Energie an Bord eines Wohnmobils gab es bisher in vielen Varianten. Vorwärts ging's klassisch mit Diesel, gekocht und geheizt wurde meist mit Gas, gelesen mit elektrischem Licht. Bei Pössl schwimmen sie jetzt gegen bzw. mit dem Strom – und elektrisieren ihren Vanster. Das moderne Induktionskochfeld mit 230-Volt-Außenanschluss und die LED-Leselampe im Dach sind bereits bekannt.
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Neu ist der E-Antrieb. Und der leistet 136 PS und 260 Nm Drehmoment. Dafür nutzen die Bayern als Basis den Citroën ë-SpaceTourer. Bislang gibt es lediglich zwei Prototypen.

Pössl E-Vanster: Mit 75-kWh-Akku bis zu 330 Kilometer Reichweite

Ob der E-Camper in Serie geht – aktuell noch unklar, aber denkbar. Es würde ihn dann mit zwei Akku-Größen geben, wobei sich der 50-kWh-Akku eher für den Kurztrip eignet. Seine Reichweite beträgt 224 Kilometer (WLTP-Wert). Beim 75-kWh-Akku sind es bis zu 330 Kilometer.
Pössl E-Vanster
Steckdose vorne links: lädt mit 100 kW am Schnelllader. Der 75-kWh-Akku ist dann in 45 Minuten bei 80 Prozent.
Von der Pössl-Fabrik in Dachwig bei Erfurt kommt man damit etwa bis Prag (mit kleinem Akku nur bis ins Dorf Hora Svatého Šebestiána, was aber sicher auch seine Reize hat). Wo sich beim normalen SpaceTourer die Tankklappe befindet, nämlich hinten links, ist jetzt nur noch eine Blende. Die Steckdose sitzt vorne links neben der Fahrertür. Laden kann der E-Vanster mit bis zu 100 kW, was okay, aber nicht herausragend ist.

Hubdach und serienmäßig fünf Sitzplätze

Der erste Fahreindruck bei unserer kurzen Testfahrt: Angenehm, wie leise Verreisen sein kann. Fühlt sich an wie eine Fahrt im ICE, nur dass man selbst der Lokführer ist. Der Vanster bietet serienmäßig fünf Sitzplätze, wobei sich Fahrer- und Beifahrersitz drehen lassen. Das Hubdach ist mit wenigen Handgriffen geöffnet und bietet eine Matratze samt Lattenrost.
Pössl E-Vanster
Das von Pössl in Polen produzierte hydraulische GFK-Hubdach ist durch einen simplen Mechanismus gesichert. Aufbauzeit: wenige Sekunden.

Gegen Aufpreis gibt es Campingboxen, die ebenfalls im Heck Platz finden und neben einer Spüle auch einen Frischwasserbehälter und einen autarken Zweiflammenkocher (Gas!) enthalten (2099 Euro). Eine zweite Box bietet zusätzlich eine ausklappbare Matratze (ab 2599 Euro).

Technische Daten

Pössl E-Vanster
Abzweigung
Motorisierung
Abzweigung
Abzweigung
Leistung
Abzweigung
Abzweigung
Drehmoment
Abzweigung
Abzweigung
Höchstgeschwindigkeit
Abzweigung
Abzweigung
Getriebe/Antrieb
Abzweigung
Abzweigung
Batteriekapazität
Abzweigung
Abzweigung
Länge/Breite/Höhe
Abzweigung
Abzweigung
Radstand
Abzweigung
Abzweigung
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil)
Abzweigung
Abzweigung
Material Wand/Dach/Boden
Abzweigung
Abzweigung
Liegefläche Dach L x B
Abzweigung
Abzweigung
Kühlschrank/Eisfach
Abzweigung
Abzweigung
Herd
Abzweigung
Abzweigung
Frisch-/Abwassertank
Abzweigung
Abzweigung
Gasvorrat/Heizung
Abzweigung
Abzweigung
Preis/Testwagenpreis
Abzweigung
Abzweigung
Verbrauch (Herstellerangabe)
Abzweigung
Elektromotor
100 kW (136 PS)
260 Nm
130 km/h
1-Gang-Automatik/Vorderradantrieb
75 kWh
4959/1920/1950 mm
3275 mm
k. A./k. A.
Stahl/GFK/Stahl
1,90 x 1,20 m
Induktionskochfeld
-
-
keine Angabe
29,5 kWh

Preis noch unklar – ohne Ausbau kostet der ë-SpaceTourer 57.890 Euro

Bleibt die Frage: Was würde so ein Elektro-Vanster kosten? Die Antwort: noch unklar. Vielleicht kann man sich der Sache so nähern: Den normalen SpaceTourer mit Basis-Diesel (120 PS) verkauft Citroën zum Listenpreis ab 39.640 Euro. Bei Pössl kostet das Fahrzeug MIT Vanster-Ausstattung rund 4500 Euro weniger, nämlich ab 34.999 Euro. Der ë-SpaceTourer mit großem Akku kostet ohne Camping-Ausbau bei Citroën direkt mindestens 57.890 Euro. Selbst mit Rabatt würde es also ein Fahrzeug für E-nthusiasten. Übrigens: Ein Energieverbraucher funktioniert auch beim E-Vanster zum Glück noch ohne Strom: das Lagerfeuer am Abend.

Fazit

Wäre mein Sohn schon im Fußballverein – ich würde über einen Vanster nachdenken. Er hat im Alltag Platz für acht und taugt am Wochenende für den Vater-Sohn-Ausflug mit Übernachtung und Sternegucken im Dach. Bald auch mit E-Antrieb? Für das Geld würde ich persönlich eher einen Kastenwagen kaufen.