Rennen der Roboterautos
Sechs bestehen im Stadtverkehr

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Bei der Darpa Urban Challenge maßen sich am Anfang November fahrerlose Autos in einem simulierten Stadtverkehr. Es siegte das Roboter-Car "Boss", fünf Fahrzeuge mussten vorzeitig aufgeben.
Sechs Stunden durch die Stadt zu fahren, das ist für ein Auto kein Problem. Es sei denn, es sitzt kein Fahrer am Steuer. Elf völlig autonome Autos haben sich Anfang November nahe Los Angeles zum Finale der "Darpa Urban Challenge" getroffen. Der Parcours: Ein simulierter Stadtverkehr auf dem Gelände einer verlassenen Kaserne, die computergesteuerten Wagen mussten hier selbstständig Kreuzungen überqueren, Staus erkennen und Parklücken meistern. Und das zwischen 49 bemannten Pkw. Lange mussten die Organisatoren am Ende rechnen, dann stand fest: Der Sieger wird nur Zweiter. Zwar hatte das von VW unterstützte Roboterauto "Junior" von der Stanford University als Erstes die Ziellinie überquert. Aber am Ende lag der Roboterwagen "Boss" von der Carnegie Mellon University um knapp 20 Minuten vorn - Fahrfehler und unfreiwillige Standzeiten aller Autos waren berücksichtigt worden. Vor zwei Jahren noch gewann das "Junior"-Team das Darpa-Rennen. Damals mussten die Wagen lediglich einen Weg durch die Wüste finden und dabei festen Hindernissen ausweichen.

Ziel: Sinkende Unfallzahlen
Die meisten Teilnehmer kommen von US-Unis, und sie haben kein Problem damit, sich in den Dienst des Verteidigungsministeriums zu stellen. Andererseits beziehen sie sehr viel Geld von Sponsoren. "Das kann so wohl nur in den USA laufen", sagt Jürgen Leohold. "In Europa wäre das Ganze über ein gefördertes Programm gegangen, dann hätten wir jetzt gerade die Anträge geschrieben." Leohold betont, dass der deutsche Autobauer mit den militärischen Aspekten nichts zu tun habe. Thrun und sein Team sei dank der Verbindung mit Volkswagen auch finanziell nicht vom Verteidigungsministerium abhängig. VW gehe es vor allem um Fahrsicherheit und sinkende Unfallzahlen. Roboterautos in Serie sieht Leohold für die nahe Zukunft nicht. "Wir machen hier nicht mit, weil wir glauben, in 20 Jahren selbst fahrende Autos zu bauen. Sondern weil das hier die Spitze der Wissenschaft ist." Aber selbst die Spitze hat noch einen weiten Weg zu fahren. Fünf von elf Autos schieden vorzeitig aus, weil sie sich verfuhren oder eine Situation nicht lösen konnten - sie standen dann minutenlang herum.
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