Unglaublich, was antriebstechnisch heute so alles möglich ist: Ein großes Familien-SUV, samt Fahrer fast 1,8 Tonnen schwer, bewegt von Kleinwagen-Benzinern, wenn auch mit 48-Volt-Mildhybridisierung und VGT-Turboladern mit variabler Einlassgeometrie.

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Volkswagen Tayron

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Ist der VW Tayron 1.5 eTSI schon ein Hubraumzwerg, so treibt der Peugeot 5008 Hybrid 145 e-DSC das Downsizing ins Extrem: nur 1,2 Liter Hubraum, nur drei Zylinder – Peugeot-Konzernmutter Stellantis treibt damit zugleich die Gleichteilestrategie auf die Spitze, findet sich dieses Aggregat doch in nahezu jedem Modell dieses Konzerns, vom Kleinwagen bis zu Raumriesen wie diesem hier.
Anders als bei VW sitzt hier der Elektromotor am Getriebe, steuert 21 PS und 51 Nm Drehmoment bei. VW nutzt hingegen einen Riemen-Startergenerator, der mit 19 PS und 56 Nm zusätzlich anschiebt.

Bei der Größe gibt es keinen Unterschied

Der VW Tayron 1.5 eTSI ist eine Art auf 4,79 Meter gestreckter Tiguan mit eigenständiger Karosserie und Cockpitgestaltung – und nebenbei ein echter Wolfsburger, anders als sein in Mexiko gebauter Vorgänger Tiguan Allspace. Tayron und Peugeot 5008 sind gleich lang, beide rollen auf 19-Zoll-Rädern auf unseren Hof. Sogar das Knickmaß, das etwas aussagt über die Tauglichkeit eines Autos für Langbeinige, beträgt übereinstimmend jeweils 1,16 Meter. Auch der Verstellbereich der Vordersitze ist bei beiden vergleichbar groß.
Peugeot 5008 Hybrid 145 VW Tayron 1.5 eTSI
Zwei vom selben Format: Sowohl Tayron als auch 5008 messen 4,79 Meter in der Länge, selbst das Knickmaß ist mit 1,61 Metern identisch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ansonsten bietet der VW von allem etwas mehr: einen Zylinder mehr, und das Siebengang-DSG wartet mit einem zusätzlichen Gang auf. Die Sitzpositionen im Tayron sind geländewagenartig hoch, die Sitzflächen liegen in hochgefahrenem Zustand 32 Zentimeter (vorn) und 34 Zentimeter über dem Wagenboden (hinten). Im Peugeot sitzt man in Relation zum Wagenboden sogar noch mal etwas höher, dann aber wird bei mehr als 1,80 Meter langen Fahrern der Platz für die Beine knapp.

5008 mit dem typischen Peugeot-Cockpit

Das Peugeot-typische Arrangement von Fahrerdisplay über kleinem Cockpit hat einen Head-up-Display-ähnlichen Effekt; die leichtgängige Lenkung mit extrakleinem Lenkrad erweckt zudem einen angenehmen Eindruck flinker Handlichkeit. Aber diese Anordnung passt nicht für jeden – da hilft nur ausprobieren.
Peugeot 5008 Hybrid 145
Nicht jedermanns Sache: Ganz typisch Peugeot steht auch im 5008 das Cockpit über einem kleinen Lenkrad – man sollte es ausprobieren.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das von uns getestete Tayron-Exemplar hat den großen 15-Zoll-Zentralschirm (Serie ist 12,9 Zoll) an Bord, im 2640-Euro-Paket mit Head-up-Display und Sprachsteuerung. Dem recht leer geräumten Cockpit ist ein einziger Drehregler geblieben, zu finden in der Mittelkonsole zwischen den Sitzen. Er lässt sich umschalten von Audio auf Fahrmodus oder Interieur-Lichtfarbe – leider lässt sich damit nicht der Kartenmaßstab wählen wie im Skoda Kodiaq.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Zahnriemen 
Hubraum 
1199 cm³ 
1498 cm³ 
Systemleistung 
100 kW (136 PS) bei 5500/min
100 kW (150 PS) bei 5000/min
Systemdrehmoment 
230 Nm bei 1750/min
250 Nm bei 1500/min
Vmax
198 km/h
204 km/h 
Getriebe 
Sechsgang-Doppelkupplung 
Siebgang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/55 R 19 V 
235/50 R 19 V 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport 4 SUV 
Michelin Primacy 4 
Radgröße 
7,5 x 19" 
7,5 x 19" 
Abgas CO2 
128 g/km 
137 g/km 
Verbrauch* 
5,7 l/100 km 
6,0 l/100 km 
Tankinhalt 
55 l 
55 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1000/750 kg 
1800/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
100 kg 
Kofferraumvolumen 
348–2232 l 
345–1905 l 
Länge/Breite/Höhe 
4791/1895–2108**/1694 mm 
4792/1853–2151**/1668 mm 
Radstand 
2901 mm 
2788 mm 
Grundpreis
43.860 Euro
45.475 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
45.660 Euro
56.430 Euro
Sehr praktisch ist der serienmäßige und sonst eher in Vans zu findende, zusammenfaltbare Beifahrersitz, der zusammen mit den geplätteten hinteren Sitzreihen eine ebene Ladefläche ergibt – und die Möglichkeit, sehr langes Ladegut ins Auto zu packen. Einfach den Hebel am Beifahrersitz drehen, und der Sitz faltet sich zu einem Hocker-ähnlichen Gebilde zusammen. Typische Baumarkt-Einkäufe wie Latten oder eine Leiter bis zu 2,70 Meter Länge gehen hinein.

Ganz hinten sitzt man nicht wirklich bequem

Der Tayron bietet eine Doppel-Ladeschale für zwei Mobiltelefone und Annehmlichkeiten wie eine Längsverstellung der Fondbank um zwölf Zentimeter, zudem ist die Lehne mehrfach in der Neigung verstellbar. Die dritte Reihe kostet 950 Euro extra, ist bei einer gewissen Grundgelenkigkeit auch Erwachsenen zugänglich – der Aufenthalt hier ist aber fast nur Kindern zuzumuten, und auch das nur auf Kurzstrecken.
Peugeot 5008 Hybrid 145
Für Kurzstrecken und Kinder: Die dritten Sitzreihen taugen in beiden eher nicht für Erwachsene. Im Peugeot ist es besonders eng.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Schwacher Trost: Im Peugeot wirkt die dritte Reihe noch beengter, wenngleich hier die Sitzchen stärker ausgeformt sind. Leider liegt im VW trotz des Preises ein leichter Discounter-Touch über den meisten Innenraum-Materialien. Wertiger als beim (günstigeren) Peugeot erscheint uns die Qualitätsanmutung nicht.

Für den Alltag reichen die Antriebe

Die 150 PS im VW mögen für das große Familien-SUV mit Siebensitzer-Option knapp wirken, aber für alle erdenklichen Alltags-Verkehrssituationen reicht's. Das Drehmoment von 250 Nm steht schon bei 1500/min an. Naturgemäß kann der eTSI aber weder von den Beschleunigungs- noch von den Durchzugswerten her mit dem bereits von uns getesteten 2.0 TDI mithalten.
Der Peugeot-Antrieb zieht etwas träger durch, pfeift in vielen Lebenslagen, der Dreizylinder läuft und klingt naturgemäß rauer als der Vierzylinder des VW, zeigt sich aber wirksam gedämmt.
Peugeot 5008 Hybrid 145 VW Tayron 1.5 eTSI
Zieht vorbei: In allen Längsdynamik-Disziplinen liegt der VW Tayron ein kleines Stückchen vor dem Peugeot – und er verbraucht weniger.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wenn wir einen klassischen Ausweichhaken fahren, offenbart der Familienfreund von VW kleine und unerwartete Schwächen: Die ESP-Abstimmung erschien uns, in älteren Tiguan beispielsweise, schon mal besser gelungen. Es lässt mehr zu als das des Peugeot, überbremst dann ein Rad vorne, um den Wagen wieder zu stabilisieren. Nur: Wenn Räder stehen, ist die Spurtreue dahin. Deshalb rutscht er ein Stück geradeaus, lässt den Fahrer erst danach in die ursprüngliche Linie einlenken. Das war bei VW schon mal eleganter geregelt.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,7 s 
3,5 s 
0–100 km/h 
10,8 s 
9,9 s 
0–130 km/h 
18,0 s 
16,1 s 
0–160 km/h 
29,6 s 
25,8 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
6,0 s 
5,6 s 
80–120 km/h 
7,8 s 
6,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
1726/624 kg 
1752/628 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
57/43 % 
55/45 % 
Wendekreis links/rechts 
11,6/11,6 m 
11,8/11,8 m 
Sitzhöhe 
710 mm 
660 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,8 m 
35,1 m 
aus 100 km/h warm 
35,2 m 
35,3 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
60 dB(A) 
58 dB(A) 
bei 100 km/h 
65 dB(A) 
64 dB(A) 
bei 130 km/h 
69 dB(A) 
68 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,7 l S/100 km 
5,5 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
7,3 l S/100 km
(+28 %)
6,7 l S/100 km
(+12 %)
Sportverbrauch 
10,2 l S/100 km 
8,3 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
173 g/km 
159 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
750 km 
820 km 
Beim Peugeot greift das ESP sofort und rigoros ein, unterbindet jedes Aus-dem-Ruder-Laufen und lässt sich nie aus der Reserve locken – konsequent auf Fahrsicherheit getrimmt. Bei ihm sehen wir ein anderes Problem: Das Lenkrad lässt sich nicht weit genug herausziehen. Der Winkel von Ober- zu Unterarm stimmt nicht, wenn man die Lehne nicht steil stellt. Das kostet Reaktionszeit in brenzligen Situationen.

Im Tayron steckt viel Fahrkomfort

Über eine Verkehrszeichenübernahme – sie schont das Flensburg-Punktekonto – verfügen beide Testwagen. Der VW passt sich automatisch den erkannten Tempolimitschildern an; der Peugeot verlangt einen bestätigenden Druck auf die OK-Taste im Lenkrad.
Noch eine Gemeinsamkeit: Beide SUV produzieren subjektiv wenig Windgeräusche, wobei der VW unseren Messgeräten zufolge leiser ist. Der VW betreibt viel Aufwand, um Störendes von den Insassen fernzuhalten, verwendet doppelte Türdichtungen, das Getriebe ist über entsprechende Lager entkoppelt.
VW Tayron 1.5 eTSI
Sehr komfortabel: Das aufpreispflichtige Adaptivfahrwerk des Tayron filtert Unebenheiten gekonnt weg. Es wirkt mitunter oberklassig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Nur der Tayron ist mit einem Adaptivfahrwerk zu haben, das im Individual-Modus 15 Dämpfer-Stufen anbietet (1195 Euro, im Paket). In der weichsten fährt er sich geradezu oberklassig. Dass der 5008 nicht ganz so wattig unterwegs ist, liegt auch an den montierten Michelin Pilot Sport 4, die härtere Flanken aufweisen als die Michelin Primacy des VW.
Der 5008 rollt härter ab, spricht weniger fein an, die Federung bietet aber gute Reserven auf langen Wellen. Die Lenkung gibt Unebenheiten der Straße stärker an den Fahrer weiter. Dafür bremst der Peugeot etwas besser. Und: Sein Wendekreis fällt kleiner aus.
Zu den Kapiteln, in denen der VW mehr Punkte sammelt, zählt die Fahrdynamik: Er ist neutraler gewichtsverteilt, der Peugeot fährt sich etwas frontlastiger. Der VW beschleunigt auch flotter; das Getriebe verfügt sogar über eine Launch-Control-Funktion im Sportwagenstil. Längsdynamisch hat der Franzose weniger zu bieten. Langsam ist der 5008 aber auch nicht, schafft 198 km/h Höchsttempo – mit viel Anlauf.
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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In zwei weiteren Punkten hingegen schenken sich beide Kandidaten nicht viel: Die Zuladung liegt auf ähnlich hohem Niveau (bei rund 620 kg), und die Verbräuche – hier tragen die Downsizing-Konzepte eben doch Früchte – lassen sich unter sieben Liter drücken.
Der Peugeot bietet den noch größeren Laderaum (bis 2232 Liter) und ist bei vergleichbarer Qualitätsanmutung das günstigere Angebot – vor allem für den, der eine dritte Sitzreihe braucht. Die kostet für den VW 950 Euro extra, im Peugeot ist sie Serie. Sieben Sitze und Riesen-Laderaum zum günstigen Preis plus originelles Design – bei diesen Prioritäten gehört der Peugeot in die engere Wahl.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
566
543
Platz
1
2
Testnote
2,0
2,3
Fazit
Mehr Dynamik, mehr Variabilität, mehr Federungskomfort, mehr Zuglast, mehr Effizienz. Mit Made-in-Germany-Preisaufschlag.
Mehr Laderaum, mehr Serienausstattung, kräftige Bremsen. Kleine Komfortmängel. Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der VW bietet mit Ausnahme des Ladevolumens von nahezu allem etwas mehr: Seine Stützlast etwa liegt bei 100 kg, die des Peugeot bei 80 kg; er darf viel mehr ziehen (1800 kg, Peugeot 1000 kg). Wer die Zuladung oft ausnutzt, sollte besser zur nächststärkeren Motorisierung greifen. Das gestaltet sich bei VW leichter wegen der größeren Motorenauswahl. Peugeot bietet als stärkeren Antrieb nur den Plug-in-Hybrid an.

Bildergalerie

Peugeot 5008 Hybrid 145 VW Tayron 1.5 eTSI
VW Tayron 1.5 eTSI
Peugeot 5008 Hybrid 145
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Zwei Siebensitzer-SUV im Vergleich

Fazit

von

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Der VW Tayron ist ein echter Wolfsburger, sammelt in jedem Testkapitel mehr Punkte als der Peugeot 5008 – außer im Kostenkapitel, wo ihn hoher Kaufpreis bei knauseriger Garantie zurückwerfen. Dennoch siegt er nach Punkten, bietet mehr Komfort und Fahrdynamik. Der fahrsichere Peugeot hält mit Preiswürdigkeit und origineller Gestaltung dagegen.