Das wird sowieso nichts, Träumereien, Geldverbrennung – so oder ähnlich mögen manche über das Projekt von Toni Piëch (ja, einem Sohn von Ferdinand Piëch und Porsche-Enkel) geurteilt haben. Sie täuschten sich vor zwei Jahren, als das Konzept in Genf vorgestellt wurde, sie täuschen sich noch immer.
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Der zweisitzige Sportwagen-Prototyp Piëch GT absolvierte erfolgreich jenseits der 200 km/h Testfahrten, jetzt wurde eine Entwicklungspartnerschaft bekannt gegeben, die aufhorchen lässt: mit dem Berliner Software-Start-up Incari. Müssen Sie nicht kennen. Aber: Die Nummer von Osman Dumbuya, dem Gründer und CEO, haben viele deutsche Autovorstände in der Tasche. Er sagt: "Unsere Plattform Incari Studio revolutioniert die Mensch-Maschine-Schnittstelle in der Autobranche." Was er damit meint: Mit nur drei Kreativen wurde das Bediensystem für den Piëch GT in nur sechs Monaten entwickelt. Es gibt nur ein Tool für alles. Wir haben die Rückfahrkamera vergessen? Macht nichts, ein paar Klicks, nach fünf Minuten ist sie integriert. Und so weiter.
Piech-Incari Showcar - TecDay
Klassisches Layout: Klassischer Tacho und Lenkrad dominieren den Arbeitsplatz des GT.

Beim Innenraum zählt Geschwindigkeit

Man sieht es dem Innenraum nicht an. Das Interieur dominiert vor dem Fahrer ein klassischer Tacho, dazu kommen drei eher kleine synchronisierte Bildschirme plus Augmented Reality. Mehr nicht? Piëch. "Der Screen altert am schnellsten, deshalb haben wir uns für klassische Bildschirme und gegen ein dominantes Riesenteil entschieden. Geschwindigkeit ist heute in der Branche wichtiger als Größe." Vom Papier zur Serie will Piëch – auch für das noch geplante SUV und eine viersitzige Sportlimo – nur zwei Jahre brauchen. 
Piech-Incari Showcar - TecDay
Die "Väter" des Piëch GT: Toni Piëch (rechts) und Incari-Gründer Osman Dumbuya sind jetzt ein Team.

Es fehlt Unterstützung aus der Politik

Apropos Tempo: Der GT hat drei E-Motoren (zwei hinten, einer vorn), 611 PS, wiegt mit 1800 Kilogramm 500 weniger als ein Taycan, 1000 weniger als der neue Tesla Roadster (der aber auch mehr Reichweite haben soll), spurtet in drei Sekunden auf 100 km/h. Ladezeit: acht Minuten auf 80 Prozent der 500 Kilometer Reichweite. Das Auto kann sich per Modultausch immer wieder erneuern, es altert weder technisch noch in der klassischen Form, so versteht der Gründer Nachhaltigkeit. 
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Beide CEOs beklagen den Entwicklermangel, die fehlende Unterstützung durch Politik und Finanzierer. Piëch sagt: "Uns ist gelungen, woran die allermeisten – auch die ganz großen – Hersteller bislang scheitern: eine smarte, softwarebasierte Zusammenarbeit von Designern und Ingenieuren." Dumbuya sagt: "Wenn ich manchmal Vorstände auf der Bühne blumig von der Zukunft reden höre und gleichzeitig in meinem Handy genau von dieser Firma ein Hilferuf kommt, was soll ich da sagen? Mich wundert es nicht. Ganze Jahrgänge von der Uni wegzukaufen reicht eben allein nicht aus, um Erfolg zu haben."