Opel erfindet den Plug-in-Hybrid neu – und wie! Denn statt Verbrenner setzen die Rüsselsheimer im Vivaro-e Hydrogen auf Brennstoffzelle, unterstützt von einer extern aufladbaren Batterie. Das gab's bisher noch nicht. So hält man dem Nachteil eines Konzepts den Vorteil des anderen entgegen, und ist dabei lokal emissionsfrei unterwegs. Wenig Reichweite, langsames Aufladen? Hier schafft der Wasserstoffantrieb Abhilfe. Keine H2-Tankstelle in der Nähe? Die Batterie kann einen hinbringen. Wir sind den Wasserstoff-Van gefahren! (Alles zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle.)

Vorteil Tankgeschwindigkeit

Zuerst aber ein paar Worte zur Technik. Der Hydrogen basiert auf dem elektrischen Vivaro-e. Unter der Fronthaube wohnt hier aber eine PEM-Brennstoffzelle, und statt des Batteriepakets sitzen jetzt drei Hochdrucktanks im Fahrzeugboden, die zusammen 4,4 kg Wasserstoff aufnehmen können. Die Menge reicht nach WLTP für rund 350 Kilometer elektrische Reichweite. Unter der Sitzbank ist ein 10,5-kWh-Batteriepaket untergebracht, das einerseits Lastspitzen abfängt, andererseits für zusätzliche 50 Kilometer Reichweite sorgt.
Opel Vivaro-e Hydrogen
Die Tanks im Unterboden beeinträchtigen das Ladevolumen nicht. 5,5 Kubikmeter in der M- und 6,1 in der L-Variante sind ein Wort.
Fast noch wichtiger als die Reichweite – auch ein herkömmlicher Vivaro-e schafft bis zu 329 Kilometer – sind aber im Grunde die verkürzten Tankstopps im Vergleich zum reinen Stromer. Die Wasserstoffbehälter sind in drei Minuten aufgefüllt, was kostbare Zeit im Gewerbealltag spart. Die Batterie kann mit maximal 11 kW in rund 90 Minuten vollgeladen werden und wird per Rekuperation beim Bremsen gespeist. Weiterer Pluspunkt: Durch das clevere Packaging bleiben das Ladevolumen von bis zu 6,1 Kubikmeter genauso erhalten wie die Zuladung und die Anhängelast von jeweils einer Tonne.
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Beim Fahren ist Entspannung angesagt

Wie sich das Ganze fährt? Im Prinzip genau wie ein normaler Vivaro-e. Dazu gehört einerseits die Mühe, welche die 100 kW (136 PS) und 260 Nm Drehmoment mit den rund zwei Tonnen Leergewicht der von uns gefahrenen kürzeren Variante haben. Der Antritt aus dem Stand ist zwar recht flott. 15 Sekunden für den Standard-Sprint und 110 km/h Höchstgeschwindigkeit sind aber nicht gerade berauschend. Und wenn wir schon beim Meckern sind: Die Rekuperation dürfte stärker und vor allem bis zum Stillstand funktionieren, One-Pedal-Driving liegt so nicht drin.
Opel Vivaro-e Hydrogen
Der Hydrogen ist ab Werk gut ausgestattet. Smartphone-Anbindung, Sitzheizung und 180-Grad-Kamera sind Serie.

Andererseits gehören zum Vivaro-e-Feeling aber eben auch eine sehr gute Fahrwerks- und Lenkabstimmung sowie ein allgemein ziemlich Pkw-mäßiges Fahrgefühl. Echt top! Den ungewöhnlichen Brennstoffzellen-Plug-in-Hybrid verraten dabei weder irgendwelche Geräusche noch Ruckler noch sonstige Unziemlichkeiten. Dass man eigentlich ein Wasserstoffauto fährt, wird einem erst an der Tanke wieder klar, wenn man schon nach ein paar Minuten wieder leise davonsurrt.
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Den Vivaro-e Hydrogen gibt's erst im Leasing

Das ist deshalb beeindruckend, weil jedes einzelne Exemplar noch von Hand umgebaut wird. Fix fertige Vivaro-e kommen direkt vom Band, werden bei Opel Special Vehicles in Rüsselsheim wieder entkernt und mit der neuen Antriebstechnik versehen. Pro Woche entstehen so bis zu 20 Exemplare, inklusive der Schwestermodelle von Citroën und Peugeot. Aktuell ist der Vivaro-e Hydrogen nämlich noch eine Art großer Testballon, um Kundenfeedback zu sammeln.
Opel Vivaro-e Hydrogen
Der Vivaro-e Hydrogen fährt sich entspannt und unaufgeregt. Etwas flotter dürfte er aber durchaus sein.
Für 700 Euro pro Monat können ihn Flottenkunden leasen. Einen Kaufpreis kommuniziert Opel derzeit noch nicht. Ob sich das Antriebskonzept durchsetzt? Wir glauben: kann klappen! Zumindest im Lieferverkehr, wo Zeitersparnis und Reichweite Trumpf sind und die Fahrzeuge genug Platz für diese Art von Antrieb haben. Das glaubt offenbar auch der Stellantis-Konzern. Bis 2025 will man pro Jahr bis zu 10.000 Stück absetzen und den Antrieb auch in größere Lieferwagen und Pick-ups einbauen.

Fazit

Mit dem Vivaro-e Hydrogen hat Opel ein enorm spannendes und vielversprechendes Konzept auf die Räder gestellt: Viel Platz für zwei Energiequellen, Zeitersparnis beim Tanken, keine Lärmbelastung in der Innenstadt, lokal emissionsfreies Fahren. Das kann für den Lieferverkehr Zukunft haben! Wenn er jetzt nur noch etwas flotter wäre.