So langsam wird es Zeit für frische Pneus! Sommerreifen drauf, Winterreifen runter und bitte ohne unnötig Geld zu verschleudern. Die gute Nachricht: Wer online kauft, kann richtig sparen. Die noch bessere: Mit dem richtigen Plan landen Top-Markenreifen erst preiswert im Warenkorb und anschließend auch noch fachmännisch montiert am Auto.

Den passenden Reifen finden

Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 genügt. Bei vielen Online-Händlern lassen sich Hersteller- und Typschlüssel aus dem Fahrzeugschein eintragen, dann spuckt der Händler die passenden Reifengrößen aus. Nehmen wir als Beispiel einen VW Golf 8 1.5 TSI. Und eine gängige Größe: 205/55 R 16 91V. Die Zahl 205 steht dabei für die Reifenbreite in Millimetern, 55 für das Verhältnis von Höhe zu Breite, 16 für ein 16-Zoll-Rad. Die 91 bedeutet: bis 615 kg Tragfähigkeit pro Reifen. Das V steht schließlich für die Höchstgeschwindigkeit bis 240 km/h.
Reifen Geschwindigkeitsindex
V wie 240: Der Geschwindigkeitsindex zeigt, wie schnell ein Reifen maximal gefahren werden darf. Ein Auto muss auf Reifen fahren, deren Geschwindigkeitsindex mindestens der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit entspricht. Große Ausnahme: Winterreifen. Dann muss aber ein Aufkleber gut sichtbar ins Cockpit!
Bild: WERK
Wichtig: Bevor bestellt wird, der Gegencheck am Auto. Es kommt vor, dass am Auto eine abweichende Reifengröße verbaut ist. Grund: Im Fahrzeugschein müssen nicht zwingend alle freigegebenen Größen aufgeführt sein.

Aufs Testergebnis kommt es an

Alle sind schwarz, aber längst nicht alle sind gut: Wer einen Testsieger, aus einem der großen AUTO BILD-Reifentests kauft, ist auf der sicheren Seite. Aber nicht nur Reifentests, auch das EU-Label verrät viel über die Qualität eines Reifens: Rollwiderstand, wichtig für den Spritverbrauch. Nasshaftung, entscheidend für den Bremsweg bei Regen. Geräuschentwicklung, damit es nicht in den Ohren brummt.
Reifen-Bremstest auf Nässe
Entscheidend bei Regen: Beim Bremstest auf nasser Fahrbahn zeigen sich die größten Unterschiede zwischen Reifen.
Bild: Tom Salt
Zwischen Klasse A und schlechteren Bewertungen können beim Bremsweg bis zu 18 Meter liegen. Das sind Welten! Und beim Verbrauch sind bis zu 0,5 Liter auf 100 Kilometer drin. Klingt wenig? Rechnet sich aber über die Jahre!
Reifen-Energie-Lable
Hilfreich bei der Reifenwahl: Das EU-Reifenlabel zeigt auf einen Blick wichtige Eigenschaften wie Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschentwicklung.
Bild: Dierk Möller

Markenreifen zum Sparpreis sichern

Große Preisunterschiede im Netz sind normal. Hintergrund: hohe unverbindliche Preisempfehlungen und satte Rabatte für Großhändler. Wer clever vergleicht, spart. Rechenbeispiel Golf 8, 205/55 R 16, als Markenreifen und mit einem guten Ergebnis im AUTO BILD Reifentest. UVP pro Reifen: 150 Euro; Onlinepreis: ca. 95 Euro. Macht bei vier Reifen: 380 Euro statt 600 Euro. Satte 220 Euro Ersparnis!
Neue Reifensätze im Reifenhandel
Im Fachgeschäft oft teurer: Wer online kauft, kann bei identischen Reifen deutlich sparen.
Bild: picture alliance / imageBROKER
Aber Vorsicht: Nur bei Shops mit "https" in der URL (ganz vorne in der Adresszeile des Browsers) und vollständigem Impressum kaufen. Keine Vorkasse bei dubiosen Anbietern. Lieber PayPal oder Kauf auf Rechnung. DOT-Nummer prüfen: Reifen sollten nicht älter als zwei Jahre sein. Das kann man sich bei Bestellung zusichern lassen. Bewertungen nicht blind vertrauen, auch mal Foren checken.
DOT Nummer – Reifenalter auf der Reifenflanke
Das exakte Reifenalter findet sich auf jeder Reifenflanke (manchmal nur auf der Innenseite ). Der Reifen im Bild wurde in der 16. Woche 2016 produziert.
Bild: Ralf Timm

Direkt in die Werkstatt liefern lassen

Viele Onlinehändler bieten Partnerwerkstätten an. Vorteil: Fester Montagepreis vorab. Reifen werden direkt dorthin geschickt. Termin zum Montieren lässt sich gleich mitbuchen.
Reifenmaontage am Audi Q3
Fachgerechte Montage: In der Werkstatt werden neue Reifen montiert und ausgewuchtet.
Bild: Tom Salt

Typische Kosten:

Montage inklusive Auswuchten: 15 bis 25 Euro pro Reifen. Altreifenentsorgung: zirka drei bis fünf Euro pro Stück. Macht für Montage und Entsorgung im Mittel 96 Euro, dazu kommen die Reifen mit 380 Euro. Am Ende landet man bei unserem Rechenbeispiel bei 476 Euro fahrfertig! Verglichen mit der unverbindlichen Preisempfehlung plus Werkstattpreis vor Ort eine deutliche Ersparnis!

Wann tauschen?

Gesetzlich: sind mindestens 1,6 mm Profil vorgeschrieben. Unsere Empfehlung: Sommerreifen bei drei Millimetern wechseln, Winterreifen bei vier. Und: spätestens nach acht bis zehn Jahren raus damit, auch wenn Profil noch reichlich vorhanden ist. Auch Gummi altert, Grip geht verloren.
Profiltiefenmessung
Mit Profiltiefenmesser oder Münze prüfen: Unter 3 mm (Sommer) bzw. 4 mm (Winter) sollte gewechselt werden.
Bild: Patrick Pleuel / dpa

Extra-Tipps für smarte Käufer

Ganzjahresreifen lohnen sich für die meisten Fahrer, gerade in milden Regionen und fern der Berge. Wichtig: Auch Ganzjahresreifen müssen das Alpine-Symbol, ein Bergpiktogramm mit Schneeflocken, tragen – sonst droht im Winter Ärger.
Wer es besonders bequem haben möchte, lässt die Räder in der Werkstatt einlagern. Der Service kostet meist 50 bis 130 Euro pro Saison.
Wer bei der Suchen nach Markenreifen online clever vergleicht, spart schnell über 200 Euro, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Wichtig sind der DOT-Check, um kein altes Gummi zu erwischen, ein Reifen mit einem guten Testergebnis und die Wahl eines seriösen Shops. Wer sich dann noch für einen Montagepartner über die Plattform entscheidet, hat das Rundum-sorglos-Paket.