(dpa/jkr) Keine Gnade für Mensch und Maschine! Auf der vierten Etappe der Rallye Dakar 2011 gingen die Teilnehmer bis an ihre Grenzen. Die 761 Kilometerlange Tagesstrecke vom argentinischen San Salvador führte über den 4600 Meter hohen Passo de Jama ins chilenische Calama. Titelverteidiger VW hat dabei seine Doppelspitze verwaltet. Mit seinem dritten Tagessieg baute Vorjahressieger Carlos Sainz seine Führung leicht aus und liegt jetzt 4:24 Minuten vorn. Zweite bleiben die Teamkollegen Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk. Die beiden Volkswagen-Werksfahrer überquerten auch die Ziellinie der Tagesetappe in dieser Reihenfolge. Der Franzose Stéphane Peterhansel wurde zwischenzeitlich durch eine Reifenpanne ausgebremst, behauptete im BMW X3 aber seinen dritten Rang (5:41 Minuten zurück) vor dem Norddeutschen Dirk von Zitzewitz und dessen südafrikanischem VW-Piloten Giniel de Villiers im VW Race Touareg 3. Guerlain Chicherit gelang im Mini Countryman All4 ein siebter Platz in der Tageswertung.

Rallye Dakar 2011: Etappe 3

Einen Tag vor der ersten Durchquerung der chilenischen Atacama-Wüste entwickelt sich die dritte südamerikanische Auflage des Marathon-Klassikers zu einem Kampf der drei Dakar-Könige Sainz, Al- Attiyah und Peterhansel. Der Amerikaner Robby Cordon, 2009 noch Dritter, fiel mit seinem hubraumstarken Hummer wegen Motorschadens auf dem Weg zum Start der vierten Entscheidung aus. Bei den "Bikern" gab es eine knappe Wachablösung. Mit seinem zweiten Etappensieg nacheinander verdrängte der Spanier Marc Coma, Dakar-Sieger von 2009, seinen bislang führenden und dreimal siegreichen KTM-Kollegen Cyril Despres (Frankreich) um zwei Sekunden von der Spitze.

Rallye Dakar 2011: Etappe 2

Carlos Sainz (VW Race Touareg 3): "Ein schneller Dakar-Tag, der erst nach einer wunderschönen, aber unheimlich langen Verbindungsetappe richtig losging. Heute ging es darum, sich auf den Schotterabschnitten keinen Reifenschaden einzufangen. Das ist uns geglückt. Weiter in Führung zu sein ist gut, doch erst jetzt sind wir in Chile. Und erst jetzt geht die Rallye so richtig los."

Stéphane Peterhansel (BMW X3 CC): "Es hätte gut laufen können, da wir bei den Zwischenzeiten vorne lagen. Doch dann kam die Reifenpanne, und der Reifenwechsel hat uns zwei oder drei Minuten gekostet. Das fehlte uns dann zum Etappensieg, bedeutet aber auch, dass wir gut navigieren und auch auf den Pisten in der Höhe gut zurecht kommen."

Guerlain Chicherit (Mini Countryman): "Das war cool. Wir haben eine schöne und fehlerfreie Spezialprüfung hingelegt, sind aber nicht aufs Ganze gegangen. Wir hatten beim Steuern sehr viel Spaß. Bei den letzten drei Etappen hatten wir Bremsprobleme, und ich hoffte, dass es heute klappen würde, was auch der Fall war. Heute haben wir uns nicht auf die Zeit konzentriert. Wir wollten tatsächlich fahren, den Rhythmus finden, ohne uns um den Rest zu sorgen. Der Wagen läuft anscheinend wie geschmiert. Der Weg ist noch lang."
So geht es weiter: "Wenn du dich hier überschlägst, kommst du bis zum Biwak nicht mehr zum Stehen" – so beeindruckt zeigte sich Dakar-Sieger Carlos Sainz 2010 vom Zielschuss der Etappe nach Iquique. Auf dem Kamm der knapp 700 Meter hohen Düne sind das Tagesziel und der Pazifik bereits zu sehen. Die etwa drei Kilometer lange Abfahrt – Bremsen verboten – und etwas mehr als eine Minute Adrenalin pur gilt es hier nach einem strapaziösen Tag mit sandigen Schlussabschnitten zu überstehen.