Das Wort Wohnmobil heißt auf Slowenisch übrigens avtodom. Im Markennamen Robeta, der für Premium-Kastenwagen aus der osteuropäischen Republik steht, findet sich davon zwar nichts wieder. Aber falls die Frage mal bei Günther Jauch kommt, wissen Sie's jetzt. Bereits seit 2011 entstehen im slowenischen Dravograd nahe der österreichischen Grenze die Highend-Reisemobile auf Basis von Fiat Ducato und Citroën Jumper. Doch erst seit dem Caravan Salon 2019 ist Robeta auch in Deutschland bekannt. Fünf verschiedene Modelle in den Fahrzeuglängen 5,40 bis 6,36 Meter haben die Slowenen im Programm. Welchen Anspruch die Entwickler an ihre Fahrzeuge haben, wird bei den Bezeichnungen klar: Dionysus, Ares, Helios, Apollo und unser Testwagen Kronos sind nicht nur die Namen der Varianten, sondern auch griechischer Gottheiten.

Mit den Leichtbaumöbeln spart der Kronos 200 Kilo Gewicht

Robeta Kronos
Viel Stauraum in Küche und Vitrine. Das passt zum
Anspruch des Edelvans. Das Interieur mit viel Holz- und Betonoptik wirkt etwas düster.


Das ist er: Der Vater des Zeus. Und ein Sechs-Meter-Kastenwagen mit Längseinzelbetten und klassischem Grundriss, der in seiner Basis für zwei Personen gedacht ist. Ein Aufstelldach mit zwei zusätzlichen Schlafplätzen (6999 Euro) kann auf Wunsch nachgerüstet werden, ebenso der Allradantrieb von Dangel. Was sofort ins Auge sticht, ist der recht konservative Look des Ausbaus. Zwar lassen sich die verschiedenen Wohnwelten untereinander kombinieren, doch dunkles Holzdekor, Betonoptik und Brauntöne sind hier vorherrschend. Auch die edle Glasvitrine im Küchenbereich macht klar, wen Robeta ansprechen möchte: solvente Kunden, die einen guten Wein zu schätzen wissen. Wirklich spannend wird es beim Thema Material. Die Basis-Robeta sind mit herkömmlichem Holzausbau zu bekommen. Wer Gewicht sparen möchte, entscheidet sich besser für die Variante Air (2999 Euro). Dabei werden die Möbel aus einem sehr stabilen und leichten Material aus recycelten PET-Flaschen hergestellt, die mit einem von Robeta eigens entwickelten Kleber mit Druck und Temperatur zusammengepresst werden. Dank kratz- und wasserfestem HPL-Furnier ist der Unterschied am Ende nur auf der Waage zu sehen: Laut Robeta ist der Kronos satte 200 Kilo leichter als die Basismodelle!

Robeta geht auf die individuellen Wünsche der Kunden ein

Robeta Kronos
Unser Testwagen kostet knapp 30.000 Euro mehr als das Grundmodell. Hat dafür aber auch ein ganzes Arsenal von Annehmlichkeiten an Bord.
Das hat er: Bis auf den zugstarken 160-PS-Motor (nur Fiat), einen 90-Liter-Dieseltank und die in Leder verkleideten Heck- und Seitentüren eine recht schmale Serienausstattung. Das gehört zum Konzept, denn als Manufaktur geht Robeta auf die individuellen Wünsche der Kunden ein. So kostet unser Testwagen knapp 30.000 Euro mehr als das Grundmodell. Hat dafür aber auch unter anderem Automatikgetriebe, Chassis-Paket, Plus-Paket, Rückfahrkamera, Airlineschienen, Markise, Solaranlage, Wechselrichter, Lithium-Batterie und zwei Heckfenster an Bord. So fährt er: Ganz ehrlich – wir hatten selten einen Kastenwagen, der auf mecklenburgischen Alleen so leise war! Das sagt viel über die Qualität des Ausbaus. Der ab Werk gelieferte 160-PS-Ducato mit Neun-Gang-Wandler-Automatikgetriebe (2690 Euro) ist ein Träumchen und verwandelt den Kronos in ein wahres Alltagsfluchtmobil. (Überblick: Campervans auf dem Caravan Salon 2021)

Bildergalerie

Robeta Helios
Robeta Kronos
Robeta Kronos
Kamera
Wohnmobil-Test Robeta Kronos
Fazit: Die Kastenwagen von Robeta sind nicht perfekt – aber ziemlich nah dran! Die Qualität ist absolut überzeugend, die Details sind (meistens) durchdacht. Die Optik ist nichts für junge Kunden. Der Preis allerdings auch nicht. Total genial und ein echtes Kaufargument: die Leichtbaumöbel aus recycelten PET-Flaschen. Urteil: 4,5 von fünf Sternen.

Von

Jenny Zeume