Ein halbes Jahr nach der Premiere des neuen Renault Clio rollt die Sportversion RS auf den Markt. RS steht zwar offiziell für Renault Sport, weil es die Motorsportabteilung in Dieppe ist, die den Wagen entwickelt hat und ihn auch auf die Räder stellt. Doch eigentlich müsste RS mit "Rennsemmel" übersetzt werden. Schließlich fährt der von den Engländern so treffend als "Hot Hatch" bezeichnete Fünftürer nicht nur auf einem strammen Sportfahrwerk, sondern auch mit den stolzen 200 PS eines neuen 1,6-Liter-Turbos. Der Benzindirekteinspritzer, der seinen kernigen Klang über eine spezielle Soundpipe direkt in den Innenraum bläst, entwickelt maximal 240 Newtonmeter und macht dem kaum 1200 Kilo schweren Clio ordentlich Beine: Von 0 auf 100 schafft er es in 6,7 Sekunden, Schluss ist erst bei 225 km/h.
Renault Clio RS
Der neue 1,6-Liter-Turbo­motor mobilisiert 200 PS, ermöglicht 225 km/h Spitze und beschleunigt den Clio RS in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Bild: Werk
Dabei legt der Clio RS zumindest auf dem Prüfstand sogar halbwegs vernünftige Trinksitten an den Tag: Der Verbrauch ist gegenüber dem gleich starken Vorgänger um 23 Prozent gesunken und liegt nun bei 6,3 Litern. Zwar muss man für den kleinen Kraftmeier stolze 23.950 Euro hinlegen, dafür haben sich die Franzosen aber auch viel Mühe gegeben und bei der Technik nicht geknausert. So gibt es zum potenten Motor erstmals auch eine Doppelkupplungsautomatik, die zudem kesse Schaltwippen am Lenkrad hat. Das elektronische Sperrdifferenzial an der Vorderachse bringt den Clio RS noch flotter um die Kurve, die Launch Control erlaubt den perfekten Kavalierstart, und mit dem RS-Drive-Mode kann man den Charakter des Clio auf Knopfdruck noch einmal nachschärfen.
Renault Clio RS
Der Clio RS verbraucht durchschnittlich 6,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Das sind 23 Prozent weniger als der gleich starke Vorgänger.
Bild: Werk
Weil die Sportfahrer von heute die Playstation-Spieler von gestern sind, gibt es ein außerdem ein kunterbuntes Telemetrieprogramm für den Bordcomputer, mit dem man alle Fahrzeugdaten abrufen, alle Streckendaten verfolgen und alle Leistungswerte auslesen kann. Selbst der Motorsound lässt sich damit auf Knopfdruck so verändern, dass passend zur Drehzahl der Klang einer Alpine oder eines Formel-1-Renners aus den Boxen dröhnt. Nur am Design haben die Werkstuner wenig gemacht: Hinten der Diffusor, vorne die neue Schürze mit einem größeren Lufteinlass und eine Aluschwinge in Anlehnung an den Frontflügel der Formel1 und am Dach einen etwas größeren Spoiler – mehr braucht es nicht an Bodybuilding. Schließlich hat schon der normale Clio mehr Sex-Appeal als je zuvor, freuen sich die Designer.