Pilotprojekt bei Aldi Nord
Lösen Supermärkte das Parkplatz-Problem in der City?

Auf immer mehr Supermarkt-Parkplätzen dürfen Autofahrer jetzt nachts ihren Wagen abstellen, auch Aldi Nord kündigte nun ein neues Testprojekt an. AUTO BILD verrät, wie das "Feierabendparken" die Parkplatzsuche in Städten erleichtert!
Bild: Aldi Nord Deutschland
- Raphael Schuderer
Stadtbewohner mit Auto kennen das Problem: die nervige Parkplatzsuche nach Feierabend. Doch jetzt gibt es Hoffnung: Immer mehr Supermarkt-Filialen sagen der Parkplatzsuche den Kampf an und öffnen ihre Stellplätze über Nacht für die Allgemeinheit – so auch Aldi Nord mit einem neuen Pilotprojekt. AUTO BILD verrät, wie das clevere "Feierabendparken" funktioniert!
Da hätte auch jemand früher draufkommen können: Anstatt Tausende Supermarktparkplätze über Nacht leer stehen zu lassen, helfen die Parkflächen nun, Zeitkonto und Nerven der Autofahrer zu schonen – und sorgen für weniger Parkplatzsuchverkehr im Wohnviertel.
Aldi Nord startet Pilotprojekt
Am 4. März 2026 wurde bekannt: Auch der Discounter Aldi Nord startet ein Pilotprojekt zum Feierabendparken an drei Filialen in Bochum! Zwischen 18:30 und 8:00 Uhr am Folgetag können Anwohner ihr Auto auf den Filialparkplätzen abstellen und per App bezahlen. Die Kosten: 2 Euro pro Nacht, 8 Euro pro Woche oder 20 Euro für den ganzen Monat. "Mit dem Feierabendparken leisten wir einen konkreten Beitrag zur Entlastung der Wohnquartiere", so Claus Martin, Expansionist bei Aldi Nord.
Parken gegen Gebühr
Auch andere Handelsketten bieten vermehrt Möglichkeiten zum Feierabendparken. Bei Lidl in Hamburg-Hamm sind beispielsweise zehn Stellplätze zwischen 18:00 Uhr abends und 8:00 Uhr morgens am Folgetag freigegeben.
Die Berliner Kette Getränke Hoffmann hat auch einige Parkplätze ihrer 90 Filialen für Nachtparker freigegeben. Das Pilotprojekt wird vom Berliner Senat unterstützt, der eine langfristige Einbindung privater Parkflächen in das öffentliche System plant. Für die Kontrolle nutzt Getränke Hoffmann die Technik des Münchner Unternehmens Wemolo. Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes werden per Kamera überwacht, dabei wird das Kennzeichen der parkenden Autos registriert. Parkplätze können auch reserviert werden, bezahlt wird online.

Wemolo-Kamerasystem in einer Tiefgarage: Eine Kamera registriert das Kennzeichen bei Ein- und Ausfahrt. Daraus kann die genaue Parkzeit ermittelt werden.
Bild: Wemolo
AUTO BILD hat bei den Handelsketten nachgefragt, wie sie zum Nachtparken stehen
Aldi Nord
Pilotprojekt an den Bochumer Filialen Hansastraße 41, Unterstraße 54 und Hattinger Straße mit bis zu 10 Stellplätzen pro Filiale.
Aldi Süd
In Düsseldorf, Köln, Bonn und Krefeld wird bereits auf ausgewählten Filial-Stellplätzen in Randzeiten geparkt, auch in Augsburg ist ein Pilotprojekt gestartet. Die Möglichkeit weiterer innenstadtnaher Standorte werde regelmäßig geprüft. Eine Aldi-Süd-Sprecherin auf Anfrage zu AUTO BILD: "Die bisherigen Erfahrungen mit der Freigabe von Parkflächen über Nacht sind durchweg positiv. Das Feierabendparken kommt insbesondere in innerstädtischen Lagen gut an."
Edeka
"Da Edeka genossenschaftlich strukturiert ist, entscheiden die Filialleiter eigenständig über das Angebot ihrer Märkte, so auch bei der Parkraumbewirtschaftung", erklärt eine Edeka-Sprecherin auf AUTO BILD-Anfrage. Feierabendparken gibt es unter anderem an Filialen in Hamburg, München, Köln und Düsseldorf.
Lidl
Lidl bietet Anwohner- und Feierabendparken beispielsweise in Düsseldorf und Hamburg an. Der Discounter betont, es sei ebenfalls wichtig, "ausreichend Parkmöglichkeiten" für die Kunden zu bieten. "Im Rahmen unserer Filialentwicklungen denken wir grundsätzlich das Thema Mobilität mit und prüfen, welche Konzepte für den jeweiligen Standort umgesetzt werden können", so eine Lidl-Sprecherin auf AUTO BILD-Anfrage.
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