Während Skoda bei Elektroautos längst eine breite Modellpalette aufgebaut hat, fehlte bislang eine Antriebsart, die bei Toyota und anderen Herstellern seit Jahren zum Alltag gehört: der klassische Vollhybrid.
Das ändert sich jetzt. Der Octavia bekommt als erstes Skoda-Modell einen sogenannten Seriell-Parallel-Hybrid. Das Auto kann nicht via Stecker extern aufgeladen werden. Die kleine Batterie lädt sich während der Fahrt selbst – entweder über den Verbrennungsmotor oder beim Rekuperieren. Anders als bei den bereits bekannten Mildhybriden kann der Elektromotor das Auto auch allein antreiben. Es handelt sich also um einen Vollhybridantrieb.

Neuer Skoda-Hybrid kommt mit 136 oder 170 PS

Herzstück des neuen Antriebs ist ein 1,5-Liter-TSI, der mit zwei Elektromotoren kombiniert wird. Skoda bietet zwei Leistungsstufen mit 136 und 170 PS Systemleistung an.
Dabei kann der Antrieb auf drei unterschiedliche Arten arbeiten. Bei niedrigen Geschwindigkeiten fährt der Skoda entweder rein elektrisch oder der Benziner erzeugt Strom für den Elektromotor. Bei höherem Tempo kann der Verbrennungsmotor über eine Kupplung direkt die Vorderräder antreiben. Das alles geschieht automatisch – der Fahrer muss sich um nichts kümmern.
Der Octavia bekommt als erstes Skoda-Modell einen sogenannten Seriell-Parallel-Hybrid.
Bild: Skoda
Die Batterie ist mit 1,6 kWh entsprechend klein. Rein elektrisch sind damit zwar nur bis zu rund zwei Kilometer möglich. Der Sinn des Systems ist aber ohnehin ein anderer: Der E-Motor soll vor allem im Stadt- und Stop-and-go-Verkehr Arbeit vom Benziner übernehmen und so den Verbrauch senken.
Interessant: Statt eines klassischen mehrstufigen Automatikgetriebes setzt Skoda auf ein Eingang-Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden Leistungsvarianten bei 180 km/h.

Die Vollhybridtechnik kostet Kofferraum

Ganz ohne Nachteile funktioniert die neue Technik allerdings nicht. Die Batterie sitzt unter den Rücksitzen, der Vollhybrid verliert gegenüber anderen Octavia-Versionen Stauraum. Die Limousine bietet 460 bis 1400 Liter, der Combi 485 bis 1540 Liter.
Bestellbar wird der Vollhybrid im Laufe des Oktober 2026, zunächst für Limousine und Combi sowie in den Ausstattungslinien "Selection" und "Sportline". Die ersten Autos sollen im Dezember ausgeliefert werden. Preise sowie offizielle Verbrauchswerte nennt Skoda noch nicht.

Kodiaq, Karoq und Superb könnten folgen

Spannender als der erste Einsatz im Octavia ist allerdings die Frage, was Skoda mit der neuen Technik noch vorhat. Denn die aufwendige Entwicklung eines neuen Antriebs dürfte sich kaum für ein einziges Modell lohnen.
Zum erwarteten Facelift Ende 2026 bzw. Anfang 2027 könnte auch der Kodiaq das Vollhybridsystem übernehmen.
Bild: Skoda
Ein heißer Kandidat wäre der Kodiaq. Zum erwarteten Facelift Ende 2026 bzw. Anfang 2027 könnte das große SUV das Vollhybridsystem übernehmen. Gerade in einem schweren SUV wäre die elektrische Unterstützung im Stadtverkehr interessant.
Auch der kommende Karoq bietet sich an. Die nächste Generation wird für Ende 2027 erwartet – und könnte damit von Anfang an mit dem neuen Hybrid angeboten werden. Ein weiterer Kandidat wäre der Superb, bei dem der Vollhybrid die Lücke zwischen klassischen Verbrennern und Plug-in-Hybrid schließen könnte.
Bestätigt hat Skoda weitere Modelle bislang allerdings nicht. Fest steht nur: Mit dem Octavia bekommt die Marke erstmals eine Antriebstechnik, die sich problemlos auf weitere Baureihen übertragen ließe. Der erste Vollhybrid dürfte deshalb eher der Anfang als das Ende sein.