Zwang zur Nachhaltigkeit: Die Autoindustrie schlägt drakonische Maßnahmen vor, damit Plug-in-Hybride bessere Verbrauchswerte erreichen. Hintergrund ist ein Missverständnis – und der Versuch der Hersteller, drastische Auflagen durch die EU zu vermeiden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS).

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Bisher gelten Plug-in-Hybride als Brückentechnologie mit dem "Besten aus zwei Welten". Diese Modelle können auf relativ kurzen Strecken bis zu etwa 100 km Reichweite wie Elektroautos genutzt werden, auf langen Strecken dagegen dominiert der Verbrennungsmotor. Die Verbrauchswerte nach WLTP werden aus der Kombination beider Antrieb gemessen.
Doch in der Realität fährt die Mehrheit der Plug-in-Hybridautos fast ausschließlich mit dem Verbrenner. Das hat zuletzt die internationale Umwelt-NGO Transport & Environment (T&E) moniert. Denn offenbar nutzen die meisten Autofahrer ihre Fahrzeuge ausschließlich als Verbrenner – viele wissen möglicherweise gar nicht, dass sie damit auch ausschließlich elektrisch fahren können.

Mehr Kilometer als E-Auto unterwegs

Ab 2027 will die EU die Grenzwerte für diese Antriebsart nun drastisch erhöhen. Um Milliarden-Strafzahlungen zu entgehen, schlägt der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) einen bemerkenswerten Eingriff in die Fahrzeug-Technologie vor: Die Autos sollen ihre Nutzer zwingen, regelmäßig vollelektrisch zu fahren. Dieser eingebaute E-Zwang würde die Schadstoffemission senken und damit automatisch zu besseren Verbrauchswerten führen.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller spricht davon, Plug-in-Hybrid-Fahrer zu "motivieren", mehr elektrisch zu fahren. "Künftig könnten Plug-in-Hybride so konzipiert werden, dass regelmäßiges Laden verpflichtend wird", sagte sie der FAS. Die Maßnahme würde also nur zukünftige Neuwagen betreffen, eine nachträgliche Umrüstung von Gebrauchtwagen ist nicht gemeint.

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Wie funktioniert der Elektro-Zwang?

Der Elektro-Zwang würde ähnlich funktionieren wie bei modernen Dieselmotoren der Zwang zur Nutzung von AdBlue, dem Reinigungsmittel für SCA-Katalysatoren. Ist der AdBlue-Tank leer, erhält der Fahrer eine Warnmeldung – und nach kurzer Zeit schaltet der Motor in den Notlauf, was mit einem deutlichen Leistungsverlust einhergeht.
Bei Plug-in-Hybriden soll, so schlägt der VDA dezidiert vor, parallel zu jeder Tankfüllung auch eine Akkufüllung gefordert werden. Bisher funktionieren Plug-in-Hybride so, dass bei leerem Akku automatisch der Verbrennungsmotor einspringt. Zukünftig würde also bei jedem Tankzyklus der Elektromotor erheblich häufiger zum Zuge kommen. Unterlässt der Fahrer das Laden trotz Aufforderung durch die Fahrzeugelektronik, wird automatisch die Systemleistung reduziert. Sprich: Das Autofahren macht dann nicht mehr viel Spaß.