Sind die Reifen abgefahren oder zu alt, müssen neue her. Sie werden auf die vorhandenen Felgen aufgezogen – das nennt man Reifenwechsel. Nicht zu verwechseln mit dem saisonalen Tausch von Sommer- auf Winterreifen und zurück: Das ist, genau genommen, ein Räderwechsel.
Müssen auf einem Radsatz neue Reifen montiert werden, kann man das gut mit dem saisonalen Räderwechsel verbinden – so spart man sich einen zweiten Termin.

Was kostet das Aufziehen der Reifen?

Mit dem reinen Aufziehen der Reifen auf die Felgen ist die Arbeit in der Regel nicht getan. Für die Reifenmontage sind weitere Arbeitsschritte erforderlich, die später auf der Rechnung stehen. Dazu gehören auch das Abziehen der alten Reifen (sofern vorhanden), das Auswuchten der neuen sowie die Montage. Insgesamt liegen die Kosten je nach Werkstatt und Arbeitsaufwand zwischen 90 und 160 Euro.

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Wie viel das Aufziehen der Reifen letztendlich kostet, hängt auch davon ab, ob zum Beispiel ein direktes RDKS verbaut ist. Dann müssen die Sensoren gewartet und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Das kostet noch mal knapp 50 Euro extra, plus eventuelle Kosten für die Sensoren. Wurde der Reifensatz in der Werkstatt erworben, wird meist weniger für die Montage berechnet. Oft gibt es günstigere Komplettpreise für einen Satz Reifen inklusive Montage.

Kosten für Räder- und Reifenwechsel: Überblick

Räderwechsel:
  • 40 bis 70 Euro für vier Räder (plus ggf. Kosten fürs Auswuchten)
  • 30 bis 60 Euro pro Saison für die Einlagerung (wenn gewünscht)
Reifenwechsel:
  • Aufziehen neuer Reifen auf Felge: 90 bis 160 Euro für vier Reifen (inklusive Auswuchten und Montage)
  • ggf. Wartung RDKS: 20 bis 50 Euro
  • ggf. Entsorgung Altreifen: 3 bis 12 Euro pro Reifen

Wie läuft das Aufziehen ab?

Das Aufziehen der Reifen wird in der Regel in der Werkstatt erledigt. Zur Montage der neuen Reifen müssen die alten erst mal runter. Dafür wird die Luft aus dem Reifen gelassen, Ventileinsätze werden entfernt, anschließend wird das alte Gummi mit einer Abdrückrolle oder -schaufel abgezogen.
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Zum Aufziehen eines neuen Reifens wird die Felge in eine Montiermaschine gespannt, noch vorhandene Auswuchtgewichte werden abgelöst. Die Reifenflanken werden mit einem Fett bestrichen und entsprechend ihrer Markierung auf die Felge gelegt. Mithilfe des Montierhebels wird der Reifen dann auf die Felge gezogen. Das klingt einfach, fordert den Mechanikern aber hohe Konzentration ab, da hier sehr genau gearbeitet werden muss.
Runter mit den alten Gummis
Bevor der neue Reifen aufgezogen werden kann, muss der alte runter.
Bild: AUTO BILD
Damit der Reifen richtig auf der Felge sitzt, wird er anschließend mit erhöhtem Druck (sog. "Springdruck") befüllt. In der Regel "springt" der Reifen dann von selbst in die Felge. Ist das nicht der Fall, muss er noch mal ab- und erneut aufgezogen werden. Anschließend wird ein neues Ventil angebracht und der reguläre Reifendruck eingestellt. Achtung: Runflat- und Ultra-High-Performance-Reifen kann nicht jede Werkstatt aufziehen, denn dafür benötigt man spezielle Maschinen.

Kann man Reifen selbst aufziehen?

Die klare Antwort lautet: Nein. Zwar gibt es im Internet viele Tutorials und Anleitungen, die einem weismachen wollen, dass der Wechsel der Gummis auch in der heimischen Garage funktioniert – der Kraftaufwand ist allerdings immens. Zudem ist die Gefahr hoch, dass Reifen oder Felgen dabei Schaden nehmen. Das Aufziehen von Reifen ist ein Job für die Fachwerkstatt. Dort sind Spezialwerkzeuge vorhanden, mit denen die Reifen in Minutenschnelle gewechselt sind und dabei so wenig wie möglich belastet werden. Zudem müssen die Reifen nach der Montage ausgewuchtet werden – in der Werkstatt wird das gleich miterledigt.

Video: Reifen-Ratgeber

Die wichtigsten Reifen-Tipps

Ein Satz Felgen, zwei Reifensätze – geht das?

Auf den ersten Blick lässt sich viel Geld sparen, wenn auf einen Satz Felgen immer die Sommer- oder Winterreifen aufgezogen werden. In der Praxis ist das jedoch die sprichwörtliche Milchmädchenrechnung. Theoretisch könnte man zum Saisonwechsel jedes Mal die Reifen neu auf die Felge ziehen.
Doch mit jedem "Umziehen" der Reifen, werden auch die Kosten für die Demontage und das Aufziehen fällig – und das ist deutlich mehr, als nur für einen "einfachen" Räderwechsel berechnet wird. Der kostet beim Fachmann etwa 50 Euro, lässt sich aber auch einfach – und kostenlos – selbst erledigen. Damit amortisieren sich die Kosten für den zweiten Felgensatz im Laufe der Zeit. Hinzu kommt: Das Auf- und Abziehen beansprucht die Pneus jedes Mal sehr stark. Das verkürzt potenziell die Lebensdauer der Reifen.

Reifen aufziehen: die häufigsten Fragen

Was kostet viermal Reifen aufziehen und wuchten?

Das Aufziehen neuer Reifen inklusive Auswuchten und Montage schlägt mit etwa 80 bis 150 Euro zu Buche. Wie hoch der Preis am Ende tatsächlich ist, hängt von Faktoren wie dem Felgenmaterial und der Größe ab. Die Wartung eines eventuell vorhandenen RDKS kommt noch dazu.

Kann man Reifen selbst aufziehen?

Das Aufziehen von Reifen mag zwar durch zahlreiche Online-Tutorials in der heimischen Garage möglich erscheinen, jedoch erfordert es einen immensen Kraftaufwand und birgt ein hohes Risiko, dass dabei Reifen oder Felgen beschädigt werden. In Anbetracht dieser Gefahren sollte das Aufziehen von Reifen ausschließlich von Fachleuten erledigt werden.

Wie lange dauert das Reifenaufziehen und -wuchten?

Das Aufziehen und Wuchten neuer Reifen sollte die Werkstatt nach spätestens einer Stunde erledigt haben. Häufig geht die Prozedur auch deutlich schneller vonstatten.

Ist das Auswuchten beim Reifenwechsel notwendig?

Ja, das Auswuchten der Reifen beim Reifenwechsel ist notwendig. Durch das Wuchten werden Ungleichgewichte im Reifen und in der Felge korrigiert. Diese Ungleichgewichte können Vibrationen und ungleichmäßigen Reifenverschleiß verursachen. Das Auswuchten sorgt dafür, dass die Reifen gleichmäßig auf der Straße aufliegen – dadurch gewährleistet es eine ruhige Fahrt.

Was passiert, wenn man die Reifen nicht wuchtet?

Wenn die Reifen nicht ausgewuchtet werden, können durch ein etwaiges Ungleichgewicht unangenehme Vibrationen auftreten. Auch ungleichmäßiger Reifenverschleiß, Lenkungsprobleme und vorzeitige Beschädigungen an Fahrwerkskomponenten können Folgen von nicht ausgewuchteten Reifen sein.