Günstiges Ausbeul-Werkzeugset im Praxistest

Praxistest: Ausbeul-Werkzeugset Manelord

Was kann der Billigdellenzieher?

Mit dem Manelord-Reparaturset sollen große und kleine Dellen nach nur 30 Minuten Geschichte sein. Ist das Kit für nur 27,99 Euro ein Wunder-Werkzeug oder eher ein Fall für die Tonne?
Es wäre zu schön, um wahr zu sein: Mit einem Mini-Investment und einem Nachmittag Eigenleistung sollen die hässlichen Dellen an unserem Golf Cabriolet Geschichte sein. Auf Amazon finden sich mehr als 150 überwiegend positive Rezensionen für das Ausbeul-Werkzeugset, das stimmt uns zumindest vor der Lieferung optimistisch. Auch wenn der Verkäufer leicht bei seiner Beschreibung holpert, ist er von seinem Produkt überzeugt: "Das lackfreie Dellenreparaturset kann von jeder Person problemlos bedient werden, selbst das Mädchen kann leicht reparieren", erklärt der Anbieter kryptisch bei Amazon. Aufbereiter Tobias Wasser von APS-Hamburg hat jahrelange Erfahrung mit Smart Repair. Schon sein erster Eindruck nach dem Öffnen der Verpackung fällt ernüchternd aus: "Das ist billigste China-Ware. Es wird ein Spaß herauszufinden, ob dieses Werkzeug etwas taugt." Immerhin ist der Gleithammer schnell zusammengeschraubt und einsatzbereit.

Kein Ausbeulhammer: Das Sparset ist unvollständig

Achtung, hier wird's brenzlig: Wird der Kleber mit dem Spachtel entfernt, drohen Kratzer.

Die zweiseitige Anleitung empfiehlt eine gründliche Vorreinigung mit einem geeigneten Entfetter – nicht beiliegend. Außerdem eine Erwärmung der beschädigten Zone, so würde es auch der Profi machen. Ansonsten haften die Zugpunkte möglicherweise nicht korrekt am Lack. Erstes Problem: Die beiliegenden Heißkleberstangen passen nicht in die hierzulande üblichen Werkstatt-Heißklebepistolen. Sie sind mit sieben Millimeter Durchmesser zu dünn. Warum sowohl honiggoldene als auch schwarze Klebestäbe beiliegen, erklärt die Anleitung leider nicht. Aber immerhin, mit viel Gefühl und etwas Geduld lässt sich das eingedellte Blech herausziehen. Dafür wird der Gleithammer in die Zugpunkte eingehakt und das Gleitgewicht ruckartig vom Fahrzeug weggezogen. Wichtig ist es, die Kontaktflächen der Klebeadapter zuvor vollflächig zu fixieren, mehrere Minuten ablüften zu lassen und auf einen passenden Winkel beim Herausziehen zu achten. Leicht überdehnte Blechpartien werden normalerweise mit einem Ausbeulhammer zurückgeschlagen. Leider lag keiner bei, das Sparset ist damit unvollständig. Achtung! Wer den mitgelieferten gelben Kunststoffspachtel nutzt, um die Heißkleberreste vom Blech zu entfernen, riskiert gravierende Lackschäden.

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Rund 70 Euro werden zusätzlich fällig

Für ein passables Reparaturergebnis ist unterm Strich zu viel Vor- und Nacharbeit nötig. Und dafür reicht der Umfang des gelieferten China-Dellensets nicht aus. Rechnet man die Ausgaben für Entfetter, Heißklebepistole, Kunststoffentferner, Politur und einen Ausbeulhammer hinzu, sind rund 70 Euro zusätzlich fällig. Also, lieber zum Profi, denn für 100 Euro dürfte bereits ein kleiner Reparaturauftrag beim Beulen-Doc drin sein – und der erzielt mit Sicherheit ein besseres Ergebnis.

Günstiges Ausbeul-Werkzeugset im Praxistest

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Fazit von Redakteur Jakumeit: Dieses Set ist rausgeschmissenes Geld! Bevor Sie knapp 30 Euro in den Sand setzen, investieren Sie besser gleich in eine solide Alternative aus dem Werkstattbedarf. Amateure sollten mit Blechen vom Schrott üben. Urteil: 1,5 von fünf Punkten.

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