Noch führt Sébastien Loeb die Statistik an. Im vergangenen Jahr feierte der neunmalige Weltmeister seinen achten Sieg bei der Rallye Monte Carlo. Gleichzeitig stellte er mit 48 Jahren einen neuen Altersrekord für WM-Sieger auf. Es war der einzige große Erfolg für Ford in der gesamten Saison 2022.
Auch Sébastien Ogier (39) hat – neben acht Weltmeistertiteln – acht Monte-Siege auf dem Konto. Den von 2009 allerdings mit dem Makel, dass die berühmteste Rallye von allen damals nicht zur Weltmeisterschaft zählte und deshalb echte Konkurrenz fehlte. Bei der 91. Auflage am Wochenende (19. bis 22. Januar) kann Ogier auch in der WM-Statistik mit Loeb gleichziehen. Gegenwehr von seinem französischen Landsmann braucht der Toyota-Pilot nicht zu fürchten: Loeb verzichtet zugunsten der Rallye Dakar auf den Start.
Gelingt Ex-Weltmeister Sébastien Ogier der achte Sieg bei der legendären Rallye Monte Carlo?

Eine Spazierfahrt wird der WM-Auftakt für den im Vorjahr zweitplatzierten Ogier trotzdem nicht. Der überraschend von Hyundai zu Ford gewechselte Ex-Weltmeister Ott Tänak aus Estland macht sich ebenso Sieghoffnungen wie die nun alleinige Nummer eins bei Hyundai, der Belgier Thierry Neuville. Auch Ogiers finnischer Teamkollege Kalle Rovanperä, der amtierende und mit 22 Jahren jüngste Rallye-Weltmeister aller Zeiten, hat bereits bewiesen, dass er auch auf Asphalt gewinnen kann.
Zumal in den französischen Seealpen nur bedingt auf Asphalt gefahren wird. Meist sind große Abschnitte der kurvenreichen Bergstraßen vereist oder zugeschneit, je nach Wetterlage auch nass. Was die Reifenwahl zum Pokerspiel macht. Denn die Auswahl ist stark eingeschränkt. Fast profillose Slicks mit zwei unterschiedlich weichen Gummimischungen, außerdem Winterreifen mit und ohne Spikes – größer ist das Angebot nicht. „Den perfekten Reifen gibt’s fast nie. Man ist immer zu Kompromissen gezwungen“, beschreibt Ogier.
Im Kielwasser der Werksfahrer von Toyota, Hyundai und Ford kämpfen Privatfahrer um Klassensiege. Einziges deutsches Team sind die Bayern Wolfgang und Elke Irlacher im Peugeot 208.

Von

Christian Schön