Es ist kein schönes Gefühl, wenn du auf dem Highway Gas gibst und plötzlich keine Leistung mehr da ist. "Antriebsfehler! Fahrzeug sicher abstellen", leuchtet im Display. Und dann fahr mal von der linken Spur auf den Standstreifen ganz rechts – oder besser gesagt: rolle. Denn der Wagen bleibt zwar lenk- und bremsbar, aber er zieht nicht mehr durch.
In den USA ist genau das Porsche Taycan-Kunden passiert. Und es KANN jedem der rund 43.000 Käufer weltweit passieren, die einen Taycan besitzen, der vor Juni 2021 ausgeliefert wurde. Die Folge: einer der größten Rückrufe der Porsche-Geschichte!
Hinweis
Wallbox + Ökostrom in der AUTO BILD-Edition
Der "plötzliche Vortriebsverlust", so heißt es im Unternehmen, sei bei 0,3 Prozent aller bis zu 761 PS starken Porsche Taycan und Taycan Cross Turismo aufgetreten. Das sind 129. Zu Unfällen, Schäden, gar Verletzten sei es in keinem Fall gekommen, betont Porsche. Doch auch bei internen Erprobungen habe es Vorfälle gegeben. Der Grund für das Problem wurde von den Ingenieuren schnell gefunden: ein Softwarefehler in der Steuerung der Hochvoltbatterie. Der lässt sich zwar nach dem Ausschalten und Neustarten des Motors vom Fahrersitz aus beheben, kann aber jederzeit erneut auftreten.
Porsche Taycan Cross Turismo
Auch der Kombi-Ableger Taycan Cross Turismo ist vom Rückruf betroffen.

Wie geht es jetzt weiter mit dem Porsche-Rückruf?

Der Fehler ist so schwerwiegend, dass der Sportwagenbauer hier keinem möglichen Over-the-Air-Update zur Problemlösung vertraut. Bei einem Werkstattaufenthalt von etwa einer Stunde soll ein Software-Update auf beide Hauptsteuergeräte für die E-Motoren vorne und hinten (die sogenannten Pulswechselrichter) gespielt werden. Was die Aktion kostet, darüber schweigt Porsche. Auch über mögliche Regressforderungen. Denn nach AUTO BILD-Informationen handelt es sich bei den Steuergeräten um ein sehr teures Bauteil eines Zulieferers. In Deutschland sind rund 3400 Kunden betroffen, sie werden von Porsche angeschrieben.

Audi e-tron GT hat die aktuellste Software

Nach AUTO BILD-Informationen gibt es sonst keine weiteren Fälle. Der im Antriebsstrang baugleiche Audi e-tron GT, dessen Auslieferungen gerade erst anlaufen, hat bereits die aktuellste Softwareversion (Code 0012). (Überblick: alle neuen E-Autos der nächsten Jahre!)