John Wayne ist tot, die Indianer haben längst ihre Zelte abgeschlagen und Planwagen fahren nur noch durch Museumsdörfer – aber in Texas ist der Westen noch wild und die guten alten Zeiten leben bis heute weiter. Nirgendwo gibt es deshalb so viele Picks-ups wie im Land von Dallas und Denver Clan – und egal ob Cowboy oder Farmer, Ölbaron oder Banker, man fühlt sich damit immer gut angezogen.
Gebrauchtwagensuche RAM
RAM 1500 RAM 1500 Crew Cab Shortbed Laramie
55.000
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13.000 km
295 KW (401 PS)
01/2024
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46.600 km
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RAM 1500 RAM 1500 Crew Cab Shortbed Limited
71.600
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65.900 km
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RAM 1500 Crew Cab Shortbed Laramie LPG 4x4 |RAMBOX|6 Sitz
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RAM 1500 Crew Cab Shortbed Laramie LPG 4x4 |RAMBOX|6 Sitz
58.000 km
295 KW (401 PS)
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RAM 1500 RAM 1500 Crew Cab
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RAM 1500 RAM 1500 - Gen.5 - Crew Cab
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98.000 km
295 KW (401 PS)
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RAM 1500 RAM 1500 Quad Cab Longbed Laramie
37.000
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139.000 km
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RAM 1500 Rebel XL Limited Edition 10 von 28
79.700
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24.150 km
295 KW (401 PS)
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Und künftig sogar noch besser. Denn Ram putzt jetzt seinen 1500er kräftig heraus und schickt den Gegner von Ford F-150 und Chevrolet Silverado mit reichlich Frischzellen ins neue Modelljahr. Zwar ist der Schlepper aus dem Stellantis-Imperium nur die Nummer drei in einem Segment, das noch immer etwa die Hälfte des US-Marktes ausmacht, im Rest der Welt aber kaum eine Rolle spielt, und deshalb nur eine Randerscheinung.
Doch weil er der neben dem elektrischen Ford Lightning der einzige Ami ist, der zu Preisen zwischen 67.000 und 133.000 Euro ganz offiziell diesseits des Atlantiks angeboten wird, lohnt sich die Jungfernfahrt auch für uns Europäer. Vom Fahrspaß als Cowboy am Lenkrad ganz zu schweigen.
Dodge Ram 1500
Als einziger US-Pick-up diesseits des exotischen F-150 Lightning wird der Ram 1500 ganz offiziell auch bei uns angeboten.
Bild: Stellantis
Also rein in die Cowboystiefel, den Stetson aufgesetzt und rauf auf den Bock, der so hoch über der Straße thront, dass man dankbar ist für die elektrischen Trittbretter, die den Aufstieg ins Cockpit erleichtern. Das erste Gefühl, dass einen dabei beschleicht ist Neid. Und Mitleid mit all unseren armen Landwirten, Gartenbauern oder Pferdezüchtern, die ihren Alltag in einem Auto wie dem Amarok fristen müssten.

Ram 1500: nobel und großzügig im Innenraum

Denn während der VW eng und spartanisch wirkt wie eine Bauernkate in Brandenburg, geht es in Ram so nobel und großzügig zu wie auf der Ponderosa-Ranch: Der Fahrersitz ist so bequem wie Ben Cartwrights Ohrensessel, dem Sofa im Fond könnte sich sogar der riesige Hoss verlieren und für das viele Leder musste wahrscheinlich eine ganze Herde Longhorns ihre Haut.
Aber Bonanza läuft hier längst nicht mehr in Schwarz-weiß bei prasselndem Kaminfeuer. Sondern der Ram bietet die digitale Dröhnung in 4K. Denn so rustikal der Pick-up auch auftritt, haben die Amis ihn wirkungsvoll modernisiert: Es gibt nicht nur animierte Instrumente, einen riesigen, senkrechten Touchscreen daneben und einen Kamera-Rückspiegel, sondern erstmals auch einen Bildschirm für den Beifahrer, von dem bei uns selbst Touareg-Fahrer nur träumen können, vom Amarok gar nicht zu reden.
Dodge Ram 1500
Ram putzt jetzt seinen 1500er kräftig heraus.
Bild: Stellantis
Und neben einem halben Dutzend Kameras ringsum und einem Heer von Assistenzsystemen bietet der Ram nun sogar einen Autopiloten, der seinen Namen auch noch zurecht trägt: Auf immerhin 125.000-Highway-Meilen kann der Fahrer damit die Hände dauerhaft in den Schoß legen und muss nur noch den Blick auf der Straße lassen.
Bevor der sich am Horizont verliert, schweift er über eine Haube, die groß und weit ist wie die Plains, über die früher die Bisonherden gestürmt sind. Aber genau wie die Amerikaner mittlerweile den zotteligen Viechern nachweinen, könnte sie auch beim Anblick der Motorhaube eine gewisse Melancholie überkommen. Denn die Zeiten, in denen darunter ein guter alter V8 verbaut wurde, sind Geschichte und nach über 20 Jahren mustern sie tatsächlich den Hemi aus.
Aber McDonalds verkauft schließlich mittlerweile auch vegane Burger und beim Rodeo herrscht selbst für den Marlboro-Mann Rauchverbot. Außerdem kommt bald noch – nun ja – schlimmer: Genau wie Ford und Chevrolet steht auch die Nummer 3 auf dem US-Markt unter Strom: In Herbst bringt Ram den 1500 als REV mit reinem Akku-Antrieb und als Ramcharger mit Range Extender.

Dodge Ram 1500
Statt 395 PS leistet nun schon die Standardversion 420 PS.
Bild: Stellantis

Neuer Reihensechszylinder namens Hurricane

Bis dahin übernimmt jetzt erst einmal ein neuer Reihensechszylinder den Job, den sie Hurricane nennen und auch in die großen Jeeps einbauen. Der hat zwar nur 3,0 statt 5,7 Liter Hubraum und klingt eher nach Country-Popper Marke Garth Brooks als nach Südstaatenrock von ZZ Top oder Lynyrd Skynyrd. Doch während das Herz schmerzt, freut sich das Hirn an deutlich besseren Fahrleistungen bei einem gleichzeitig spürbar geringeren Verbrauch.
Statt 395 PS leistet nun schon die Standardversion 420 PS und geht mit bis zu 635 Nm zu Werke. Und der "High Output" wirft sogar 540 PS und 700 Nm in die Waagschale. Da wird der Koloss fast schon zum Kraftprotz, bäumt sich beim Kick-down kurz auf und zieht mühelos an vielen anderen Trucks vorbei, bis ihn – wie bei fast allen amerikanischen Pick-ups – die Elektronik bei rund 160 Sachen automatisch einbremst.
Ja, der Antritt ist gewaltig und die ersten paar Kick-downs sind purer Nervenkitzel. Aber schnell verfällt man am Steuer des Ram in eine souveräne Gelassenheit und genießt stattdessen das erhabene Gefühl, wenn die Distanzen dahinschmelzen wie der Berg von Eis in dem Eimer voll Cola, der zwischen den Sitzen steckt. Erst recht, wenn der Pick-up auch noch mit einer Luftfederung ausgestattet ist, die selbst den schlimmsten Highways und Byways den Schrecken nimmt.
Dodge Ram 1500
Mit downgesizten Motoren, großem Infotainment und mit halb autonomem Fahren beweist uns Ram, dass es weder Tesla braucht noch Rivian, um den Pick-up in die Zukunft zu retten.
Bild: Stellantis
Und dass man ein Auto vom Format einer Normgarage bewegt, hat man zumindest in Texas schnell vergessen: Selbst hinter dem 6,20 Meter langen Ram sind auf dem Parkplatz bei Walmart & Co noch lässig ein, zwei Meter Luft. Schließlich sind solche Pick-ups hier her Kompakt- oder Mittelklasse und es gibt immer noch einen, der einen längeren hat.
Daran werde ich mich spätestens im Sommer schmerzlich erinnern, wenn der neue Ram dann auch zu uns kommt und sich durch verwinkelte Altstädte und enge Parkhäuser quält. Seiner Beliebtheit tut das aber offenbar keinen Abbruch: Sondern besonders in Deutschland hat er eine große Fangemeinde und 50 Prozent aller EU-Importe sind zwischen Hamburg und München unterwegs.
Seine Nehmerqualitäten behält er auch hier, nur mit den Western-Feeling wird es ein bisschen schwierig und mit der endlosen Weite. Stattdessen muss man sich dann wieder schräge Blicke gefallen lassen und schwitzt Blut und Wasser beim Parken. Und an John Wayne oder Winnetou denkt hier auch keiner – außer vielleicht bei den Karl May-Festspielen oder beim Westernabend im Autokino. Dann ist Wilder Westen inklusive.

Fazit

Klar kommt aller Welt beim Stichwort Pick-up erst einmal der Cybertruck in den Sinn oder der Rivian RT-1 und dann vielleicht noch der F-150 Lightning. Doch mit downgesizten Motoren, großem Infotainment und mit halb autonomem Fahren beweist uns RAM, dass es weder Tesla braucht noch Rivian, um den Pick-up in die Zukunft zu retten. Die Idee mag alt sein, aber das Auto bleibt forever young.