Peugeot E-5008 Dual-Elektromotor, Skoda Enyaq RS: Test
Clever und stark: Skoda Enyaq und Peugeot E-5008 im E-SUV-Test

Als kompakte Elektro-SUV mit Allrad versprechen Skoda Enyaq RS und Peugeot E-5008 den Alleskönner für Abenteuer und Alltag. Ein Vergleich.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die stehen auf mancher Wunschliste: SUV mit ausreichend Talent für Familie und Freizeit, einem zeitgemäßen Elektroantrieb und einer Extraportion Spaß an individueller Mobilität.
Zwei Elektro-SUV im Test
Testwagenpreise über 60.000 Euro
Wahrlich zwei moderne Traumwagen – wenn da nicht der Preis wäre: Schon die Grundpreise lassen potenzielle Käufer zusammenzucken. Der Skoda Enyaq RS steht ab 58.600 Euro in der Preisliste, für den Test waren noch zwei Pakete (Maxx für 1490 Euro und Transport für 320 Euro) sowie die 21-Zoll-Mischbereifung für 790 Euro zu addieren.

Teure Elektro-SUV: Im Testtrimm werden für den Skoda Enyaq 61.200 Euro fällig, der Peugeot E-5008 kostet 61.600 Euro.
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Macht dann 61.200 Euro – und damit fast exakt so viel wie beim Peugeot E-5008 Dual-Elektromotor im feinen GT Exclusive-Trimm ab 61.600 Euro. Weitere Extras mussten hier nicht mehr hinzugezählt werden.
Fahrzeugdaten
Modell | Peugeot E-5008 Dual-Elektromotor | Skoda Enyaq RS |
|---|---|---|
Motor Bauart vorn | Synchronelektromotor | Asynchronelektromotor |
Motor Bauart hinten | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor |
Spitzenleistung kombiniert | 239 kW (325 PS) | 250 kW (340 PS) |
Dauerleistung | 137 kW (186 PS) | 89 kW (121 PS) |
max. Drehmoment | 345 Nm | 679 Nm |
Vmax | 180 km/h | 180 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Trommel |
Testwagenbereifung | 235/50 R 20 V | 235/45–255/40 R 21 V |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport 4 SUV | Hankook Ventus S1 Evo 3 |
Radgröße | k. A. | 8,5–9 x 21" |
Reichweite* | 469 km | 547 km |
Verbrauch* | 18,6 kWh/100 km | 16,3 kWh/100 km |
Batteriekapazität nutzbar | 73 kWh | 79 kWh |
Ladeleistung AC/DC | 11/160 kW | 11/185 kW |
Ladezeit (10-80 %; DC-Ladung) | 30 Minuten (20-80 %) | 26 Minuten |
Ladeanschluss | hinten links | hinten rechts |
Fach unter Frontklappe | – | – |
Vorbeifahrgeräusch | 64 dB(A) | k. A. |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1000/750 kg | 1200/750 kg |
Stützlast | 80 kg | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 201/690**–1757 l | 585–1710 l |
Länge/Breite/Höhe | 4791/1895–2108***/1694 mm | 4660/1879–2147***/1607 mm |
Radstand | 2901 mm | 2769 mm |
Grundpreis | 61.600 Euro | 58.600 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 61.600 Euro | 61.200 Euro |
Für so viel Geld gibt es dann immerhin schon eine ziemlich komplette Ausstattung, die von Allrad und Automatik über umfangreiche Sicherheitsextras, LED-Scheinwerfer und Navi bis zur Drei-Zonen-Klimaautomatik wenig Wünsche unerfüllt lässt.
Garantie spricht für den Peugeot
Der 5008 bringt sogar immer sieben Sitze mit, der Enyaq einen Centerairbag vorn. Bei der Garantie zeigt der Franzose mit acht Jahren (bis 160.000 km) dem Tschechen mit ziemlich überschaubaren zwei Jahren, wie es geht. Für den Skoda sprechen dann der bessere Restwert und günstigere Kaskoklassen.

Deutlich mehr: Peugeot gibt auf den E-5008 acht Jahre Garantie. Beim Skoda Octavia sind es überschaubare zwei Jahre.
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Leasing kommt bei beiden teuer. Skoda verlangt bei 48 Monaten Laufzeit, 10.000 Kilometern pro Jahr und null Anzahlung glatte 600 Euro im Monat, Peugeot fordert bei gleichen Konditionen mit 591 Euro (Hamburg) ähnliche indiskutable Raten.
Vorn sitzt man im Peugeot noch entspannt, genießt die etwas bessere Materialqualität sowie ordentlich ausgeformte Polster mit verlängerbarer Beinauflage und gutem Langstreckenkomfort. Die breite Mittelkonsole und das tief platzierte Lenkrad engen den Fahrer aber ein wenig ein, besonders große Fahrer müssen ihre langen Beine erst mal sortieren. Im Enyaq geht es da luftiger zu, bleibt etwas mehr Bewegungsfreiheit. Dafür sind die Polster weniger körpergerecht konturiert, lässt sich die Sitzfläche nicht ausziehen.
5008 kommt immer als Siebensitzer
In Reihe zwei verstärkt sich dieses Bild. Deutlich mehr Platz im Skoda, die bequemeren, weil längs verschiebbaren und in der Lehnenneigung verstellbaren Polster beim Peugeot. Und der in allen Richtungen einige Zentimeter größere Franzose kommt stets als Siebensitzer, bietet trotz der Sitze im Boden minimal mehr Kofferraumvolumen als der Skoda.

Eine Reihe mehr: Die beiden Sitze ganz hinten sind im Peugeot 5008 immer an Bord. Erwachsene sollten sie nur für Kurzstrecken nutzen.
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In Reihe drei sollten Erwachsene im 5008 zwar nur ausnahmsweise mitfahren (Innenhöhe 84 cm, 14 cm weniger als in Reihe zwei), für Grundschüler sind 5008-Piloten aber King of Kindergeburtstag.
Multimedia und Konnektivität beherrschen beide ganz okay, kommen mit kabelloser Handyspiegelung, brauchbarer Sprachsteuerung und ChatGPT. Im 5008 ist der Touchscreen zwar etwas weit entfernt und reagiert leicht verzögert, die programmierbaren i-Toggles liegen aber griffgünstig in der Mitte des Armaturenbrettes. Das Skoda-System läuft insgesamt flüssiger und lässt sich intuitiver erfassen, ganz frei von verschachtelten Menüstrukturen ist es aber nicht.
Im Enyaq geht es sportlich zu
Auch ohne Verstelldämpfer federt der 5008 durchaus kommod, das Anfedern auf Kanten und Schlaglöchern gelingt dem Enyaq aber eine Spur geschmeidiger. Dabei hilft dem Tschechen das 15-stufig verstellbare DCC-Fahrwerk (im Paket), das im Komfortmodus sogar die üppige 21-Zoll-Bereifung kompensieren kann.

Dynamiker auf Knopfdruck: Im Sportmodus lässt das DCC-Fahrwerk den Enyaq willig einlenken, die Lenkung bietet feine Rückmeldung.
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Und wer den Skoda auf Sport stellt, bekommt diesen dann auch. Der Tscheche lenkt noch williger ein, bietet feine Rückmeldung, die strafferen Dämpfer verringern die Karosseriebewegungen. Weil der agile Enyaq auch noch bestens bremst, ist der Spaß garantiert.
Messwerte
Modell | Peugeot E-5008 Dual-Elektromotor | Skoda Enyaq RS |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 2,6 s | 2,2 s |
0–100 km/h | 6,2 s | 5,4 s |
0–130 km/h | 9,7 s | 8,6 s |
0–160 km/h | 16,4 s | 12,8 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 3,1 s | 2,7 s |
80–120 km/h | 3,9 s | 3,5 s |
Leergewicht/Zuladung | 2372/568 kg | 2215/535 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 51/49 % | 49/51 % |
Wendekreis links/rechts | 11,7/11,8 m | 11,5/11,5 m |
Sitzhöhe | 710 mm | 640 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 36,3 m | 32,5 m |
aus 100 km/h warm | 35,9 m | 33,2 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 56 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) | 64 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) | 68 dB(A) |
bei 160 km/h | 72 dB(A) | 71 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 16,4 kWh/100 km | 17,9 kWh/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 23,5 kWh/100 km (+26 %) | 22,9 kWh/100 km (+40 %) |
Sportverbrauch | 31,5 kWh/100 km | 27,4 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km | 0 g/km |
Reichweite | 344 km | 372 km |
Das ist im 5008 anders. Die Lenkung erscheint eher entkoppelt, der Allradantrieb wirkt ein bisschen verschlafen, die Leistungsentfaltung gelingt nicht so homogen und spontan wie im Skoda.
Fahrleistungen und Reichweite sprechen für Skoda
Wobei die Fahrleistungen des 5008 mit 6,2 Sekunden auf Tempo 100 und 16,4 Sekunden bis 160 km/h durchaus respektabel ausfallen, aber doch deutlich hinter dem 15 PS stärkeren Skoda zurückbleiben (5,4/12,8 s). Und trotz solcher Sportlichkeit bleibt der Enyaq minimal sparsamer (22,9 zu 23,5 kWh/100 km), schafft zudem 28 Kilometer mehr nonstop und kann auch schneller nachgeladen werden (185 zu 160 kW).

Klare Sache: Den Sprint auf Tempo 100 gewinnt der Enyaq deutlich. Auch in Sachen Reichweite liegt er am Ende vor dem E-5008.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Weiterer Vorteil Skoda: Wo der Peugeot erst am Schild auf ein Tempolimit hinweist und die Übernahme erfragt, hat der Travel Assist des Skoda Tempolimits, Kreisverkehre und sonstiges vorausschauend im Blick und passt sich auf Wunsch automatisch an.
Platzierung
Modell | Skoda Enyaq RS | Peugeot E-5008 Dual-Elektromotor |
|---|---|---|
Punkte* | 602 | 562 |
Platz | 1 | 2 |
Testnote | 1,6 | 2,0 |
Fazit | Ein alltagstauglicher Familienfreund, der auch Spaß bringt. Schmerzen bereitet tatsächlich nur der Preis. | Ein eher gemütlicher Begleiter mit Charme und sieben Sitzen. Leider ebenso heftig teuer. |
Beide verfügen übrigens über eine dreistufig verstellbare Rekuperation, die aber nicht bis in den Stillstand bremst (One-Pedal-Drive). Kommt auf unsere Wunschliste.
Fazit
Der Enyaq zeigt auch als sportliches Topmodell RS kaum Schwächen. Er kann ebenso komfortabel wie sportlich, ist modern eingerichtet und schafft annähernd akzeptable Reichweiten. Beim sympathischen Peugeot müssen in fast allen Punkten ein paar Abstriche gemacht werden. Und mit mehr als 60.000 Euro sprengen beide das Budget von Normalverdienern.
Service-Links































