an der Vorderachse, sollten im Stadtgewusel aber vollkommen ausreichen. Auf der Autobahn fallen die 143 km/h Topspeed auf. Auf der linken Spur fühlt man sich so nicht wirklich zu Hause. Wer trotzdem längere Reichweiten zu schätzen weiß, kann sich auch beim E-Antrieb für eine zweite Version entscheiden: Hier verfügt der Akku dann über 54 Kilowattstunden, macht 408 statt 305 Kilometer Reichweite (WLTP) möglich.
Auffällig: Der Verbrauch des Extended Range fällt laut Datenblatt geringer aus – wohl unter anderem durch den neuen Akku und Optimierungen am Luftwiderstand. Preislich trennen die E-Versionen 2200 Euro. Damit fällt der Unterschied etwas größer aus als bei den beiden Hybriden, wo er 1800 Euro beträgt. Wenn der Frontera eher innerorts im Einsatz ist, würden wir uns in beiden Fällen den größeren Antrieb sparen.
Nützliches gibt es im Zubehör
Wer eben doch auf größere Tour gehen will, für den bietet Opel im Zubehör noch allerlei Goodies: allem voran das Thule-Dachzelt. Im zusammengeklappten Zustand lässt es Platz für ein Kajak oder ein Fahrrad, sodass beides auf dem Dach transportiert werden kann.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Ziehen kann der Frontera auch: als Hybrid immerhin bis zu 1250 Kilogramm, als E-Auto 350 bis 550 Kilogramm (Extended Range). Mit einer Stützlast von 65 Kilogramm können auch zwei handelsübliche E-Bikes auf einem Fahrradträger transportiert werden. In einem günstigen Auto mit reichlich Gepäck durch die Alpen juckeln – erinnert uns dann auch wieder ein wenig an Käfer und Co.
- Der Wenigfahrer hat keine schwere Wahl zu treffen: Einfach den kleinen 110-PS-Hybrid plus Basislinie nehmen. Wenn Features wie Sitzheizung und der mittige Bildschirm gewünscht sind, legt man noch zweimal 1000 Euro für die jeweiligen Pakete drauf. AUTO BILD-Empfehlung: Frontera 1.2 Edition (110 PS) ab 24.190 Euro.
- Der Vielfahrer sollte überlegen, wo viel gefahren wird. Auf der Autobahn fühlt sich der elektrische Frontera mit seinem bescheidenen Topspeed und seiner begrenzten Schnellladefähigkeit nicht wirklich zu Hause. Also lieber zum großen Hybrid greifen. Die GS-Linie macht nur optisch auf sportlich, bietet aber viel Ausstattung. AUTO BILD-Empfehlung: Frontera 1.2 Hybrid GS (145 PS) ab 29.490 Euro.
- Der sportliche Fahrer kauft wohl eher keinen Frontera. Aber wenn, dann bietet der große Hybrid auch hier mit 145 Pferdchen und fast 200 km/h Topspeed noch die größten Reserven. Lenkung und Fahrwerk des Frontera sind straff genug ausgelegt, um auf einer kurvigen Landstraße mal ein paar spaßige Minuten zu haben. AUTO BILD-Empfehlung: Frontera 1.2 Hybrid GS (145 PS) ab 29.490 Euro.
Diese Kaufberatung wurde unterstützt von Opel. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Fazit
Opel hat verstanden, dass es auch weiterhin bezahlbare Autos braucht, die zwar nicht mit massig Leistung und Hightech-Ausstattung protzen, aber im Alltag überzeugen. Genau das tut der Frontera: Wer will, bekommt ihn nur mit dem Nötigsten an Bord. Wer mehr will, bekommt mehr – zumindest ein wenig. Vom Konkurrenten Dacia Duster hebt ihn ab, dass man beim Opel-Händler wohl noch ein paar Prozentpünktchen Rabatt heraushandeln kann. Die Rumänen setzen dagegen traditionell auf niedrige, aber fixe Preise.
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