Rallye-WM: Nach Zoff mit Citroën

Sébastien Ogier zu Toyota!

Zwei der drei Superstars wechseln das Team – hinter den Kulissen wird jede Menge schmutzige Wäsche gewaschen
Jetzt ist es offiziell: Der sechsmalige Weltmeister Sébastien Ogier (35) fährt nächstes Jahr für Toyota. Der Franzose übernimmt das Cockpit des aktuellen Champions Ott Tänak (32), der seinerseits überraschend zu Hyundai wechselt.
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Dort ist der Este neuer Teamkollege von Vizeweltmeister Thierry Neuville (31). Ogier trifft bei Toyota auf den von Ford kommenden Elfyn Evans (32) und das finnische Wunderkind Kalle Rovanperä (19), mit Skoda Weltmeister der zweiten Liga WRC2.

Der sechsmalige Weltmeister Sébastien Ogier fährt nächstes Jahr für Toyota.

Begleitet wurden die Wechsel von Ogier und Tänak von regelrechten Schlammschlachten im Hintergrund. Auf der einen Seite der Frust von Ogier, der dem ungenügenden Entwicklungstempo bei Citroën die Schuld an der misslungenen Titelverteidigung gibt. Schon bei der Rallye Deutschland im vergangenen August bezeichnete er seinen C3 WRC öffentlich als „unfahrbar“. Technische Defekte führten dazu, dass Ogiers Frau Andrea Kaiser (37) dessen Team per Twitter in „Shitroen“ umtaufte.
Als klar war, dass Ogier 2020 nicht im Team bleiben wird, zog sich Citroën gleich ganz aus der Rallye-WM zurück. Offizielle Begründung: Es seien keine erstklassigen Fahrer verfügbar. Ein Statement, das nicht nur Ogier als „respektlos“ gegenüber seinen Kollegen abkanzelte. Damit sind 2020 nur noch zwei vollwertige Werksteams – Toyota und Hyundai – sowie das von Ford unterstützte Privatteam M-Sport am Start.
Auch der unerwartete Abgang von Tänak bei Toyota lief nicht ohne Revanchefouls. Teamchef Tommi Mäkinen (55) beschwerte sich gegenüber finnischen Medien, er sei ausgetrickst worden.
Tänaks Mentor Markko Märtin (44), früher selbst Weltklassepilot mit fünf WM-Siegen, konterte in einem Interview in Estland. Demnach sei der Hauptgrund für Tänaks Wechsel der Führungsstil von Mäkinen. „Er hat Ott in der abgelaufenen Saison nie die Unterstützung gegeben, die er gebraucht hätte. Er hat sich auch nicht wirklich bemüht, ihn weiter im Team zu halten“, behauptet Märtin und zog einen Vergleich zum Fußball. „Wenn der Torwart im entscheidenden Moment vom Platz geht, erzielt halt mit hoher Wahrscheinlichkeit der Gegner ein Tor.“

Autor: Christian Schön

Fotos: Red Bull Content Pool

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