Ratgeber Sicherheit
Aquaplaning, die unterschätzte Gefahr

Hohe Geschwindigkeit und viel Wasser auf der Straße – wenn der Wagen aufschwimmt, wird der Fahrer zum Passagier. AUTO BILD gibt Tipps, wie Sie die Kontrolle über Ihr Fahrzeug bei Aquaplaning behalten.
Regen bringt Segen. Na ja, bestenfalls Landwirten. Für Autofahrer ist er ein Fluch. Die Wischer nerven, Wasser sammelt sich auf der Straße, und wenn der Fahrer nicht rechtzeitig vom Gaspedal geht, schwimmt sein Wagen auf – Aquaplaning. Was passiert eigentlich in diesem Moment? Das Reifenprofil ist nicht mehr in der Lage, das viele Wasser unter der Lauffläche wegzubefördern. Im Prinzip funktionieren die Profile in diesem Moment wie Kanäle, die von einer Flutwelle überschwemmt werden. Das Wasser bildet einen Keil unter dem Reifen, die Haftung geht verloren. Weder Lenk- noch Bremskräfte werden übertragen.
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe ist zu niedrig

Bild: Georg Lukas
Wie verhalte ich mich bei Aquaplaning?
• Immer auf ausreichend Profil achten. Sommerreifen spätestens bei drei, Winterreifen möglichst bei vier Millimeter Restprofil wechseln.
• Bei starkem Regen runter mit dem Tempo.
• Besondere Vorsicht gilt auf dem rechten Autobahnstreifen. In den tiefen Lkw-Spurrillen steht viel Wasser.
• Für den Notfall gilt: Motor auskuppeln, starke Lenkbewegungen unbedingt vermeiden.
• Bei starkem Regen runter mit dem Tempo.
• Besondere Vorsicht gilt auf dem rechten Autobahnstreifen. In den tiefen Lkw-Spurrillen steht viel Wasser.
• Für den Notfall gilt: Motor auskuppeln, starke Lenkbewegungen unbedingt vermeiden.
Was heißt bei Nässe?
Der Grund für ein Tempolimit liegt meist an der Beschaffenheit der Straße. Das Wasser läuft nicht von der Fahrbahn ab, es droht erhöhte Aquaplaninggefahr. Eine klare Definition für die Wassermenge, bei der das Tempolimit gilt, gibt es nicht. Als Faustregel: Sobald eine geschlossene Wasserdecke entsteht, in der die Spur des vorausfahrenden Autos sichtbar ist, greift das Tempolimit. Dagegen darf bei leichtem Nieselregen noch mit der auf trockener Straße erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefahren werden.
Wo ist mit Aquaplaning zu rechnen?
Grundsätzlich sind Straßenabschnitte gefährdet, auf denen das Regenwasser nicht schnell genug abfließen kann. Das kann an geografischen Gegebenheiten liegen, zum Beispiel einer Senke, in der sich Wasser sammelt, oder einer Kurve mit zu geringem Gefälle zur Straßenseite. Weitere Möglichkeiten: beschädigter Straßenbelag mit tiefen Schlaglöchern oder Spurrillen von schweren Lkw. Erhöhte Vorsicht ist auch in Waldstücken angebracht: Nicht eingesammeltes Laub verstopft hier oft die Wasserabläufe.
Wohin mit den besseren Reifen?

Bild: Markus Heimbach
Wie ernst nehmen Autofahrer die Vorschriften?

Bild: Roland Sassen
Wie sieht der optimale Regenreifen aus?
Der optimale Regenreifen ist laufrichtungsgebunden, um das Wasser schnell von der Lauffläche zur Seite ableiten zu können. Außerdem besitzt er stabile Profilblöcke, um möglichst viel Halt zu geben. Die Profilkanäle sollten bei Sommerreifen mindestens drei, bei Winterreifen sogar vier Millimeter tief sein. Um den Grip der Gummimischung auf Nässe zu verbessern, ersetzt Silica den Ruß als Füllstoff im Reifen.
Expertentipp

Bild: Markus Heimbach
Service-Links