Rallye Dakar 2011: Etappe 5
Erster Etappensieg für Peterhansel

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Es bleibt spannend bei der Dakar: Erstmals gelang einem BMW-Piloten ein Etappensieg. Stéphane Peterhansel eroberte damit in der Gesamtwertung den zweiten Platz hinter Carlos Sainz (VW) zurück.
(dpa/jkr) Ist das der Wendepunkt bei der Rallye Dakar? Erstmals musste die bislang dominierende VW-Flotte zurückstecken. Der Franzose Stéphane Peterhansel (X-Raid BMW X3 CC) schaffte am Donnerstag, 6. Januar 2011, bei der schweren Prüfung in der nordchilenischen Atacama-Wüste seinen ersten Tagessieg. Peterhansel gewann die Tageswertung mit einem Vorsprung von 1:24 Minuten vor VW-Pilot Nasser Al-Attiyah und dessen Markenkollegen Carlos Sainz, der 3:15 Minuten zurücklag. Damit eroberte Peterhansel den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Rallye zurück, liegt jetzt hinter hinter Sainz, aber nur sieben Sekunden vor Al-Attiya/Gottschalk. Der Norddeutsche Dirk von Zitzewitz als Beifahrer des Südafrikaners Giniel de Villiers festigte im dritten VW Race Touareg den vierten Platz, liegt aber im Gesamtklassement bereits 21:20 Minuten zurück. Zum Schluss der Etappe begeisterten die Piloten die Fans mit einer spektakulären, 2.300 Meter langen Steilhang-Abfahrt von einer 700 Meter hohen Düne – der berühmten Cerra Dragón – direkt ins Biwak. Auf dem bis zu 32 Grad steilen Zielschuss erreichten die Autos bis zu 220 km/h.
Rallye Dakar 2011: Etappe 4
Einen herben Rückschlag musste das X-Raid-Team Leonid Novitskiy/Dirk Schulz einstecken: Pilot Novitskiy brach sich am Lenkrad seines BMW X3 die Hand und musste die Rallye vorzeitig beenden. Auch der Motorradpilot Olivier Pain hatte bei der fünften Etappe der Rallye Dakar, die über 459 Kilometer im Norden Chiles von Calama nach Iquique führte, kein glückliches Händchen: Pain, der bei Kilometer 218 mit der besten Zwischenzeit gewertet worden war, stürzte und musste mit gebrochenem Handgelenk im Rettungshubschrauber abtransportiert werden – aus der Traum. Der Spanier Marc Coma verteidigte seine am Vortag übernommene Führung vor seinem französischen KTM-Kollegen Cyril Despres. Der Rückstand von Vorjahressieger Despres wuchs aber aufgrund einer zehnminütigen Zeitstrafe vom Vortag wegen Verstoßes gegen die Startbestimmungen auf 10:14 Minuten an.
Rallye Dakar 2011: Etappe 3

Carlos Sainz (VW): "Diese Etappe war extrem hart. Schwer in der Navigation, körperlich anstrengend und auch fordernd für das Material. Zu Beginn der Prüfung war das Roadbook an einer Stelle nicht akkurat genug. Dort haben wir uns als erstes Fahrzeug auf der Strecke verfahren und Stéphane Peterhansel hat uns überholt. Etwa 100 Kilometer später konnten wir wieder an ihm vorbeiziehen. Im letzten Dünengürtel haben wir nochmals etwas Zeit verloren, weil wir auf einem Dünenkamm einen Motorradfahrer einholten und etwas zu viel Tempo herausgenommen haben. Dort haben wir uns leider festgefahren. Doch alles in allem war es ein guter Tag für uns."
So geht es weiter: Die sechste Etappe der Rallye Dakar (Iquique-Arica) wird bestimmt von einer kargen Wüstenlandschaft und einer echten Herausforderung für die Beifahrer. Die Navigatoren sind angesichts von viel Offroad-Navigation per Roadbook und GPS mit wenigen Anhaltspunkten und abzweigenden Gebirgspfaden durch unbewohntes Gebiet gefordert.
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