Opel Vectra 2.2 DTI Elegance
Klar zur Wende

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Opel steuert endlich wieder einen klaren Kurs. Der neue Vectra hat das Zeug, die Rüsselsheimer Traditionsmarke aus der Flaute zu führen.
Erst wenn der Karren ganz tief im Dreck steckt, fangen wir an, Gas zu geben. Eine Situation, die wohl jeder kennt – aus seiner Schulzeit. Da wurde oft erst dann gepaukt, wenn der blaue Brief quasi schon in der Post lag. Eigentlich eine blöde Strategie, die nur unnötigen Stress provoziert. Fragen Sie mal bei Opel nach. Mit eher langweiligen Modellen und bescheidener Qualität ging es bei der Rüsselsheimer Traditionsmarke stetig bergab. 2001 dümpelte der Marktanteil in Deutschland bei 11,8 Prozent, 1995 waren es noch 16,5 Prozent. Also höchste Zeit, die Ärmel hochzukrempeln. Der Startschuss zur Wende fällt am 27. April.
Aufmerksamkeit, nur der Größe wegen?

Unaufdringlicher Luxus
Wahre Glücksmomente erlebt dagegen der Fahrer, der dank vielfältiger Sitzverstellung sowie in Höhe und Tiefe justierbarem Lenkrad immer eine entspannte Sitzposition findet – das war beim Vorgänger (Sitz zu hoch, Lenkrad nur kippbar) nun wahrlich nicht so. Überhaupt räumt die sachlich-solide Innenarchitektur mit den Fehlern von gestern gründlich auf. Hochwertige Kunststoffe, Lenkrad und Schaltknauf in Leder (Serie im Elegance) sowie elegante Holzleisten (Serie im Elegance, sonst Granitdekor) vermitteln unaufdringlichen Luxus.
Damit setzt der Vectra zwar nicht den Klassenmaßstab, sehr wohl aber neue Opel-Standards. Das gilt besonders für die Solidität. Dieser Vectra fühlt sich an wie eine feste Burg. Das ist Lichtjahre entfernt von alter Opel-Schludrigkeit. Eine leise Revolution liefert auch die erste Probefahrt. Denn der Diesel-Direkteinspritzer zieht sich nach anfänglichem Nageln akustisch nahezu vollkommen zurück. Reichlich Dämmmaterial und zwei Ausgleichswellen gaukeln meinem Gehör einen Benziner vor. Das Fahrerlebnis stellt die Dinge dann aber wieder richtig. Ab 1500 Touren liefert der Motor kraftvollen Schub und begrenztes Drehvermögen – typisch Turbodiesel.
Komfort und Kurvenkunst

Klotzen statt kleckern hieß es bei Komfort und Sicherheit. Das Fahrwerk vermittelt gekonnt zwischen knackig und komfortabel, schluckt selbst Gullydeckel relativ klaglos, quittiert allzu viele kleine Stöße aber mit spürbarer Unruhe. Hohe Kurventempi und kreuzende Elche lassen den Vectra dagegen kalt. Dank ESP-Plus, das bis zu drei Räder gleichzeitig bremst, schiebt er in schnellen Kurven kaum geradeaus und lässt sich durch provozierte Lastwechsel kaum beunruhigen. Sollte es trotzdem brenzlig werden, helfen gute Bremsen sowie Front-, Seiten- und Kopfairbags - in allen Modellen.
Es muss also nicht unbedingt die edle Elegance-Ausstattung mit Alufelgen und Chromzierrat sein. So gestopft, kostet der Vectra 2.2 DTI nämlich stramme 24.450 Euro. Was auch für das neue Selbstbewusstsein von Opel spricht – zu Recht.
Fazit und technische Daten
Fazit Mit diesem Vectra findet Opel wieder zurück ins sichere Fahrwasser, gelingt der Anschluss an die Konkurrenz von Ford und VW. Mit dem Vorgänger teilt sich die Mittelklasse aus Rüsselsheim tatsächlich nur noch den Namen, in allen anderen Punkten wurde sie zum Teil deutlich verbessert. Die größte Stärke des Vectra 2.2 DTI Elegance liegt darin, dass er keine gravierende Schwäche offenbart. Mondeo und Passat sollten den Vectra in Zukunft sehr ernst nehmen.
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