Opel Zafira Electric Facelift: Neuer Elektro-Van mit Vizor
Grundsanierter Opel Zafira Electric für 47.550 Euro

Bild: Opel Automobile GmbH
- Wolfgang Gomoll
Mit Modellpflege ist das in letzter Zeit so eine Sache. Meist gibt es ein paar kosmetische Retuschen, die dann wortgewaltig als Neu-Interpretation der Formsprache gefeiert werden. Technisch tut sich oftmals nicht so viel. Zu teuer, zu komplex und in Zeiten knapper Budgets kaum zu stemmen.
Nicht so beim Opel Zafira Electric. Beim Rüsselsheimer Kleinbus sind die Änderungen umfangreich. Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit der Optik. Die Opel-Designer haben dem Zafira Electric das Markengesicht "Opel Vizor" verpasst. Die neue Front, die man auch beim Astra kennt, steht dem Großraum-Van. Damit streift der VW-Bulli-Konkurrent das Blaumann-Image ab. Dazu gehören nun auch die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer. Das Matrix-Licht sucht man in der Preisliste vergeblich.

Der Zafira Electric bekommt eine Runderneuerung des Infotainments mit schnelleren Computerprozessoren und neuen Displays spendiert.
Bild: Opel Automobile GmbH
Damit ist beim Zafira Electric noch längst nicht das Ende der Modellpflege-Fahnenstange erreicht. Opel hat auch den Innenraum umfassend saniert. Dass eine neue die Elektronik-Architektur Einzug hält, ist außergewöhnlich. Die Rüsselsheimer Techniker haben dem Zafira Electric den Qualcomm Snapdragon Chip implantiert. Die digitale Auffrischung hat den gewünschten Effekt: Der Touchscreen ist jetzt zehn Zoll groß, die Anmutung des Infotainments moderner und die Reaktion auf die Eingaben des Fahrers spontaner. So wird aus dem Zafira ein Großraum-Astra. Das Cockpit wirkt moderner, auch wenn es etwas zerklüftet ist. Dass der Hartplastik-Anteil etwas höher ist als bei der Limousine, liegt in der Natur der Nutzfahrzeug-Herkunft, stört aber nicht wirklich.
Opel Zafira Electric: GS-Variante ab 55.100 Euro
Wer das Schöner-Wohnen-Ambiente voll auskosten will, muss ohnehin zur GS-Variante für mindestens 55.100 Euro greifen. Die Basisversion "Edition" liest sich mit einem Einstiegspreis von 47.550 Euro zwar gut, aber da fehlen ab Werk Extras wie die Zwei-Zonen-Klimaautomatik samt der Zusatz-Klimatisierung hinten oder die beim Rangieren hilfreiche 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera.

Opel hat auch den Innenraum umfassend saniert.
Bild: Opel Automobile GmbH
Auch die lässigen Einzelsitze im Fond gibt es nur in der GS-Variante. Ohne Reduzierung geht es dann doch nicht. Opel bietet den Zafira Electric statt in drei jetzt nur noch in zwei Längen an: Wir waren in der kürzeren Version mit einer Länge von 4,98 Metern unterwegs. Wer die XL-Variante mit 35 Zentimetern mehr Blech zwischen den Achsen bevorzugt, muss 1000 Euro zusätzlich hinlegen. Der Opel-Bus bleibt flexibel wie eh und je: Von sechs bis acht Sitzplätzen ist alles möglich.
Bei den Batterien hat man die Wahl zwischen 55 Kilowattstunden Kapazität und 75 kWh (kostet 5000 Euro Aufpreis). Durch eine verbesserte Zellchemie und Optimierungen am Elektroantrieb haben die Opel-Techniker 20 Kilometer mehr Reichweite herausgekitzelt. Damit kommt der Zafira Electric bis zu 347 Kilometer weit. Deutlich weniger als der VW ID.Buzz mit der 79-kWh-Batterie (423 bis 461 km).
Opel Zafira Electric: 45 Minuten an Schnellladesäule
Dass die EMP2-Architektur des Opel-Stromers schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, merkt man an den durchschnittlichen Ladeleistungen: An der AC-Wallbox sind bis zu 11 kW möglich und so dauert es 7:30 Stunden, bis die Batterien bei einem Ladestand von zehn Prozent vollständig geladen sind. An einer DC-Schnellladesäule saugt der Zafira Electric mit maximal 100 kW Strom und füllt die Akkus in 45 Minuten bis 80 Prozent.

Der Einstiegspreis des Opel Zafira Electric liegt bei 47.550 Euro.
Bild: Opel Automobile GmbH
Beim Antrieb hat sich grundsätzlich nichts geändert. Das bedeutet eine Leistung von 100 kW / 136 PS und ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern, die nur im Power-Fahrmodus abgerufen werden. So erreicht der Blitz-Bulli nach 13,1 Sekunden Landstraßentempo. Mehr als 130 km/h sind im Zafira Electric nicht drin.
Müssen sie auch nicht. Der Opel-Bulli entschleunigt ähnlich wie sein Wolfsburger Gesinnungsgenosse. Bei den beiden anderen Fahrprogrammen Eco und Normal werden sowohl die Leistung und das Drehmoment auf 60 kW / 82 PS (190 Nm) beziehungsweise 80 kW / 109 PS (210 Nm) gedrosselt. Dennoch ist der Rüsselsheimer E-Kleinbus selbst in Eco flott genug, um auf Landstraßen nicht zur rollenden Schikane zu mutieren. Wir sind ohne unbarmherzige Sprint-Einlagen entspannt im Verkehr mitgeschwommen und kamen auf einen Verbrauch von 27,2 kWh/100 km, das sind 2,4 kWh/100 km mehr als Opel angibt.
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