Der AUTO BILD Ausbeul-Werkzeug-Test
Hilf Dir selbst und zieh es glatt!
Blechschäden sind ärgerlich und die Reparatur meist teuer. Was lässt sich selbst beheben und wo wird es knifflig? AUTO BILD hat Ausbeul- und Dellenwerkzeuge getestet und zeigt, was wirklich sinnvoll ist.
Unser Versprechen
Redaktionelle Produktauswahl, unabhängige Empfehlungen! Käufe über unsere Links unterstützen unsere Arbeit – ohne Zusatzkosten für Sie.
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1.
Mookis
92 PCS Ausbeulwerkzeug Dellen Reparaturset
1,5
gut
- umfangreiche Ausstattung
- leicht verständlich
- gute Klebe-Sticks
- Dellenboard selbstleuchtend
- Aufbewahrungstasche

2.
VEVOR
107-teiliges Dellen-Reparaturset
1,7
gut
- umfangreiche Ausstattung
- Aufbewahrungstasche Ausstattung
- leicht verständlich
- günstiger Preis
- Klebe-Sticks ungenügend
- Material-Qualität teilweise ungenügend

3.
KS Tools
Profi Set Karosserie Ausbeulgarnitur 11 tlg.
2,6
befriedigend
- hochwertig
- handlich
- Zubehör notwendig
- hoher Preis

3.
BGS
Vakuum-Ausbeul-Satz/ Gleithammer mit Handpumpe, Model 8706
2,6
befriedigend
- hochwertig
- eignet sich für große Dellen
- Kunststoff-Aufbewahrungskoffer
- für kleine Beschädigungen ungeeignet
- verliert zu schnell die Haftung

5.
VEVOR
Stangen-Dellenentfernungsset, 20 tlg
2,9
befriedigend
- hochwertig
- Aufbewahrungstasche
- erfordert viel Übung
- nicht für Beulen geeignet

6.
BGS
Druckluft-Beulenhammer, Model 68000
3,0
befriedigend
- hochwertig
- eignet sich für große Dellen
- für kleine Beschädigungen ungeeignet
- Kompressor notwendig

7.
BGS
Ausbeul-Werkzeug-Satz, 12tlg., Model 9411
3,1
befriedigend
- handlich
- Kunststoff-Aufbewahrungskoffer
- nur für kleine Beulen geeignet
- erfordert viel Übung
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Delle im Blech! Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, eine aufschwingende Tür oder eine Kollision mit dem Einkaufswagen. Solche Schäden sind ärgerlich und die Reparatur in der Werkstatt oft teuer. Mit dem passenden Werkzeug und etwas Übung lässt sich jedoch vieles selbst beheben. Wer sorgfältig arbeitet, kann Geld sparen und am Ende ein ordentliches Ergebnis erzielen. AUTO BILD hat den Selbstversuch gewagt und Handhebel-Werkzeuge, Schlagauszieher und Dellenhebel bis 200 Euro getestet.
Das Wichtigste in Kürze
- Verwendungszweck: Ausbeulwerkzeuge können helfen, kleine Karosserieschäden selbst zu reparieren und Werkstattkosten zu sparen.
- Testkriterien: Geprüft wurden Handhabung, Kleberqualität, Wirkung der unterschiedlichen Werkzeuge sowie Lieferummfang und Zubehör.
- Testerkenntnisse: Gute Sets bieten starken Kleber und vielseitiges Werkzeug. Einfache Saugnäpfe brachten keinen Erfolg, Dellenhebel erfordern viel Erfahrung.
- Kauf-Tipp: Für Einsteiger lohnen sich Komplett-Sets mit Handhebel- und Brücken-Dellen-Ausziehwerkzeug.
- Gesundheit und Arbeitsschutz: Schutzbrille und Handschuhe tragen, auf Belüftung achten und vorsichtig arbeiten, um Lack und Finger zu schonen.
Für die Behebung der Karosserieschäden stehen je nach Schweregrad ein Gleithammer, ein Handhebel-Ausziehwerkzeug und ein Brücken-Dellenausziehwerkzeug im Mookis Dellen Reparatur-Set zur Wahl. Ein Gummihammer und ein umfassendes Angebot an Ausbeulstiften helfen beim Ausgleichen von Erhöhungen.
Zum Lieferumfang gehören ein 50-teiliges Zuglaschen-Set in verschiedenen Größen und Formen, eine Heißklebepistole sowie 15 hochwertige Klebesticks. Plastikschaber, Mikrofasertuch und eine (noch zu befüllende) Pumpsprühflasche für Alkohol sind praktisch beim Entfernen von Kleberesten.
In der dazugehörigen Kunststofftasche liegen neben den Arbeitshandschuhen auch noch drei – leider wirkungslose – Saugnäpfe und das einzige selbstleuchtende Reflektor-Board im AUTO BILD-Vergleich.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Formvollendung: Nachdem wir mithilfe dieses Boards die Beschädigungen der Blechhaut lokalisiert hatten, erzielten wir durch drei Wiederholungen der Arbeitsschritte – Zuglasche anbringen und ziehen, reinigen, nacharbeiten – ein überzeugendes Ergebnis.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Mit der Testnote 1,5 erhält das Mookis-Set die AUTO BILD-Empfehlung in diesem Vergleich.
Mit einer Gesamtnote von 1,7 ist das Vevor Dellen-Reparaturset unser Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet ein Rundum-sorglos-Paket mit dem umfangreichsten Zubehör aller Test-Produkte – fast zum halben Preis des Vergleichssiegers.
Es gibt allerdings die Qual der Wahl, denn auch hier muss man sich entscheiden zwischen Handhebelwerkzeug, Ausziehbrücke, Schlagauszieher und Beulenstiften. Ebenso bei dem 60 Teile großen Zuglaschen-Paket mit seinen unterschiedlichen Formen und Größen. Enthalten sind Heißklebepistole, 20 Klebesticks, Handschuhe und Reinigungs-Accessoires.
Gibt es Unterschiede zum Gewinner des Vergleichs? Ja – die im Set enthaltenen Knick-Auszieher mit den dazugehörigen Metallschienen und ein Pumpkissen, wie es auch beim Notöffnen von Autotüren zum Einsatz kommt. Besonders gefallen hat uns das Handhebel-Werkzeug, die Standfüße sind in der Weite verstellbar und konnten so optimal an alle Bedingungen angepasst werden.

Das beste Handhebel-Werkzeug im Vergleich – mit durchdachten Standfüßen, die sich jeder Aufgabe anpassen.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Der attraktive Anschaffungspreis lässt auch noch etwas finanziellen Spielraum zum Erwerb eines besseren Klebers. Die Vevor-Sticks haben nicht gehalten, die Laschen lösten sich unter Belastung ohne jegliche Blechverformung. Der Testsieger half aus, um die Funktionsprüfung durchführen zu können. Im Gegensatz dazu hatte der Brückenabzieher selbst mit dem Vevor-Kleber ausreichend Kraft, das Schraubgewinde vom Klebe-Pilz zu reißen: Lasche kaputt, Metall schlägt Plastik. Das ebenfalls in der Set-Tasche enthaltene Reflektor-Board – es ist per Saugnapf an der Karosserie zu befestigen – leidet unter seiner schwachen Materialqualität. Bruchgefahr!
Trotz gewisser Mängel ist dieses Set mit einem Preis von 51 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger.
Haube, Beule, fertig, los? Ganz so einfach geht das nicht!

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Nachdem alle Lieferungen ausgepackt waren, prüften wir die Ausstattungsmerkmale und die Vollständigkeit der Sets. Sind Bedienungsanleitungen beigefügt? Gibt es Taschen, um das Kleinteile-Wirrwarr nach dem Test wieder zu bändigen? Anschließend beurteilten wir die Verarbeitungsqualität der einzelnen Produkte und machten uns mit ihrer Funktionsweise vertraut.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Vom Schrottplatz besorgten wir uns eine Motorhaube, teilten ihre Fläche in einzelne Felder auf und markierten diese. Mit unserem Schlagwerkzeug – einem zwei Meter langen Kunststoffrohr, stehend auf einem Golfball, und ein 180 Gramm schweres Metallgewicht – wurde unser definiertes Testfeld mit "normgerechten" Dellen versehen. Das Gewicht hinterlässt nach dem Fall durch die Röhre bei Kollision mit dem Ball eine lackschonende Beschädigung in der Größe einer 1-Euro-Münze.

Golfball trifft Golf-Haube: Das AUTO BILD-Schlagwerkzeug verursacht "Normdellen" in Größe einer 1-Euro-Münze.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Für den Praxistest haben wir uns den Mercedes Sprinter aus dem AUTO BILD-Fuhrpark geliehen, der hat inzwischen mehr Beschädigungen an der Außenhaut als Kilometer auf der Uhr (knapp 500.000 km).
Im anschließenden Arbeitstest folgte die Begutachtung von Handhabung und Dosierbarkeit. Auf der vorbereiteten, gründlich gereinigten Dellen-Landschaft wurden die Zuglaschen mit dem Kleber aus den einzelnen Sets fixiert und nach der Aushärtung mit den zugehörigen Werkzeugen gezogen, bis sie sich lösten.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Die Vorgänge wiederholten wir mehrmals und bearbeiteten mit den beigefügten Ausbeulstiften die entstandenen Auswölbungen. Für den Test der verschiedenen Saugnapf-Werkzeuge positionierten wir diese auf den vorgesehenen Flächen, um händisch ihre Haft- und Zugleistung zu prüfen. Abschließend mussten das Schlaggewicht des Gleithammers und der Zug am Griff der Saugnäpfe zeigen, ob sich die Dellen aus dem Blech herausziehen lassen.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Zum Testende ein Selbst-Vertrauensbeweis: Als der Sieger des Vergleichs gekürt war, durften wir unser Können an einem gepflegten VW Golf 3 Cabriolet demonstrieren. Als Finish etwas Politur, schon glänzte der Lack – und das eigene Ego.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
AUTO BILD hat 13 Dellenreparatur- und Ausbeulwerkzeuge getestet. Die Kandidaten konnten unterschiedlicher nicht sein: Drei große Sets mit umfassendem Werkzeug-Programm, drei Dellenhebel-Sets, drei Schlagauszieher-Varianten sowie einzelne Produkte wie T-Griff, Handhebel-Werkzeug, Ausbeulstifte-Satz und ein Hammer mit Wechselaufsätzen.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Mit Mookis konnten wir sofort loslegen, denn in diesem Paket war der einzige gut haftende Kleber enthalten. Vevor und das im AUTO BILD-Test fast gleichauf liegende Reparaturwerkzeug-Set von Manelord bekamen von uns aufgrund von Qualitätsmängeln kein besseres Endergebnis.
Der Dellen-Puller der Firma Busching machte zwar einen wertigen Eindruck, er benötigte aber eine nicht im Set enthaltene Klebepistole, um die beigefügten Klebe-Sticks zu verflüssigen. Die Zuglasche hätte nach der Aushärtungszeit, am Werkzeug eingehakt, die Blechverformung durch vorsichtigen Hebeleinsatz verringern sollen, doch der mitgelieferte Kleber verlor den Kontakt. Die Lasche löste sich ohne verformende Wirkung. Auch hier musste ein besserer Klebstoff aushelfen, um die Funktionsweise des Handhebelwerkzeugs zu prüfen. Der Ausziehhebel arbeitete, wie die vergleichbaren Puller im Test, problemlos.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Der Schlag-Auszieher von KS Tools zeigte – wie auch ähnliche Produkte aus dem Lieferumfang von Mookis, Vevor und Manelord – gewisse Schwächen dieses Prinzips. Die Kleber an den kleineren Zuglaschen-Flächen kamen bei der ruckartigen Zugbewegung schnell an ihre Grenzen und ließen das Blech unbeeindruckt zurück. Dellen mit einer Größe um 10 cm hingegen zogen wir mit den passenden Laschen zufriedenstellend aus dem Blech. Der hochwertige Gleithammer des hessischen Unternehmens überzeugte uns dabei durch seine Handlichkeit. Betrachtet man Karosseriebleche von der Unterseite, werden Beulen zu Dellen. Durch die geringe Größe des KS-Tools-Werkzeugs könnte es gelegentlich auch hier eingesetzt werden, am Ende bleibt es aber ein Dellen-Puller für die Außenseite.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Etwas eingeschränkter und sportlicher wurde es mit den viel größeren und schwereren Produkten von BGS, zunächst dem BGS-Druckluft-Beulenhammer. Wir wollten es wissen: Druckluft klingt nach Saugkraft, nach echter Arbeit! Und die Rheinländer lieferten. Ausgepackt lag ein solides Werkzeug vor uns, eher Profi als Laie, aber leider nichts für kleine Dellen. Einen anständigen Kompressor mit bis zu 9 bar braucht man auch noch, um Saugnäpfe mit 60, 100 und 150 Millimetern Größe ans Blech zu ziehen. Größere Aufgaben hingegen liegen dem Gerät. Das Saugnapfgummi angefeuchtet, um die Haftung zu erhöhen, zerrte mit dem 1,5-Kilo-Gewicht des Schlagausziehers die Dellen aus der Außenhaut. Der Sprinter hat's gedankt.

Kraftvoll gegen große Dellen: Der Druckluft-Schlag-Auszieher bringt's in Form.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Dann nahmen wir uns den BGS-Vakuum-Ausbeul-Satz vor, der ebenfalls hochwertige, mobile Bruder des Druckluft-Hammers. Er kam in einem soliden Aufbewahrungskoffer aus Kunststoff zu uns. Die im Werkzeug integrierte Vakuumpumpe ermöglicht es, ohne weitere Hilfsmittel zu arbeiten. Verzichten muss man, im Vergleich zur Druckluft-Version, auf Leistung beim Unterdruck. Der Saugnapf zog sich durch Betätigung des – sich am Ende des Halterohrs befindlichen – Pump-Mechanismus fest. Mit dem darauf gleitenden 1,1-Kilo-Gewicht ließen sich so einige größere Dellen entfernen. Etwas nervig: Den konzeptbedingt schnelleren Druckverlust mussten wir durch stetiges Nachpumpen ausgleichen. Für kleine Dellen eignet sich auch dieser Hammer nicht, die Saugnapfgrößen von 70, 100 und 125 mm ignorieren Eurostück-große Verformungen. Erkenntnis: Die BGS-Hammer sind alle eine Nummer zu groß für kleine Dellen.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Im Grunde als Ergänzung zu den oben beschriebenen Produkten zu sehen, wollten wir den BGS Ausbeul-Werkzeug-Satz einmal solo testen. Das Unternehmen aus dem Bergischen Land sendete uns, verpackt in einer stabilen Kunststoffbox, vielfach in Größe und Form kombinierbare Ausbeulstifte zum Bearbeiten kleinerer Beulen. Kommt man von der Gegenseite ans Blech, bspw. an der Motorhaube, funktionieren sie auch bei Dellen. Man benötigt lediglich einen Hammer und Lust am Erlernen der Metallverformung. Angenehm fiel uns dabei die handliche Größe der Stifte auf. Wer auf schnellere Ergebnisse aus ist, dem raten wir jedoch nicht dazu.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Die Dellen-Reparatur-Sets von Baosroy und Xiciki sind aus unserer Sicht Spielzeuge – auch wenn es naheliegend scheint, einen Griff in einer Delle zu befestigen, um sie herauszuziehen oder eine Beule mit einem Hammer zurückzutreiben. Baosroy kostet wenig, kann nicht viel und brauchte auch noch Hilfe. Ohne Heißklebepistole und Klebe-Sticks funktioniert gar nichts. Hat man sich damit ausgerüstet, haften zwar die Zuglaschen am Blech, aber das günstigste Produkt im Testfeld ist entsprechend teurer geworden. Mit ganzem Körpereinsatz zogen wir beim Test, schwer dosierbar und mit Neigung zum Verkanten, am Plastik-Pilz und diesen dabei in die Länge. Außer Schwingungen im Blech hatten wir kein Erfolgserlebnis.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Und warum denken viele bei Beulen im Blech an einen Hammer? Xiciki hat eine überraschende Antwort: Federleicht verhilft dieses eher billig wirkende Werkzeug mit seinen schraubbaren Aufsätzen und ein wenig zielgenauer Arbeitsweise zu akzeptablen Ergebnissen. Voraussetzung: Man kommt von beiden Seiten an die Beschädigung. Passt man aber nicht auf, haut man kleinste Verformungen ins Blech. Dabei entstehen feinste Risse im Lack, die zu Korrosion führen könnten.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Bleibt nur die Frage zur Teleskop-Funktion des Griffstücks: Warum den Weg zur Arbeit künstlich verlängern?
Hinter schwer zugänglichen Hohlräumen kommen häufig Dellenhebel zum Einsatz. Man muss räumlich denken können, um den Zielbereich der Beschädigungen zu lokalisieren – denn der liegt oft im Verborgenen. Anschließend ist viel Feingefühl für das "Ausmassieren" der Unebenheiten gefragt. Nicht grundlos sind diese Werkzeuge die hohe Kunst des Smart Repairs. Die baugleichen Hebel von Vevor und MSW, vermutlich derselbe Hersteller, sind aus zähem Edelstahl gefertigt. Die Sets unterscheiden sich lediglich bei den Hämmern. Eine Gummi-Kunststoff-Kombination bei Vevor, mit erneuerbaren Aufsätzen. Eine Kunststoff-Alu-Version bei MSW, deren metallene Seite leider unsauber gearbeitet ist und so Beschädigungen auf der Oberfläche verursacht. Die schraubbaren Wechselspitzen des Hammers sind hingegen praktisch und lassen sich mit denen des Ausbeulstifts tauschen. MSW legt außerdem ein Dellen-Board mit einem guten, sehr flexiblen Halte-Arm in die dazugehörige Kunststofftasche.

Erfahrungswissen: Das Verstehen der Eisen und ihrer Wirkung auf Metallflächen.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Das dritte Dellenhebel-Set kam von Stahlwerk aus Bornheim bei Bonn. Stahlwerk klingt, als wäre die Arbeit gleich erledigt. Eine durchdachte Tasche ließ sich zu einer Fläche ausklappen, das Werkzeug lag darauf von Halteschlaufen gehalten gut sortiert vor uns. Der Unterschied zu den beiden anderen Hebel-Sets waren hier die verschieden gestalteten, teilweise schraubbaren Spitzen. Einige Formteile gaben uns Rätsel auf, die in Ermangelung einer Bedienungsanleitung die Fantasie herausforderten. Bei der Handhabung des Stahlwerk-Sets waren auch hier räumliches Denken und viel Übung der Weg zum Erfolg. Die Wermutstropfen bei diesem Produkt sind die Materialwahl und Verarbeitungsmängel. Galvanisch veredelter Stahl, der sich durch starke Belastungen verbog. Die aufgeschweißten Endstücke brachen an der Schweißnaht unter Belastung. Schade! Die geschraubten Enden inspirierten immerhin zur Fertigung eigener Endstücke, um sie auf dem M4-Gewinde zu befestigen.

Aufbewahrung bei Stahlwerk: ein Platz für alles – und alles an seinem Platz.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Für alle drei Sets gilt: Dellenhebel sind für das Bearbeiten von Beulen ungeeignet.
Ausbeulwerkzeuge im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Umfangreiche Komplett-Sets bieten viel für den Selbstversuch. Ist erst mal der Hammer aus dem Kopf, mit dem wir so gerne Krummes grade machen, kann man mit wenigen, guten Mitteln und Motivation viel erreichen – und sogar Spaß am Handwerk haben. Gründliches Reinigen, ein guter Kleber, genügend Licht und etwas Übung sind wesentliche Faktoren für den Erfolg. Ein Heißluftfön wäre eine gute Ergänzung, hilft er doch Lack und Metall geschmeidig zu machen.
Für den Erwerb einzelner Produkte braucht man Erfahrung, sonst fehlt am Ende immer was, und teurer wird's auch. Die günstigen und umfangreichen Sets bieten eine Menge, ohne jede Wirkung bleiben jedoch die oft enthaltenen Saugnapfheber. Die großen Vakuum-Werkzeuge sind nur ein Teil zur Lösung der Aufgabe, benötigt man auch hier noch ergänzendes Werkzeug zur Fertigstellung. Für Dellenhebel-Sets braucht man jahrelange Übung oder Naturtalent – sonst droht hier mehr Schaden und Frust als Erfolg.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Bleibt abschließend die Frage: In welchem Set ist der beste Kleber? Mookis hatte in unserem Vergleich die passende Antwort.
Auch wenn im Alltag oft von Dellen und Beulen gesprochen wird, meinen diese Begriffe nicht dasselbe. Eine Delle ist eine Vertiefung in der Karosserie, meist verursacht durch äußeren Druck, eine Beule hingegen stellt eine Wölbung nach außen dar. Das zu beachten ist entscheidend, denn davon hängt die richtige Vorgehensweise bei der Reparatur ab: Während Dellen in der Regel herausgezogen werden, muss man Beulen durch Druck von außen vorsichtig zurückarbeiten.
Doch Vorsicht: Nicht jede Delle oder Beule lässt sich gefahrlos selbst beheben – zumindest nicht dann, wenn der Lack unbeschädigt bleiben soll. Besonders bei tiefen Knicken oder scharfkantigen Verformungen entstehen häufig Lackschäden. Auf nachlackierten Bauteilen könnte der Lack beim Ausbeulen abplatzen, ebenso bei bereits vorhandenen Rissen. Die unsachgemäße Nutzung von Dellen-Hebelwerkzeugen kann durch Beschädigungen an der Innenbeschichtung der Karosserie zu Korrosion führen, denn das Verstehen der Eisen und ihrer Wirkung auf Metallflächen ist lang erlerntes Fachwissen. In solchen Fällen sollte man die Reparatur gleich einem Profi überlassen, um teure Folgeschäden zu vermeiden.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Wissenswertes rund um Ausbeulwerkzeuge
Welches ist das beste Ausbeulwerkzeug?
Klebetechnik-Sets mit Zugwerkzeugen wie das AUTO BILD-Testsieger-Set von Mookis – einfach, effektiv und sicher bei kleinen Dellen. Zur Dellenentfernung stehen – je nach Schweregrad des Schadens – vier Werkzeuge zur Verfügung:
- ein Gleithammer
- ein Handhebel-Auszieher
- ein Brücken-Ausziehwerkzeug
- drei Saugnäpfe in verschiedenen Größen (leider nutzlos).
Für das präzise Zurückformen von Erhöhungen sind ein Gummihammer und ein umfangreiches Angebot an Ausbeulstiften enthalten. Die Grundausstattung dieses Sets enthält:
- 50 Zuglaschen in verschiedenen Größen und Formen
- eine Heißklebepistole
- 15 Klebesticks
- ein Gleithammer
- ein selbstleuchtendes Reflektor-Board
- Arbeitshandschuhe
- Kunststofftasche.
Zur Nachbearbeitung und Reinigung liefert das Set außerdem:
- einen Plastikschaber
- ein Mikrofasertuch
- eine nachfüllbare Sprühflasche für Alkohol – ideal zum Entfernen von Kleberückständen.
Welche Ausbeul- und Dellenwerkzeuge gibt es?
Wer Dellen selbst entfernen will, hat verschiedene Werkzeuge zur Auswahl – je nach Schaden, Material und handwerklichem Geschick.
1. Klebetechnik (Zugadapter & Heißkleber)
Ideal für: kleine, oberflächliche Dellen ohne Lackschaden – Zugadapter wird mit Heißkleber auf die Delle geklebt, dann mit Zugbrücke oder Schlaghammer herausgezogen.
+ Einsteigerfreundlich
- Funktioniert nicht bei beschädigtem Lack
2. Hebel-/ Drückwerkzeuge (PDR-Werkzeug)
Ideal für: zugängliche Dellen an Türen, Kotflügeln, Motorhaube – Dellen werden von der Rückseite vorsichtig "ausmassiert".
+ Sehr präzise, Profi-Methode
- Erfordert viel Übung und Zugang zur Rückseite der Delle
3. Vakuumheber
Ideal für: große, flache Dellen – z. B. in der Mitte von Türen oder auf der Motorhaube, die Dellen werden per Unterdruck herausgezogen.
+ Schnell einsetzbar, keine Klebereste
- Oft zu schwach für echte Reparaturen
4. Ausbeulhämmer und Rückschlagdorne
Ideal für: klassische Karosseriearbeiten von innen – Delle wird mit Gegengewicht (Dorn) und Hammer ausgeklopft.
+ Für Profis geeignet
- Nicht lackschonend, eher für grobe Arbeiten
Was hilft – und was kann man sich sparen?
YouTube-Videos zeigen es gern: Dellen in Türen, Kotflügeln oder Stoßstangen, die sich angeblich ganz einfach mit einem Werkzeug herausziehen lassen. Klingt gut – aber funktioniert das auch in der Praxis? AUTO BILD hat den Selbstversuch gemacht. Ergebnis:
- Mangels Haftung und Zugkraft erzielten einfache Geräte wie T-Griff und Saugnapf keinerlei sichtbaren Effekt am Blech.
- Das gezielte Verformen und Zurückdrücken von Blech mit Dellenhebel-Werkzeugen erfordert fundiertes Wissen über Materialverhalten und Werkzeugwirkung – ein Know-how, das Profis sich über Jahre hinweg angeeignet haben.
- Ganz anders der Testsieger im AUTO BILD-Vergleich: Der zieht's durch. Werkzeug, Wirkung, Ergebnis – alles passt. Und das Beste: Auch für Einsteiger geeignet.
Wer es ernst meint, der greift lieber zum richtigen Werkzeug – oder lässt gleich den Profi ran.
Kann man jede Beschädigung selbst beheben?
Kleine Parkrempler, Hagelschäden oder sanfte Dellen im Blech? Die lassen sich oft problemlos und lackschonend herausziehen – etwa mit dem Testsieger aus dem AUTO BILD-Vergleich und einer Portion Geduld.
Aber tiefe Knicke, scharfe Kanten oder beschädigter Lack? Wer hier selbst Hand anlegt, riskiert teure Folgeschäden.
Fazit: Kleine Beulen? Gerne selbst beheben. Alles andere? Da hilft der Fachmann – bevor aus einer Delle ein echtes Drama wird.
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