Auf der zweiten Etappe der Rallye Dakar haben die favorisierten Volkswagen Race Touareg zurückgeschlagen. Der Qatari Nasser Al-Attiyah legte nach Platz vier am Vortag deutlich an Tempo zu. Mit seinem Koordinator Timo Gottschalk (Berlin) brummte er dem X-Raid-Duo Guerlain Chicherit (Frankreich)/Tina Thörner (Schweden) im BMW X3 CC 1:08 Minuten Rückstand auf. Mit 2:01 Minuten Abstand folgten Attiyahs VW-Teamkollegen Maurício Neves/Clécio Maestrelli (beide Brasilien) in einem weiteren Race Touareg an dritter Stelle. Carlos Sainz/Lucas Cruz (beide Spanien) wurden im nächsten VW mit weiteren 40 Sekunden Rückstand Vierte vor Mark Miller (USA)/Ralph Pitchford (Südafrika), ebenfalls auf Touareg.
Rallye Dakar 2010: Carlos Sainz auf VW Race Touareg 2
Bester Nicht-VW: Guerlain Chicherit und seine Beifahrerin Kristina Thörner im X-Raid-BMW wurden Etappen-Zweite.
Mit dem Tageserfolg übernahm Volkswagen auch die Führung in der Gesamtwertung der Rallye Dakar. Nasser Al-Attiyah liegt 1:19 Minuten vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz und 2:30 Minuten vor Stéphane Peterhansel im besten X-Raid-BMW X3 CC. Mark Miller, Maurício Neves und Giniel de Villiers (alle VW Race Touareg) folgen auf den Positionen vier bis sechs. Der Gewinner der ersten Etappe, Joan "Nani" Roma (Spanien) und sein französischer Beifahrer Michel Périn fielen in ihrem ebenfalls von der deutschen X-Raid GmbH (Trebur) eingesetzten BMW X3 CC Turbodiesel in der Gesamtwertung auf den achten Rang zurück. Nur zwei Kilometer nachdem sie als erstes Auto in den zweiten Wertungs-Tag der Dakar starteten, kam Roma von der Strecke ab. Sein BMW X3 überschlug sich und landete in einer Schlucht. Glücklicherweise verletzte sich dabei niemand. Allerdings verlor das Duo fast 15 Minuten, bis sie ihr SUV auf die Fahrbahn zurückmanövrieren konnten, um die Fahrt fortzusetzen.

Motorrad-Favoriten hinken hinterher

Nach dem überraschenden Auftakt-Sieg des Franzosen David Casteu (Sherco) konnte sich in der Motorrad-Wertung am zweiten Tag sein 39-jähriger Landsmann David Frétigné auf seiner 450-ccm-Yamaha durchsetzen. Er kam 43 Sekunden vor Casteu ins Etappen-Ziel. Trotzdem bleibt Casteu in der Gesamtwertung vorne. Ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurden wiederum der Spanier Marc Coma (KTM, +1:08 Minuten, Platz drei) und der Franzose Cyril Despres (KTM, +2:50 Minuten, Platz vier). Coma, der 2006 und 2009 die Dakar gewann, liegt damit derzeit nur auf Platz 14 der Gesamtwertung.

Von

Martin Westerhoff