Beständigkeit in Zeiten großer Veränderung, die gibt's noch! Und das gleich doppelt. Zum 16. Mal in Folge kürt AUTO BILD geldwerte Neuwagentypen in 13 Fahrzeugklassen: vom Kleinst- bis zum Luxuswagen, vom Mini-SUV bis zum Van. Das heißt genau die Modelle, die auch nach Jahren vergleichsweise wenig an Wert verlieren und auf dem Gebrauchtwagenmarkt genügend Geld in die eigene Kasse spülen. Wertstabilität als Kaufargument, da lohnt es sich, genauer zu vergleichen. Denn mancher hat sich durch scheinbare Schnäppchenangebote oder Schockverliebtheit in den vermeintlichen Traumwagen durchaus schon mal zu unüberlegten Spontankäufen hinreißen lassen. Bei aller Tradition, eine absolute Premiere feiern wir 2019: Land Rover wird erstmals Wertmeister-König aller Klassen und stößt mit dem Range Rover Evoque den dreimaligen Gesamtsieger Porsche vom Thron. In den Jahren 2006 bis 2015 holte sich meist der Mini Cooper den Titel. Diesmal hat der Evoque mit 65,88 Prozent den höchsten Werterhalt in Prozent, gemessen am Neupreis. Ein Spitzenwert für das britische Erfolgsmodell.

Dacia Sandero hat den geringsten absoluten Wertverlust

Dacia Sandero
Der Dacia Sandero gewinnt als insgesamt Bester mit dem geringsten Wertverlust in Euro.
Wie AUTO BILD diese Daten konkret ermittelt? Zur Seite stehen uns dabei die Marktforschungsprofis von Schwacke, die Millionen Daten auswerten. Maßgeblich ist bei der Analyse der Werterhalt in Prozent. Ein Blick in die verschiedenen Klassen zeigt, hier dominieren die Ingolstädter. Audi holt sich gleich vier Einzeltitel. In der Kategorie Elektrofahrzeuge macht der e-tron das Rennen, bei den Kleinwagen und kleinen SUV hängen der A1 und der Q3 die Konkurrenz ab. In der Oberklasse setzt sich der A6 an die Spitze. Auch Porsche kann sich mit zwei Einzelsiegen schmücken – als traditioneller Wertmeister in den Segmenten Luxus- und Sportwagen. Und noch einer bleibt wie in der Vergangenheit beständig vorn: Der Dacia Sandero gewinnt wie schon in den letzten drei Jahren als insgesamt Bester mit dem geringsten Wertverlust in Euro. Sein voraussichtlicher Wertverlust in den kommenden vier Jahren: gerade mal 2440 Euro. Keine Überraschung, seit 2010 lag Dacia insgesamt achtmal an der Spitze, darunter auch zweimal mit dem Kombi Logan MCV.
Nicht nur für den Privatverkäufer ist die Wertprognose ein geldwerter Vorteil. Auch Autobanken berechnen auf deren Grundlage ihre Kredit- und Finanzierungskonditionen. Unternehmen wiederum ziehen die Schwacke-Daten heran, um ihre Firmenwagen auszuwählen.

So entsteht der Wertmeister

1. Marktbeobachtung: Schwacke bewertet historische und aktuelle Gebrauchtwagenpreise von rund 50.000 verschiedenen Pkw-Modellen in Deutschland anhand von mehr als 1,7 Millionen monatlichen Marktbeobachtungen (Internetportale, Händler, Hersteller und Importeure). Außerdem fließen statistische Daten zu Neuzulassungen, Besitzumschreibungen, Bestandszahlen und Standzeiten mit ein.
2. Klasseneinteilung, Laufleistung und Ausstattungsbereinigung: Insgesamt gibt es 13 Hauptsegmente, konkret sind das die Fahrzeugklassen mit der größten Marktabdeckung. Jedes Segment hat eine klassenspezifische durchschnittliche Laufleistung, ausgehend von einer vierjährigen Haltedauer (48 Monate): 10.000 km/Jahr für Elektrofahrzeuge, 11.000 km/Jahr für die Kleinst- und die Kleinwagen, 15.000 km/Jahr für die Kompaktwagen, die kleinen SUVs, die Kompakt-SUVs sowie für die Sportwagen, 20.000 km/Jahr für alle anderen bisher nicht genannten Klassen. Zusätzlich gibt es zwei Gesamtsieger: das Fahrzeug mit dem geringsten Wertverlust in Euro sowie das Fahrzeug mit dem höchsten Restwert in Prozent des Listenpreises. Pro Segment hat Schwacke spezifische Ausstattungen festgelegt, die der Bewertungsspezialist in vier Jahren beim Wiederverkauf als Standard pro Segment erwartet. Diese dienen als Maßstab für die Fahrzeuge im jeweiligen Segment. Alle Fahrzeuge wurden nach diesen Vorgaben mit Sonderausstattung so ausgerüstet, dass sie pro Segment über eine vergleichbare Ausstattung verfügen.
3. Prognose: Hier fließen externe Faktoren sowie marken- und modellspezifische Daten mit ein. Externe Faktoren (modellunabhängig): allgemeine Wirtschaftsentwicklung, neue Gesetze und Regelungen, Markt- und Kundentrends. Marken- und modellspezifische Faktoren: Produktkonzept, Design, Spezifikationen, Ausstattungslinien, Sonderausstattungsoptionen, Listenpreis mit Rabattniveau und -verhalten, Betriebskosten, Produktqualität, Volumen- und Segmentplanung des Herstellers oder Importeurs, Alter des Fahrzeugs (Lebenszyklus): Wie lange gibt es das Modell? Steht ein Facelift oder Modellwechsel an?