Peugeot 2008 gegen Renault Captur

Peugeot 2008, Renault Captur: Mini-SUV-Test, Motor, Preis

Peugeot 2008 gegen Renault Captur

Hoch sitzen ohne Größenwahn? Dann passen Peugeot 2008 und Renault Captur perfekt. Welches SÜVchen steht am Ende tatsächlich oben?
Platz 1 mit 525 von 750 Punkten: Renault Captur TCe 155. Letztlich siegt der etwas einfachere Renault über die bessere Vernetzung und den günstigeren Preis. Preis: ab 25.750 Euro (Ersparnais bei carwow.de bis zu 3897 Euro).
Platz 2 mit 500 von 750 Punkten: Peugeot 2008 1.2 PureTech 155. Der kleine Löwe fährt sich eine Spur erwachsener als der Captur, verlangt dafür aber einen zu hohen Aufschlag. Preis: ab 33.900 Euro (Ersparnis bei carwow de bis zu 5001 Euro).
Vergessen Sie Haute Couture, jetzt kommen les Hautes Voitures. Gemeint sind die neuen französischen Mini-SUVs Renault Captur und Peugeot 2008. Auch denen scheint die französische Schneiderkunst aus jeder Blechfalte, wir bekommen aber deutlich mehr Nutzwert fürs Geld. Beide sind bestes Kompaktformat und richtig gut motorisiert. Jeweils 155 PS stehen zur Verfügung, die über automatische Schaltboxen ausschließlich an die Vorderräder gelangen.

Beide Mini-SUVs bieten stadtverträgliche Abmessungen

Raumökonom: Der Captur ist 4,32 Meter lang, hat hinten aber mehr Platz als der größere 2008.

Schmale Gassen, enge Parkhäuser, verstopfte Städte – egal, die beiden Franzosen-Flöhe bieten mit 4,23 Metern (Captur) beziehungsweise 4,30 Metern (2008) das perfekte Format fürs aktuelle Verkehrsgewimmel. Unterm Blech finden dann vor allem Pärchen oder kleine Familien ein wohnliches Zuhause. Wobei der Peugeot sich schicker und etwas erwachsener zeigt. Die Materialien wirken eine Spur feiner, der stabile doppelte Boden wird beim Hochstellen von zwei Federnasen gehalten, die Sitze bieten mehr Seitenhalt. Im Captur wirkt das schlichter, fallen die Polster spürbar weicher und schlechter konturiert aus, lauert im Gepäckabteil einfacher Nadelfilz. Dafür gefällt uns der große Touchscreen im Hochformat besser als der quer verbaute Monitor im 2008. Auch wenn Touchen während der Fahrt grundsätzlich nicht optimal ist, gelingt das Einrichten im Captur ohne größere Probleme.

Gebrauchtwagensuche: Renault Captur

Die Motor-Getriebe-Kombi ist im 2008 etwas besser

Der Dreizylinder im 2008 läuft zwar etwas rauer, dafür hat die Automatik aber leichte Komfortvorteile.

Jedenfalls verlangt die Bedienung des Berührbildschirms in Kombination mit den klassischen Tasten darunter etwas mehr Gewöhnung. Und Peugeots Trick mit dem kleinen Lenkrad zum Drüberlinsen klappt nicht, wenn große Fahrer das Volant ganz nach oben fahren, weil sie sonst mit den Knien lenken. Platz finden wir vorn in beiden genug. Dank der verschiebbaren Rückbank lümmeln wir im Captur aber auch hinten entspannt. Und steigen leichter ein, weil wir im 2008 einen ziemlich hohen Schweller überwinden müssen. Dafür schafft der Peugeot bei umgelegter Fondlehne ein bis zwei Reisetaschen mehr. Wenig überraschend, dass die beiden SÜVchen, die keine 1300 Kilo auf die Waage bringen, mit 155 PS richtig flott unterwegs sind. Rund neun Sekunden reichen bis Tempo 100, erst über 200 km/h geht ihnen die Puste aus, dank früh anliegendem Drehmoment (Captur: 270 Nm bei 1800 Touren; 2008: 240 Nm bei 1750 Touren) klappt Überholen oft auch ohne Kickdown.

Gebrauchtwagensuche: Peugeot 2008

Also ein totes Rennen? Nö, denn so ähnlich die Werte, gibt es bei der Darbietung durchaus Unterschiede. Peugeot schöpft aus einem 1,2-Liter-Dreizylinder, der rauer läuft als der 1,3-Liter-Vierzylinder im Renault, aber nicht blechern plärrt, sondern bassig brummelt. Dafür reicht der 2008 die Kraft über eine Achtstufen-Wandlerautomatik an die Vorderräder weiter, die dem ordentlichen Siebengang-Doppelkuppler des Captur manchmal ein Komfort-Quäntchen voraus hat.

Beim Preis liegt der Captur ganz deutlich vorne

Preisvorteil: Der getestete Captur ist ab 25.750 Euro zu haben, der 2008 kostet stolze 33.900 Euro.

Vorteil Peugeot auch beim Fahrwerks-Kapitel. Wo die Lenkung des Renault eher teilnahmslos wirkt und nicht ganz frei von Antriebseinflüssen bleibt, spüren wir im 2008 alltagsgerechte Direktheit und Rückmeldung. So erscheint der kleine Löwe auf kurvigem Terrain lebendiger als der Renault. Der überzeugt auf langen Wellen zwar mit verbindlich-straffer Dämpfung, gerät auf Buckelpisten aber mächtig ins Zappeln. Der Peugeot federt bei Kanten zwar etwas steif an, bleibt insgesamt aber gelassener. Uns beruhigen zudem gute Bremswerte unter 36 Meter, die der Captur sogar noch um gut einen Meter unterbietet. An der Kasse bereitet der 2008 leicht Kopfschmerzen. Weil es den 155-PS-Benziner nur in GT-Ausstattung gibt, stehen mal eben 33.900 Euro auf der Rechnung. Der ebenfalls nicht ärmlich ausgestattete Captur TCe 155 Intens belässt es bei deutlich freundlicheren 25.750 Euro. Die Werkstatt sieht der Renault im Regelfall auch seltener als der Peugeot.
Captur-Kapitäne müssen alle zwei Jahre oder 30.000 Kilometer zum Check, Peugeot-Piloten jedes Jahr oder alle 20.000 Kilometer. Zudem begnügt sich der Renault mit 6,8 Litern auf 100 Kilometer – der 2008 verlangt 7,5 Liter. Nur bei den Versicherungsklassen schneidet der Peugeot besser ab als sein Landsmann Captur. Ganz brüderlich bieten beide die gleiche Fahrzeug-Garantie, die aber leider nur zwei Jahre beträgt. Da können beide gern mal nach Osten in den asiatischen Raum schielen, wie es besser geht.
Das Fazit: Die beiden kleinen Franzosen-SUV zaubern dir spontan ein Lächeln ins Gesicht. Sie bieten neben eigenständiger Optik auch muntere Motoren und ein angenehm handliches Format. Den Sieg sichert sich der Renault an der Kasse, als Verlierer muss sich der Peugeot dennoch nicht fühlen.

Peugeot 2008 gegen Renault Captur

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